Zellwandfreie Formen von Pilzen

Entstehung, Bedeutung und naturheilkundliche Behandlung

von

Dr.Dr.
Peter Schneider
Tierarzt und Anthropologe
Maldonado, Uruguay; Email: peter@pferdemedizin.com

Homepage: http://www.pferdemedizin.com

Kontakt: per Email oder Telefon (04251 7524, zum deutschen Festnetztarif)

 das Buch zur Homepage: "Gedanken altern nicht"
(3. erw. Auflage 2010, ISBN: 978-3-8334-5446-2)

 "Leitfaden für eine naturheilkundliche Brustkrebstherapie"
(2. Auflage 2008, ISBN: 978-3-8334-9271-6)

  elektronische Bücher (eBooks)

Copyright © 2001 by Peter Schneider


Inhalt

 

Einleitung

Einige Hauptursachen für die Entstehung von Mykosen

Konventionelle Therapie mit Antimykotika  

Die Beziehung von Candida zu Schwermetallen

Die isopathisch-homöopathische Therapie von Pilzerkrankungen

Literatur


 

Einleitung

 

Ähnlich wie Bakterien (siehe den Artikel über zellwandfreie Bakterienformen) können auch Pilze und Hefen in zellwandfreien Zustandsformen (engl. „cell wall deficient forms“, CWD) existieren. Solche Formen sind vor allem für Candida von Bedeutung, da diese Hefen nicht nur als "normale", zellwandhaltige Form, sondern auch als CWD pathogen sein können und das Immunsystem die Organismen nicht mehr ausreichend erkennen und beseitigen kann.

Werden CWD von Candida in Versuchstiere injiziert, entwickeln sich schwerwiegende systemische Candidosen mit Endocarditis und Mycohämie (Mattman, 2001).

 

Die Entwicklung und Vermehrung zellwandfreier Bakterien- und Candidaformen erfolgt jedoch unter völlig unterschiedlichen Bedingungen (s.a. den Beitrag "Bakterien und Pilze - zwei mikrobielle Zustandsformen in Abhängigkeit vom energetischen Milieu" auf dieser Homepage).
Während Bakterien sehr energiereiche Umgebungsbedingungen benötigen, um als CWD innerhalb von Erythrozyten oder Leukozyten leben zu können, entstehen zellwandfreie Candidaformen primär als „Hungerformen“ unter den Bedingungen eines allgemeinen oder lokalen Energiemangels (Mattman, 2001). Auch nach Zusatz von Farbstoffen (Brilliantgrün) oder Antimykotika zu einer Kultur wächst Candida ausschließlich als zellwandfreie Form.

 

Weitere Hintergründe der Bedeutung von Pilzen und Bakterien für Tiere und Menschen sind in dem Buch "Gedanken altern nicht" beschrieben.

 

Die folgende Abbildung zeigt eine elektronenmikroskopische Aufnahme von zellwandhaltigen Candida (9480-fache Vergrößerung).

 

 

 

Im Gegensatz dazu wachsen zellwandfreie Candida häufig fadenförmig und sind kaum als Hefen zu erkennen (Mattman, 2001).

 

Bereits im Jahr 1956 hatten Untersuchungen aus Ungarn gezeigt, dass Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae) in  zellwandfreien Formen wachsen kann. Später wurde erkannt, dass auch Candida im Labor in synthetischen Kulturmedien zu etwa 50% spontan als CWD wächst. Wird den synthetischen Medien allerdings Blutserum hinzugefügt, sind zellwandfreie Candidaformen nicht mehr nachzuweisen. Durch das Serum steht den Hefen wieder genügend Protein und Energie zur Verfügung, um sich als klassische, zellwandhaltige Form vermehren zu können.

Die folgende Tabelle stellt die energetischen Verhältnisse dar, wie sie vor etwa 50 Jahren von dem französischen Hydrologen Claude Vincent in seiner Darstellung der Milieuverhältnisse (BEV) bei Gesundheit und Krankheit berechnet wurden (aus Elmau, 1985):

 

 

Wie diese energetische Betrachtung zeigt, wird in einem gesunden Stoffwechsel (oberer Teil der Tabelle) sehr viel Energie umgesetzt, wobei jedoch der größte Teil mit dem Urin wieder ausgeschieden wird.

 

In einem krankhaft veränderten Stoffwechsel (unterer Teil der Tabelle) wird im Blut sehr viel Energie gespeichert („Stausucht“ nach Enderlein).
Diese Entgleisung ist im wesentlichen durch ein erhöhtes Redoxpotential („Redoxstarre“) gekennzeichnet, dessen Ursache in einer gestörten Zellatmung liegt. Gleichzeitig ist der Stoffwechsel im Bereich des Bindegewebes und der Ausscheidungsorgane so stark beeinträchtigt, dass die Energie des Blutes nicht mehr verwertet werden kann. Als Folge verschiebt sich das Säure-Basen-Gleichgewicht des Bindegewebes in den sauren Bereich, während das pH des Blutes durch Mobilisierung der Alkalireserve kompensatorisch ansteigt.

 

Da zunehmend auch die Funktion der Nieren nachlässt, werden immer weniger Mineralien ausgeschieden, was zu einer Zunahme der Mineralstoffkonzentration und damit auch der Leitfähigkeit des Blutes führt. Chronisch kranke Tiere verhungern damit förmlich bei gleichzeitigem Energieüberschuss des Blutes.
Die energiereichen Milieubedingungen des Blutes sind ideale Vermehrungsbedingungen für zellwandfreie Bakterienformen und Viren, nicht jedoch für Candida.  

 

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Einige Hauptursachen für die Entstehung von Candidamykosen

Zellwandfreie Formen von Candida können sich besonders gut in denjenigen Organen vermehren, die schlecht mit Energie versorgt sind oder in denen der Energiestoffwechsel stark gestört ist. Solche CWD entstehen somit bevorzugt im Darm, der nach Werthmann heute das primäre „Schwachorgan“ innerhalb des Körpers darstellt. Hautmykosen z.B. bei Pferden mit Sommerekzem können isoliert oder gemeinsam mit Darmmykosen auftreten, und sie geben auch oft einen Hinweis auf eine energetische Mangelsituation in den betroffenen Organen.

Lokale Candidamykosen sind ebenfalls häufig zu beobachten. Sie treten dann auf, wenn ein örtlicher Energiemangel entsteht z.B. auf Grund einer Meridianblockade. So werden Luftsackmykosen bei Pferden oft bei Störungen des Magen-Meridians beobachtet.

Auch die dauerhafte Anwendung von Arzneimitteln, wie z.B. Antibiotika und Corticoide, können das Milieu durch Induktion einer Redoxblockade so stark energetisch verändern, dass Candida geeignete Vermehrungsbedingungen erhält.

Emotionale und energetische Blockaden sind heute die Hauptursachen für eine Meridianstörung. Besonders emotionale Blockaden werden häufig nicht genügend beachtet, obwohl sie unter den heutigen Haltungsbedingungen mittlerweile einen großen Stellenwert erlangt haben. Primär sind dabei diejenigen Meridiane betroffen, die einen direkten Bezug zur Gaia, der Mutter Erde, haben, nämlich Magen-Milz/Pankreas (Erde) sowie Niere/Blase (Wasser).

Während emotionale Blockaden des Magenmeridians einen intensiven Bezug zu energetischen Überlastungen haben, besitzt der Milz/Pankreas-Meridian wegen der Funktion der Milz als Eintrittspforte für die "Lebensenergie" in den Körper einen Bezug zur Energie, die durch Nahrung, Luft, Wasser und Umgebung aufgenommen wird.
Die Energie, die einem neu geborenen Fohlen auf seinen Lebensweg mitgegeben wird („vorgeburtliches Chi“), hat ebenfalls einen Bezug zum Nieren/Blasen-Meridian.

Probleme im Bereich der Geschlechtsorgane sind oft mit Blockaden dieser beiden Meridianpaare verbunden.

Entsprechend der Psycho-Kinesiologie nach Dr. Klinghardt (Klinghardt, 1999) ergeben sich für diese Meridiane die folgenden emotionalen Bezüge:

Erde
Milz/Pankreas

Niederes Selbstwertgefühl
Selbstbestrafung, abhängig,
überbesorgt, leben durch
Andere, »nicht gut genug«,
sich nicht abgrenzen
können, sich abgelehnt
fühlen, sich nicht trennen
können

Magen

Nicht mögen
machtlos, gebrochener
Wille, überlastet, über-
fordert, Groll, Hass,
lustlos, Abneigung,
Besessenheit, etwas nie
verarbeiten (»verdauen«)
können, »etwas liegt mir im
Magen«


Wasser

Niere
 

Angst
Schuldgefühle, machtlos,
demoralisiert, egoistisch,
Enttäuschung,
brutal und ohne Mitleid,
erschrocken, betroffen,
»es geht mir an die
Nieren«

Geschlechtsorgane/Blase
 

Sich schämen
gelähmter Wille, unerfüllte
Liebessehnsucht, sich
verletzt fühlen, Ungeduld,
Selbstmitleid, Angst auf
eigenen Füßen zu stehen,
beleidigt

 

 

Eine weitere wichtige Ursache für die energetische Blockade des Energiestoffwechsels sind Störfelder im Bereich des Darmes und der Zähne. Auch eine falsche und mangelhafte Fütterung führt zu einer Fehlfunktion von Darm und Schleimhäuten (Werthmann, 1998).

 

Eine fortschreitende Zerstörung der Schleimhaut mit Dysbiose der Mikroorganismen resultiert schließlich in dem Syndrom des „durchlässigen Darmes“ (engl. „leaky gut syndrome“). Dies bedeutet, dass die Darmschleimhaut durchlässig wird für Chemikalien, Bakterien, Pilze und Parasiten und nicht mehr ausreichend resorbieren und ausscheiden kann.

 

Neben emotionalen Ursachen führt vor allem die Ernährung mit artfremden tierischen Eiweißen (z.B. Kuhmilcheiweiß in Fohlenmilch und Fohlenstarter) bereits im Fohlenalter zunächst zu einer chronischen Entzündung der Schleimhäute und nachfolgend schließlich zur Degeneration (Atrophie). Da der größte Teil des immunologisch aktiven Gewebes im Bereich des Darmes angesiedelt ist, hat eine chronische Funktionsstörung der Darmschleimhaut immer auch eine gestörte Immunfunktion zur Folge.

 

Die Energiemeridiane, die den Magen und den Darm versorgen, haben darüber hinaus einen intensiven Bezug zu den Zähnen vor allem im Backenzahnbereich. Werden diese Meridiane durch tote oder chronisch entzündete Zähne blockiert, hat dies direkte Auswirkungen auf die energetische Versorgung der inneren Organe.

 

Einen weiteren, sehr wichtigen Einfluss stellen auch die Belastungen durch Schwermetalle dar. So ist Quecksilber Bestandteil des Thiomersal, das in vielen Impfstoffen und anderen häufig eingesetzten Tierarzneimitteln als Konservierungsmittel enthalten ist. Quecksilber wird in den Zellen des Nervensystems, der Nieren und auch des Dickdarmes abgelagert und blockiert dort wesentliche Mechanismen des energetischen Stoffwechsels. Daher weist das homöopathische Arzneimittelbild von Quecksilber (lat. "Mercurius") auch besonders Bezüge zu den genannten Organen auf.

 

Auch bereits bei Fohlen ist die Belastung mit Schwermetallen oftmals ein Problem, da sie tranzplazentar oder über die Milch von der Mutterstute übertragen werden können.  

 

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Konventionelle Therapie mit Antimykotika

 

Zur konventionellen Behandlung von Candidamykosen werden Antimykotika, wie z.B. Nystatin, systemisch oder lokal verabreicht. Antimykotika wirken zumeist fungistatisch, indem sie mit Sterinen in der Zellmembran der Hefen reagieren. Hierdurch werden die Moleküle zu wassergefüllten Kanälen angeordnet, und es erfolgt ein Substanzverlust an Zuckern, Ionen, Aminosäuren, Nukleinsäuren, etc. Dieser Mechanismus erklärt die selektive Wirkung von Antimykotika auf Hefen und Pilze, da tierische Zellen in der Membran Cholesterin enthalten, aber keine Sterine.

Somit besteht die primäre Wirkung der Antimykotika nicht darin, Candida abzutöten, sondern die zellwandhaltige Form von Candida in eine energiearme, zellwandfreie CWD-Form umzuwandeln.

 

Da wesentliche Mechanismen des Immunsystem jedoch auf die Zellwand von Mikroorganismen ausgerichtet sind, sind die nach wie vor pathogenen Candida durch die Anwendung von Antimykotika für das Immunsystem nur noch sehr eingeschränkt erkennbar. Daher kann eine Antimykotika-Therapie zwar den Stoffwechsel entlasten und die klinische Symptomatik bessern, die Milieuverschiebung wird dadurch jedoch nicht behoben.

 

Bei einer intakten Darmschleimhaut werden Antimykotika nach oraler Aufnahme nicht aus dem Darm resorbiert. Gerade bei chronisch kranken Patienten mit einer Candidamykose ist diese Schleimhaut jedoch sehr stark durchlässig. Dies hat zur Folge, dass Antimykotika bei solchen Patienten die ohnehin vorhandenen Stoffwechselblockaden und -entgleisungen noch verstärken können. Vor allem nach systemischer Anwendung von Antimykotika in Form von Injektionen kann es zur irreversiblen Schädigung von Lysosomen-Membranen in Nierentubuluszellen, zur Suppression des Knochenmarks, zu Fieber und anaphylaktoiden Reaktionen kommen, sowie in seltenen Fällen auch zu neurotoxischen und hepatotoxischen Effekten.

 

Antimykotika sollten daher nur im Notfall z.B. bei lebensbedrohenden systemischen Mykosen eingesetzt werden. Anschließend sollten die durch diese Therapie verursachten Schäden durch naturheilkundliche Maßnahmen wieder beseitigt werden.

 

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Die Beziehung von Candida zu Schwermetallen

 

Candida hat eine sehr enge Beziehung zu Belastungen mit Schwermetallen (Rau, 1998); einerseits blockieren Schwermetalle zelluläre Atmungsvorgänge, so dass ein energiearmes Milieu entsteht, in dem sich die Hefen gut vermehren können, andererseits bindet Candida Schwermetalle und leitet sie aus dem Körper aus. Dabei gehen die Schwermetalle mit bestimmten Peptiden (2 -11 Aminosäuren), die „Phytochelatine“ genannt werden und die nicht nur in Candida, sondern auch in Algen, Flechten und vielen Pflanzen vorkommen, eine Chelatbindung ein. Daher werden z.B. Arzneimittel aus Grünalgen oder Flechten auch zur Ausleitung von Schwermetallen eingesetzt.

Werden Candidamykosen jedoch mit Antimykotika behandelt, hat dies zur Folge, dass nicht nur die Zellwandsynthese, sondern auch der Aminosäurenstoffwechsel der Hefen behindert wird. Als Folge wird ihre Ausleitungsfähigkeit für Schwermetalle stark reduziert.

 

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Die isopathisch-homöopathische Therapie von Mykosen, verursacht durch Candida und andere Hefen und Pilze

 

Eine isopathisch-homöopathische Therapie von Mykosen funktioniert gut, solange der Stoffwechsel in der Lage ist, diese Regulation auch umzusetzen. Das Ziel dieser Therapie ist, die Pilze und Hefen abzubauen und aus dem Körper auszuleiten. Da Candida zur Vermehrung jedoch ein sehr energiearmes Milieu benötigt, ist zur erfolgreichen Therapie auch immer eine energetische Behandlung des Tieres und seiner Umgebung erforderlich (siehe Seite zur energetischen Pferdemedizin).

 

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Literatur

Elmau, H.: Bioelektronik nach Vincent und Säuren-Basen-Haushalt in Theorie und Praxis. Haug, 1985

Klinghardt, D.: Lehrbuch der Psycho-Kinesiologie. Ein neuer Weg in der psychosomatischen Medizin. 3. Auflage, Bauer, 1999  

Mattman, L.H.: Cell Wall Deficient Forms – Stealth Pathogens. 3. Auflage, CRC, 2001

Rau, Th.: Candida – Freund und Helfer oder Feind. SANUM-Post Nr. 43, 18-20, 1998

Schneider, P.: SANUKEHL-Präparate zur Ausleitung zellwandfreier Bakterienformen - eine spezifische Erweiterung der isopathischen Therapie. SANUM-Post Nr. 54, 2-6, 2001

Schneider, P.: Gedanken altern nicht. 3. Auflage, Books on Demand, 2010

Werthmann, K.: Ratgeber für Allergiker und chronisch Kranke - Vorbeugung und Behandlung, ebi, 1998 (erhältlich beim Semmelweis-Verlag, Hoya)


 

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