Zellwandfreie
Formen von Pilzen
Entstehung, Bedeutung und naturheilkundliche Behandlung
von
Dr.Dr.
Peter Schneider
Tierarzt
und Anthropologe
Maldonado, Uruguay; Email:
peter@pferdemedizin.com
Homepage:
http://www.pferdemedizin.com
Beratung: per Email oder Telefon (04251 7524, zum deutschen Festnetztarif)
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Copyright © 2001 by Peter Schneider
Einige
Hauptursachen für die Entstehung von Mykosen
Konventionelle
Therapie mit Antimykotika
Die isopathisch-homöopathische Therapie von Pilzerkrankungen
Ähnlich wie
Bakterien (siehe den Artikel über zellwandfreie Bakterienformen) können auch
Pilze und Hefen in
zellwandfreien Zustandsformen (engl. „cell wall deficient forms“, CWD) existieren.
Solche
Formen sind vor allem für Candida von Bedeutung, da diese Hefen nicht nur als
"normale", zellwandhaltige Form, sondern auch als CWD pathogen sein können und das Immunsystem die
Organismen nicht mehr ausreichend erkennen und beseitigen kann.
Werden CWD von Candida in Versuchstiere injiziert, entwickeln sich
schwerwiegende systemische Candidosen mit Endocarditis und Mycohämie (Mattman,
2001).
Die Entwicklung und Vermehrung zellwandfreier Bakterien- und Candidaformen erfolgt jedoch unter völlig unterschiedlichen Bedingungen (s.a. den Beitrag "Bakterien und Pilze - zwei mikrobielle Zustandsformen in Abhängigkeit vom energetischen Milieu" auf dieser Homepage). Während Bakterien sehr energiereiche Umgebungsbedingungen benötigen, um als CWD innerhalb von Erythrozyten oder Leukozyten leben zu können, entstehen zellwandfreie Candidaformen primär als „Hungerformen“ unter den Bedingungen eines allgemeinen oder lokalen Energiemangels (Mattman, 2001). Auch nach Zusatz von Farbstoffen (Brilliantgrün) oder Antimykotika zu einer Kultur wächst Candida ausschließlich als zellwandfreie Form.
Weitere Hintergründe der Bedeutung von Pilzen und Bakterien für Tiere und Menschen sind in dem Buch "Gedanken altern nicht" beschrieben.
Die folgende Abbildung zeigt eine elektronenmikroskopische Aufnahme von zellwandhaltigen Candida (9480-fache Vergrößerung).

Im Gegensatz dazu wachsen zellwandfreie Candida häufig fadenförmig und sind kaum als Hefen zu erkennen (Mattman, 2001).
Bereits
im Jahr 1956 hatten Untersuchungen aus Ungarn gezeigt, dass Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae)
in zellwandfreien Formen wachsen
kann. Später wurde erkannt, dass auch Candida im Labor in synthetischen
Kulturmedien zu etwa 50% spontan als CWD wächst. Wird den synthetischen Medien
allerdings Blutserum hinzugefügt, sind zellwandfreie Candidaformen nicht mehr
nachzuweisen. Durch das Serum steht den Hefen wieder genügend Protein und
Energie zur Verfügung, um sich als klassische, zellwandhaltige Form vermehren
zu können.
Die
folgende Tabelle stellt die energetischen Verhältnisse dar, wie sie vor etwa 50
Jahren von dem französischen Hydrologen Claude Vincent in seiner Darstellung
der Milieuverhältnisse (BEV) bei Gesundheit und Krankheit berechnet wurden (aus
Elmau, 1985):
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Wie diese energetische Betrachtung
zeigt, wird in einem gesunden Stoffwechsel (oberer Teil der Tabelle) sehr viel
Energie umgesetzt, wobei jedoch der größte Teil mit dem Urin wieder
ausgeschieden wird.
In
einem krankhaft veränderten Stoffwechsel (unterer Teil der Tabelle) wird im
Blut sehr viel Energie gespeichert („Stausucht“ nach Enderlein). Diese
Entgleisung ist im wesentlichen durch ein erhöhtes Redoxpotential („Redoxstarre“)
gekennzeichnet, dessen Ursache in einer gestörten Zellatmung liegt.
Gleichzeitig ist der Stoffwechsel im Bereich des Bindegewebes und der
Ausscheidungsorgane so stark beeinträchtigt, dass die Energie des Blutes nicht
mehr verwertet werden kann. Als Folge verschiebt sich das Säure-Basen-Gleichgewicht
des Bindegewebes in den sauren Bereich, während das pH des Blutes durch
Mobilisierung der Alkalireserve kompensatorisch ansteigt. Da zunehmend auch die
Funktion der Nieren nachlässt, werden immer weniger Mineralien ausgeschieden,
was zu einer Zunahme der Mineralstoffkonzentration und damit auch der Leitfähigkeit
des Blutes führt. Chronisch kranke Tiere verhungern damit förmlich bei
gleichzeitigem Energieüberschuss des Blutes. Die energiereichen
Milieubedingungen des Blutes sind ideale Vermehrungsbedingungen für
zellwandfreie Bakterienformen und Viren, nicht jedoch für Candida.
Einige
Hauptursachen für die Entstehung von Candidamykosen
Zellwandfreie
Formen von Candida können sich besonders gut in denjenigen Organen vermehren,
die schlecht mit Energie versorgt sind oder in denen der Energiestoffwechsel
stark gestört ist. Solche CWD entstehen somit bevorzugt im Darm, der nach
Werthmann heute das primäre „Schwachorgan“ innerhalb des Körpers
darstellt. Hautmykosen z.B. bei Pferden mit
Sommerekzem
können isoliert oder gemeinsam mit Darmmykosen
auftreten, und sie geben auch oft einen Hinweis auf eine energetische
Mangelsituation in den betroffenen Organen.
Lokale
Candidamykosen sind ebenfalls häufig zu beobachten. Sie treten dann auf, wenn
ein örtlicher Energiemangel entsteht z.B. auf Grund einer Meridianblockade. So
werden Luftsackmykosen bei Pferden oft bei Störungen des
Magen-Meridians beobachtet.
Auch
die dauerhafte Anwendung von Arzneimitteln, wie z.B. Antibiotika und Corticoide,
können das Milieu durch Induktion einer Redoxblockade so stark energetisch verändern,
dass Candida geeignete Vermehrungsbedingungen erhält.
Emotionale
und energetische Blockaden sind heute die Hauptursachen für eine Meridianstörung.
Besonders emotionale Blockaden werden häufig nicht genügend beachtet, obwohl
sie unter den heutigen Haltungsbedingungen mittlerweile einen großen
Stellenwert erlangt haben. Primär sind dabei diejenigen Meridiane betroffen,
die einen direkten Bezug zur Gaia, der Mutter Erde, haben, nämlich
Magen-Milz/Pankreas (Erde) sowie Niere/Blase (Wasser).
Während
emotionale Blockaden des Magenmeridians einen intensiven Bezug zu
energetischen Überlastungen haben, besitzt der Milz/Pankreas-Meridian
wegen der Funktion der Milz als Eintrittspforte für die "Lebensenergie" in den Körper
einen Bezug zur Energie, die durch Nahrung, Luft, Wasser und Umgebung
aufgenommen wird. Die Energie, die einem neu geborenen Fohlen auf seinen Lebensweg
mitgegeben wird („vorgeburtliches Chi“), hat ebenfalls einen Bezug zum
Nieren/Blasen-Meridian.
Probleme
im Bereich der Geschlechtsorgane sind oft mit Blockaden dieser beiden Meridianpaare verbunden.
Entsprechend
der Psycho-Kinesiologie nach Dr. Klinghardt (Klinghardt, 1999) ergeben sich für
diese Meridiane die folgenden emotionalen Bezüge:
Erde Milz/Pankreas
Niederes Selbstwertgefühl
Selbstbestrafung, abhängig,
überbesorgt, leben durch
Andere, »nicht gut genug«,
sich nicht abgrenzen
können, sich abgelehnt
fühlen, sich nicht trennen
könnenMagen
Nicht mögen
machtlos, gebrochener
Wille, überlastet, über-
fordert, Groll, Hass,
lustlos, Abneigung,
Besessenheit, etwas nie
verarbeiten (»verdauen«)
können, »etwas liegt mir im
Magen«Wasser Niere Angst
Schuldgefühle, machtlos,
demoralisiert, egoistisch,
Enttäuschung,
brutal und ohne Mitleid,
erschrocken, betroffen,
»es geht mir an die
Nieren«Geschlechtsorgane/Blase Sich schämen
gelähmter Wille, unerfüllte
Liebessehnsucht, sich
verletzt fühlen, Ungeduld,
Selbstmitleid, Angst auf
eigenen Füßen zu stehen,
beleidigt
Eine
weitere wichtige Ursache für die energetische Blockade des Energiestoffwechsels
sind Störfelder im Bereich des Darmes und der Zähne. Auch eine falsche und
mangelhafte Fütterung führt zu einer Fehlfunktion von Darm und Schleimhäuten
(Werthmann, 1998).
Eine
fortschreitende Zerstörung der Schleimhaut mit Dysbiose der Mikroorganismen
resultiert schließlich in dem Syndrom des „durchlässigen Darmes“ (engl.
„leaky gut syndrome“). Dies bedeutet, dass die Darmschleimhaut durchlässig
wird für Chemikalien, Bakterien, Pilze und Parasiten und nicht mehr ausreichend
resorbieren und ausscheiden kann. Neben emotionalen Ursachen führt vor allem
die Ernährung mit artfremden tierischen Eiweißen (z.B. Kuhmilcheiweiß in Fohlenmilch und Fohlenstarter) bereits im Fohlenalter
zunächst zu einer
chronischen Entzündung der Schleimhäute und nachfolgend schließlich zur
Degeneration (Atrophie). Da der größte Teil des immunologisch aktiven Gewebes
im Bereich des Darmes angesiedelt ist, hat eine chronische Funktionsstörung der
Darmschleimhaut immer auch eine gestörte Immunfunktion zur Folge.
Die
Energiemeridiane, die den Magen und den Darm versorgen, haben darüber hinaus
einen intensiven Bezug zu den Zähnen vor allem im Backenzahnbereich. Werden diese Meridiane durch tote
oder chronisch entzündete Zähne blockiert, hat dies direkte Auswirkungen auf die energetische
Versorgung der inneren Organe.
Einen
weiteren, sehr wichtigen Einfluss stellen auch die
Belastungen durch Schwermetalle dar. So ist Quecksilber Bestandteil des
Thiomersal, das in vielen Impfstoffen und anderen häufig eingesetzten
Tierarzneimitteln als
Konservierungsmittel enthalten ist. Quecksilber wird in
den Zellen des Nervensystems, der Nieren und auch des Dickdarmes abgelagert und
blockiert dort wesentliche Mechanismen des energetischen Stoffwechsels. Daher
weist das homöopathische Arzneimittelbild von Quecksilber (lat. "Mercurius") auch besonders Bezüge
zu den genannten Organen auf.
Auch
bereits bei Fohlen ist die Belastung mit Schwermetallen oftmals ein Problem, da sie
tranzplazentar oder über die Milch von der Mutterstute übertragen werden können.
Konventionelle
Therapie mit Antimykotika
Zur
konventionellen Behandlung von Candidamykosen werden Antimykotika, wie z.B.
Nystatin, systemisch
oder lokal verabreicht. Antimykotika wirken zumeist fungistatisch, indem sie mit Sterinen in der Zellmembran der Hefen reagieren. Hierdurch werden
die Moleküle zu wassergefüllten Kanälen angeordnet, und es erfolgt ein
Substanzverlust an Zuckern, Ionen, Aminosäuren, Nukleinsäuren, etc. Dieser
Mechanismus erklärt die selektive Wirkung von Antimykotika auf Hefen und
Pilze, da tierische Zellen in der Membran Cholesterin enthalten,
aber keine Sterine.
Somit besteht die primäre Wirkung der Antimykotika nicht darin, Candida abzutöten, sondern die zellwandhaltige Form von Candida in eine energiearme, zellwandfreie CWD-Form umzuwandeln. Da wesentliche Mechanismen des Immunsystem jedoch auf die Zellwand von Mikroorganismen ausgerichtet sind, sind die nach wie vor pathogenen Candida durch die Anwendung von Antimykotika für das Immunsystem nur noch sehr eingeschränkt erkennbar. Daher kann eine Antimykotika-Therapie zwar den Stoffwechsel entlasten und die klinische Symptomatik bessern, die Milieuverschiebung wird dadurch jedoch nicht behoben.
Bei einer intakten Darmschleimhaut werden Antimykotika nach oraler Aufnahme nicht aus dem Darm resorbiert. Gerade bei chronisch kranken Patienten mit einer Candidamykose ist diese Schleimhaut jedoch sehr stark durchlässig. Dies hat zur Folge, dass Antimykotika bei solchen Patienten die ohnehin vorhandenen Stoffwechselblockaden und -entgleisungen noch verstärken können. Vor allem nach systemischer Anwendung von Antimykotika in Form von Injektionen kann es zur irreversiblen Schädigung von Lysosomen-Membranen in Nierentubuluszellen, zur Suppression des Knochenmarks, zu Fieber und anaphylaktoiden Reaktionen kommen, sowie in seltenen Fällen auch zu neurotoxischen und hepatotoxischen Effekten.
Antimykotika sollten daher nur im Notfall z.B. bei lebensbedrohenden systemischen Mykosen eingesetzt werden. Anschließend sollten die durch diese Therapie verursachten Schäden durch naturheilkundliche Maßnahmen wieder beseitigt werden.
Die
Beziehung von Candida zu Schwermetallen
Candida hat eine sehr enge Beziehung zu Belastungen mit Schwermetallen (Rau, 1998); einerseits blockieren Schwermetalle zelluläre Atmungsvorgänge, so dass ein energiearmes Milieu entsteht, in dem sich die Hefen gut vermehren können, andererseits bindet Candida Schwermetalle und leitet sie aus dem Körper aus. Dabei gehen die Schwermetalle mit bestimmten Peptiden (2 -11 Aminosäuren), die „Phytochelatine“ genannt werden und die nicht nur in Candida, sondern auch in Algen, Flechten und vielen Pflanzen vorkommen, eine Chelatbindung ein. Daher werden z.B. Arzneimittel aus Grünalgen oder Flechten auch zur Ausleitung von Schwermetallen eingesetzt.
Werden
Candidamykosen jedoch mit Antimykotika behandelt, hat dies zur Folge, dass nicht
nur die Zellwandsynthese, sondern auch der Aminosäurenstoffwechsel der Hefen
behindert wird. Als Folge wird ihre Ausleitungsfähigkeit für Schwermetalle
stark reduziert.
Die
isopathisch-homöopathische Therapie von Mykosen, verursacht durch Candida
und andere Hefen und Pilze
Eine isopathisch-homöopathische Therapie von Mykosen funktioniert gut, solange der Stoffwechsel in der Lage ist, diese Regulation auch umzusetzen. Das Ziel dieser Therapie ist, die Pilze und Hefen abzubauen und aus dem Körper auszuleiten. Da Candida zur Vermehrung jedoch ein sehr energiearmes Milieu benötigt, ist zur erfolgreichen Therapie auch immer eine energetische Behandlung des Tieres und seiner Umgebung erforderlich (siehe Seite zur energetischen Pferdemedizin).
Elmau, H.: Bioelektronik nach Vincent und Säuren-Basen-Haushalt in Theorie und Praxis. Haug, 1985
Klinghardt, D.: Lehrbuch der Psycho-Kinesiologie. Ein neuer Weg in der
psychosomatischen Medizin. 3. Auflage, Bauer, 1999
Mattman,
L.H.: Cell Wall Deficient Forms – Stealth Pathogens. 3. Auflage, CRC, 2001
Rau,
Th.: Candida – Freund und Helfer oder Feind. SANUM-Post Nr. 43, 18-20, 1998
Schneider, P.: SANUKEHL-Präparate zur Ausleitung zellwandfreier Bakterienformen - eine spezifische Erweiterung der isopathischen Therapie. SANUM-Post Nr. 54, 2-6, 2001
Schneider, P.: Gedanken altern nicht. 3. Auflage, Books on Demand, 2010
Werthmann,
K.: Ratgeber für Allergiker und chronisch Kranke - Vorbeugung und Behandlung,
ebi, 1998 (erhältlich beim
Semmelweis-Verlag, Hoya)