Energiestoffwechsel und Milieutherapie

neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse

von

Dr. Dr.
Peter Schneider

Tierarzt und Anthropologe
Maldonado, Uruguay; Email: peter@pferdemedizin.com

Homepage: http://www.pferdemedizin.com

Kontakt: per Email oder Telefon (04251 7524, zum deutschen Festnetztarif)

 

 das Buch zur Homepage: "Gedanken altern nicht"
(3. erw. Auflage 2010, ISBN: 978-3-8334-5446-2)

 "Leitfaden für eine naturheilkundliche Brustkrebstherapie"
(2. Auflage 2008, ISBN: 978-3-8334-9271-6)

  elektronische Bücher (eBooks)

 

© 2002 by Peter Schneider

 

Alle lebenden Organismen verwenden ATP (Adenosin-Triphosphat) zur chemisch-stofflichen Umwandlung von Energie. Grüne Pflanzen fangen Sonnenenergie ein und wandeln sie mit Hilfe der Photosynthese um. Unter Einwirkung dieser Energie werden Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße produziert, die als Nahrung für Menschen und Tiere dienen.

Im Stoffwechsel werden diese Nährstoffe abgebaut, und die gewonnene Energie wird als ATP gespeichert. In unserer modernen Ernährung wird ein großer Teil der Energie aus tierischem Eiweiß gewonnen. Diese Art der menschlichen Ernährung ist in großem Umfang wahrscheinlich erst im Lauf der letzten Eiszeit entstanden, als nicht genügend Pflanzen für die Ernährung zur Verfügung standen.

Natürlich eignet sich Gras, das von Pferden, Kühen und anderen Pflanzenfressern gut verwertet werden kann, nur sehr schlecht für die menschliche Ernährung. Jedoch wäre unter den heutigen Klimaverhältnissen, bei denen in vielen Klimazonen ein üppiges Pflanzenwachstum möglich ist, eine direkte Ernährung auf pflanzlicher Grundlage die Lösung für viele globale Ernährungsprobleme.

So würde z.B. ein Morgen Land, wenn er mit Hafer direkt für die menschliche Ernährung bebaut würde, 8mal mehr Eiweiß und 25mal mehr Energie produzieren als auf dem Umweg über das Vieh.

Vor 2000 Jahren wurde die Erde von ca. 300 Millionen Menschen bewohnt, und es dauerte 1800 Jahre, bis die Bevölkerung auf 1 Milliarde angewachsen war.

Die Zunahme von 5 auf 6 Milliarden Menschen im Jahr 2000 dauerte jedoch nur 12 Jahre, und Schätzungen gehen davon aus, dass die Erde unter Beibehaltung des gegenwärtigen Bevölkerungswachstums im Jahr 2050 von 9,7 Milliarden Menschen bewohnt sein wird (Hochrechnung der Vereinten Nationen aus 2015).

Es lässt sich jedoch leicht berechnen, dass diese Schätzungen ziemlich optimistisch sind: um die Jahrtausendwende lebten auf der Erde ca. 6 Milliarden Menschen, im Jahr 2011 waren es 7 Milliarden.

Dies bedeutet, dass die Weltbevölkerung gegenwärtig alle 7 Jahre um ca. 10% wächst. Bei diesem Wachstumstempo wird die Zahl von 9 Milliarden Menschen folglich bereits um das Jahr 2030 erreicht sein.

Es findet derzeit also offenbar ein "Wettlauf zwischen Pflug und Storch" statt: bei einer Zunahme der Weltbevölkerung auf jeweils das Doppelte wird jeweils das 4-Fache an Agrarprodukten, das 6-Fache an Energie und das 8-Fache an globaler Wirtschaftskraft benötigt.
Von diesen Bedarfszahlen ist das derzeitige reale Wachstum nach FAO-Untersuchungen, die über die letzten 30 Jahre durchgeführt wurden, jedoch noch meilenweit entfernt.

Nach dem Weltenergieausblick 2011 der OECD ist die globale Energieversorgung bald nicht mehr gesichert DIE WELT von 10. November 2011. In Zukunft wird für die Weltbevölkerung auch gutes Trinkwasser sehr knapp werden. In vielen Produkten, die wir kaufen, ist Wasser versteckt - Wasser das wir verbrauchen, auch wenn wir es nicht trinken ("Das verborgene Wasser").

Zur Gewinnung von 450 g Rindfleisch werden ca. 9000 Liter Wasser verbraucht; um einen Laib Vollkornbrot von gleichem Gewicht herzustellen, werden nur etwas mehr als 500 Liter benötigt (siehe auch den Artikel "Rindfleisch ist der Kaviar der Zukunft"). Fast die Hälfte des Wasserverbrauchs in den U.S.A. dient jedoch dem Anbau von Futtermitteln und nicht direkt der menschlichen Ernährung.

Übrigens zeigte eine Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums über 21 Jahre, dass Vegetarier länger leben als Nichtvegetarier (DIE WELT vom 18. April 2008). Außerdem schont eine vegetarische Ernährung die Umwelt (AID, 2012).

Wie die moderne Wissenschaft zeigt, sind die Zellen von Menschen, Tieren und Pflanzen während der Evolution aus "verstaatlichten" Bakterien entstanden (s.a. die Seiten über die "bakterielle Endosymbiose der Zellen" und die "Gaia-Symbiose" auf dieser Homepage).

Daher zeigt auch das Wachstumsverhalten der menschlichen Bevölkerung eine gewisse Ähnlichkeit mit demjenigen von Bakterien.
Das Wachstum von Bakterien in einem Kulturmedium lässt sich in vier Hauptphasen einteilen, die im wesentlichen vom Nährstoffangebot abhängen:

  • Adaptations- oder Lag-Phase: in dieser Phase adaptieren sich die Bakterien an ihre Umgebungsbedingungen; am Ende dieser Phase beschleunigt sich das Wachstum (Beschleunigungsphase)

  • Logarithmische Vermehrungsphase: in dieser Phase verdoppelt sich die Bakterienzahl in einer bestimmten Zeiteinheit; am Ende dieser Phase verzögert sich das Wachstum (Verzögerungsphase)

  • Plateauphase: bedingt durch die relative Verknappung des Nährstoffangebotes halten sich die Vermehrungs- und die Absterberate die Waage

  • Absterbephase: da die Nährstoffe im Kulturmedium aufgebraucht sind, beginnen die Bakterien abzusterben.

Natürlich lässt sich dieses Wachstumsverhalten von Bakterien nicht direkt auf das menschliche Populationswachstum übertragen. Dennoch wird die Lösung des Bevölkerungsproblems bei gleichzeitiger Verknappung der Ressourcen eine der größten Herausforderungen sein, die die Menschheit jemals zu meistern hatte.

Für die Zukunft ist ein vernünftiger und ökonomischer Umgang mit den bestehenden Ressourcen eine unabdingbare Notwendigkeit. Da ein kranker Organismus sehr viel mehr Ressourcen verbraucht als ein gesunder, muss in der Therapie von chronischen Erkrankungen ein regulativer, ganzheitlicher Weg beschritten werden. Der bisher in der konventionellen Medizin eingeschlagene Weg der Unterdrückung von Erkrankungssymptomen ist zukünftig volkswirtschaftlich nicht mehr tragbar.

Grundlagen des Energiestoffwechsels

 

In biologischen Systemen wird Energie durch schrittweise Oxidation der verschiedenen Intermediärprodukte (Substrate) des Stoffwechsels gewonnen. In der ersten Phase der biologischen Oxidation werden die Substrate dehydriert, d.h. es wird ihnen Wasserstoff entzogen. Dieser Wasserstoff bzw. seine Elektronen werden anschließend von einer Serie hintereinander geschalteter Enzymsysteme übertragen. Erst in der Endphase kommt es zur Oxidation unter Beteiligung des Atmungssauerstoffs, der die Elektronen des Wasserstoffs aufnimmt. Bei dieser Bildung von Wasser wird Energie gewonnen. Das sehr komplexe Zusammenspiel der Enzymsysteme der biologischen Oxidation wird als „Atmungskette“ bezeichnet.

 

Die am Wasserstoff- und Elektronentransport beteiligten Enzyme und Cosubstrate der Atmungskette sind Redoxsysteme, deren elektrische Potentiale experimentell bestimmt werden können.

In den Säugetierzellen ist die Atmungskette in der inneren Membran der Mitochondrien lokalisiert. Diese Organellen werden daher auch als „Kraftwerke“ der Zelle bezeichnet.

Die Wasserstoff- und Elektronen-übertragenden Enzyme lassen sich in fünf Komplexe einteilen. Die Komplexe I, III und IV sind mit je einem Protonentransportsystem verknüpft. Diese „Protonenpumpen“ sind so angeordnet, dass Wasserstoff-Ionen (Protonen) nur in eine Richtung gepumpt werden können. Durch diesen Vorgang entsteht über der Mitochondrienmembran eine elektrische Spannung (Potentialdifferenz).

Der fünfte Komplex enthält schließlich einen aus wasserabstoßenden Eiweißen gebildeten Protonenkanal für den Rücktransport von Wasserstoff-Ionen (H+-Ionen) in die Mitochondrienmatrix.

Durch den Transport des Wasserstoffs bzw. der Elektronen über die Enzyme der Atmungskette wird erreicht, dass die gewonnene Energie nicht auf einmal in Form einer Explosion freigesetzt wird, sondern in kleinen Teilmengen. Außerdem entsteht die freigesetzte Energie nicht vollständig als Wärme, sondern sie wird in Form von chemischer Energie (ATP) gespeichert, die bei Bedarf verwendet werden kann. Zwischen Sauerstoff-Verbrauch und ATP-Bildung besteht also eine enge Beziehung.

 

ATP-Synthase – ein System elektrostatischer Mikromotoren

 

Durch den Aufbau des Protonengradienten zwischen Innen- und Außenseite der Mitochondrienmembran entsteht nicht nur eine pH-Differenz von 1,4 Einheiten, sondern auch ein elektrochemischer Gradient (außen +, innen -) mit einer Spannung von ca. 200 mV. Die damit gewonnene Energie wird zur Synthese von ATP aus ADP (Adenosin-Diphosphat) und anorganischem Phosphat genutzt.

Das Enzym, das diese Synthese katalysiert, wird ATP-Synthase genannt. Das Enzym ist ein Teil eines grundlegendes Energiespeichermediums, und es besitzt bei Bakterien, Pflanzen, Tieren und Menschen eine sehr ähnliche chemische Struktur.

Erst in den letzten Jahren ist die Aufklärung der Funktionsweise dieses Enzyms durch den Amerikaner P.D. Boyer, den Briten J.E. Walker und den Dänen J.C. Skou gelungen. Sie erhielten für ihre Arbeiten im Jahr 1997 den Nobelpreis für Chemie.

Der Aufbau des großen Enzymkomplexes der ATP-Synthase (Größe ca. 500 kD) ist in der nächsten Abbildung dargestellt (aus der Internetseite der Nobel-Foundation: http://nobelprize.org).

 

 

Einen umfassenden Überblick über den Aufbau und die Funktion der ATP-Synthase gibt ein Artikel von M. Yoshida, E. Muneyuki u. T. Hisabori: „ATP Synthase - a marvellous rotary engine of the cell“, Nature Reviews, Molecular Cell Biology, Vol. 2, 2001.

Nach neuer naturwissenschaftlicher Auffassung kann das Enzym als Komplex aus zwei Mikromotoren angesehen werden: den durch ATP angetriebenen Motor F1 und den durch Protonen angetriebenen Motor F0. Die physikalische Rotation bei der enzymatischen Katalyse ist ein neu entdecktes Phänomen und bisher für kein anderes Enzym bekannt.

Der Motor F0 sitzt in der Mitochondrienmembran und enthält den Protonenkanal; der Motor F1 enthält drei katalytische Bereiche (α, β und γ), die enzymatische Reaktionen bewerkstelligen. Beide Motoren drehen sich nach neuer Erkenntnis in entgegengesetzter Richtung.

Der F0-Motor ähnelt sehr stark dem sog. „Wankelmotor“, den der deutsche Ingenieur Felix Wankel 1957 erfand und der von der japanischen Firma Mazda seit 1967 im Automobilbau kommerziell eingesetzt wird. Der Motor ist klein, leicht, laufruhig und einfach konstruiert. Er verwandelt Treibstoff direkt in Rotationsenergie.

Beim Fluss von Protonen durch F0 wird wie bei einem Elektromotor ein Drehmoment erzeugt, der das ganze Gebilde in Rotation bringt. Je nach Drehgeschwindigkeit dieses F0-Motörchens (also je nach dem Grad der Säurebildung) wird viel oder wenig ATP freigesetzt (Elston et al., Nature 391, 1998). Die Differenz an freier Energie, die als Protonen durch diesen Motor über die Mitochondrienmembran fließt, reicht aus, um 3 Moleküle ATP aus 12 Protonen zu gewinnen. Dies ist ein sehr hoher Wirkungsgrad.

Nach naturheilkundlicher Auffassung vereinigt das Enzym die beiden Aspekte Yin und Yang in einem gemeinsamen System. Die ATP-Synthase als elektrostatischer Motor ist darüber hinaus ein wichtiges Bindeglied zwischen der materiellen Ebene und der höheren vitalenergetischen Ebene der Menschen und Tiere. Auf der vitalenergetische Ebene wird die Energie innerhalb der Körpers auf den Energiemeridianen transportiert. Weitere Einzelheiten sind in dem Buch "Gedanken altern nicht" beschrieben.

Nach Harold Saxton Burr, der über 43 Jahre an der renommierten amerikanischen Yale University School of Medicine die Fächer Anatomie und Neuroanatomie lehrte, ist jedes Lebewesen von einem elektrodynamischen Feld umgeben, das mit Hilfe moderner elektrostatischer Voltmeter gemessen werden kann (“Blueprint for Immortality: The Electric Patterns of Life“, The C.W. Daniel Company Ltd., 6. Aufl., 2000). Dieses Feld kontrolliert und steuert wesentliche Stoffwechselvorgänge und kann zur Diagnose von Krankheiten bei Menschen, Tieren und Pflanzen herangezogen werden.

Es ist somit davon auszugehen, dass das elektrodynamische Feld der Tiere und Menschen einen direkten Einfluss auf ihren Energiestoffwechsel besitzt!

Regulation der Zellatmung

Die Produktion von ATP wird bei einem Energieüberschuss gebremst. Bei einer hohen ATP-Menge und bei niedrigen ADP-Konzentrationen sinkt der Sauerstoff-Verbrauch bis auf 5 - 10% der Maximalwerte. Bei einem sehr starken Überschuss von ATP kann sich der Fluss der Atmungskette sogar umkehren.

Wird die in Form von ATP gespeicherte Energie im Stoffwechsel benötigt, wird ATP wieder enzymatisch gespalten. Die Spaltung erfolgt, indem die Moleküle des F1-Motors ihre Formation ändern und die Drehzahl dieses Motors erhöht wird.

Zusätzlich wird die ATP-Spaltung über den pH-Wert gesteuert. Bei einem sauren pH von 6,5 wird der Spaltungsvorgang gehemmt, bei einem alkalischen pH jedoch nicht.

Dies bedeutet, dass bei einer starken Verschiebung des Milieus im Bindegewebe durch Übersäuerung eine ATP-Spaltung und somit auch eine Verwertung der gespeicherten chemischen Energie beeinträchtigt ist.

Eine Kontrolle von Atmung und ATP-Bildung kann darüber hinaus auch über die Regulation der anderen Enzymkomplexe der Atmungskette erfolgen.

Ein blockierter Energiestoffwechsel und ein krankhaft verschobenes Milieu in den Körpergeweben lassen sich mit Hilfe der ganzheitlich-energetischen Pferdemedizin gut regulieren.

 

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