Pferdenachrichten

von

Dr. Dr.
Peter Schneider

Tierarzt und Anthropologe

Maldonado, Uruguay; Email: peter@pferdemedizin.com
Homepage: http://www.pferdemedizin.com

Beratung: per Email oder Telefon (04251 7524, zum deutschen Festnetztarif)

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 das Buch zur Homepage: "Gedanken altern nicht"
(3. erw. Auflage 2010, ISBN: 978-3-8334-5446-2)

  elektronische Bücher (eBooks)

 

© 2009 by Dr.Dr. Peter Schneider

23.11.2011

Vorsicht Resistenzen - Maßnahmen zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes

(aid) - Tiere bleiben genauso wie Menschen nicht immer ihr Leben lang gesund. Je nach Krankheit und Krankheitsverlauf ist der Einsatz von Medikamenten unabdingbar. Doch welches Medikament ist das Richtige? Immer noch zu schnell und zu oft werden Antibiotika eingesetzt und das Risiko einer Resistenzentwicklung in Kauf genommen mit der Folge, dass bestimmte Antibiotika nicht mehr wirken, auch nicht mehr in der Humanmedizin. Ziel der EU und auch des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist es, durch Aufklärung und bessere Datenerhebung und Nutzung eine Minimierung der verabreichten Antibiotika-Mengen zu erreichen.

 

Zwölf konkrete Maßnahmen im Rahmen des Aktionsplans zur Abwehr der Antibiotikaresistenz hat die EU-Kommission am 17. November 2011 bekannt gegeben, die in den nächsten fünf Jahren greifen sollen. Dazu gehören u. a. eine Verschärfung der EU-Rechtsvorschriften für Tierarzneimittel und Fütterungsarzneimittel, die Einführung von Empfehlungen zum umsichtigen Antibiotikaeinsatz in der Veterinärmedizin, Stärkung der Infektionsprävention und -kontrolle in Krankenhäusern, die Förderung der Bemühungen zur Bedarfsanalyse für neue Antibiotika in der Veterinärmedizin und eine Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Antibiotikaresistenz.

 

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat Mitte November 2011 ein nationales Maßnahmenpaket bekannt gegeben, um den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung transparenter zu machen, konsequent zu minimieren und Resistenzen zu verringern. Angekündigt wurde eine Änderung des Arzneimittelgesetzes und der DIMDI-Arzneimittelverordnung. Geändert und verschärft werden soll auch die Verordnung über tierärztliche Hausapotheken. Eine Arbeitsgruppe "Antibiotika-Resistenz" soll u. a. die Ergebnisse der Resistenz-Monitorings analysieren, Risikobewertungen vornehmen und Strategien für das Risikomanagement erarbeiten. 


Welche Gesetze und Verordnungen beim Einsatz von Tierarzneimitteln bereits jetzt einzuhalten sind, erläutert ausführlich das aid-Heft "Arzneimittelrecht für Nutztierhalter". Es beantwortet alle wichtigen Fragen zu dem Thema, von der Definition eines Arzneimittels über die Zulassungs- und Anwendungsvorschriften bis zu den Nachweispflichten des Tierhalters. Zudem spricht es die geltenden Regelungen zur Abgabe von Arzneimitteln durch den Tierarzt an, zur Bevorratung und zur richtigen Lagerung im Betrieb.

 

Quelle: www.aid.de

 

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02.11.2011

Winterpflege für die Weide - Nach dem Weideabtrieb ist vor der Winterruhe

(aid) - Wie alle Grünlandflächen sollten auch Pferdeweiden winterfest gemacht und auf die Winterruhe vorbereitet werden. Der für Pferde typische kurze Verbiss der Grasnarbe, die Trittbelastung durch die Hufe und die selektive Futteraufnahme durch die Bevorzugung bestimmter Pflanzenarten führt zu einer starken Belastung von Pferdekoppeln. Das erfordert eine dauernde Beobachtung und entsprechende Bewirtschaftungs- und Pflegemaßnahmen.

 

Am Ende der Weidesaison sind die letzten Grasbestände abgefressen und die Vegetation begibt sich in den Winterschlaf. "Vegetationsruhe" nennt sich diese Zeit, in der der Frost die Pflanzen in die Winterpause zwingt.

 

Ähnlich wie beim Weideaustrieb existiert auch für den Weideabtrieb kein fester Termin. Witterungsbedingungen spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für den richtigen Zeitpunkt. Dabei gilt die Sorge weniger den Tieren, die bei Vorhandensein einer entsprechenden Schutzhütte und einer bedarfsgerechten Fütterung durchaus selbst starken Frösten trotzen können. Vielmehr dient der Weideabtrieb dem Schutz der Pflanzen: Wer im Herbst seine Tiere rechtzeitig von der Weide holt, der legt den Grundstein für einen kräftigen Neuaustrieb im nächsten Frühjahr.

 

Die Pflanzen sollten noch vor den ersten Frösten die Chance auf einen weiteren, ungestörten Aufwuchs haben. Denn die ausgelaugten Grasnarben fallen insbesondere in trockenkalten Wintern leicht dem Frost zum Opfer. Andererseits darf das Gras bei Winterbeginn auch nicht zu hoch stehen. Denn der erfrorene Aufwuchs legt sich wie ein filziger Überzug auf den Boden, der den jungen Gräsern im Frühjahr Licht und Luft raubt. Es gilt also, den goldenen Mittelweg zu finden.

 

Grundsätzlich sollten Weiden vom Mist befreit werden. Eine maschinelle Bearbeitung empfiehlt sich aber nicht, denn die Kontamination der Weidefläche mit den für die Pferde schädlichen Würmern kann zunehmen und wirkt damit kontraproduktiv. Sind starke Trittschäden entstanden, kann man diese mit der Wiesenwalze beseitigen. Da durch die Beweidung im Sommer Geilstellen entstanden sind, die von den Pferden nicht mehr abgefressen wurden, stehen diese Vegetationsareale jetzt im Herbst deutlich höher als der restliche Grasbestand. Ein letztes Mal in dieser Saison sollte daher zum Kreiselmäher oder zur Sense gegriffen und die betreffenden Stellen gemäht werden, damit das Gras mit einer einheitlich Länge von etwa fünf Zentimetern in den Winter gehen kann.

 

Auch wenn nach der Mahd größere Ausfallstellen hervortreten, ist eine Nachsaat zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sinnvoll. Die Vegetationsperiode ist bereits weitestgehend abgeschlossen, die Samen würden keine Chance mehr für ein Keimen erhalten.

Quelle: www.aid.de

 

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26.10.2011

Pferdehaltung - Mistentsorgung im Winter

(aid) - Pferdemist wird nach wie vor als Festmist gelagert. Insbesondere in den Wintermonaten nimmt die Höhe und Breite des Misthaufens enorm zu. Wer nicht großzügig geplant hat, kann hierbei in arge Bedrängnis geraten. Ein Ausbringen von Mist und Gülle außerhalb der Vegetationsperioden ist nämlich laut Gülleverordnung verboten.

Die Kompostierung von Pferdemist ist eine gute Recyclingmethode, erfordert jedoch eine gewisse Sachkenntnis, ist relativ aufwändig und außerdem nur selten behördlich gestattet. In jedem Fall muss vor der Errichtung einer Kompostierungsanlage eine Genehmigung beim zuständigen Ordnungsamt (Untere Naturschutzbehörde) eingeholt werden. Grundsätzlich ist es nämlich nicht gestattet, Mist in der freien Landschaft zu lagern - das gilt auch für Kompostmieten.

Wer auf Kompost als Dünger nicht verzichten möchte, der wendet sich an die Kompostierungswerke der Gemeinden. Das hat den Vorteil, dass die Inhaltsstoffe des Düngematerials bekannt sind und dieser Grunddünger anschließend gezielt mit Mineraldünger ergänzt werden kann.

Mist darf nur auf einer befestigten Mistplatte gelagert werden - selbiges gilt auch bei der Kompostierung! Darüber hinaus muss dafür Sorge getragen werden, dass Flüssigkeiten wie Jauche und Gülle nicht in den Boden sickern oder in das Oberflächenwasser gelangen können.
Im Außenbereich - betroffen sind hier beispielsweise Offenställe in der freien Landschaft - ist es ebenfalls unzulässig, einen ungesicherten Misthaufen anzulegen. Da jedes Bundesland über eine landesspezifische Verordnung verfügt (Länderhoheit), ist ein vorsorglicher Gang zum nächsten Landwirtschaftsamt unverzichtbar. Bei einem Verstoß gegen die Vorschriften muss mit empfindlichen Geldstrafen gerechnet werden. Besonders restriktive Auflagen existieren für Wasserschutz- oder Wassereinzugsgebiete, Überschwemmungsareale und Naturschutzgebiete.

Weitere Informationen: aid-Heft "Kompost in der Landwirtschaft", Bestell-Nr. 61-1476, Preis: 2,50 EUR, www.aid-medienshop.de www.kompost.de

Quelle: www.aid.de

 

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21.09.2011

Vorsicht bei Druse - Hochinfektiöse Pferdekrankheit

 

Druse ist eine hochinfektiöse, bakterielle Erkrankung der oberen Atemwege beim Pferd. Sie wird durch Streptokokken verursacht. Häufig in Folge einer Sekundärerkrankung wie Herpes oder Influenza auftretend, können Pferde jeden Alters betroffen sein. Die Ansteckung erfolgt als Tröpfcheninfektion von Pferd zu Pferd, aber auch der Mensch kann Überträger dieser Krankheit sein.

 

Nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von drei bis 14 Tagen sind häufig hohe Fieberschübe von bis zu  41 Grad Celsius zu beobachten. In der Folge schwellen die Lymphknoten am Kopf, in der Ohrspeicheldrüse und im Rachen stark an. Im schlimmsten Fall kann die Verengung des Rachenraumes lebensbedrohlich sein. Die Pferde haben starke Schluckbeschwerden und ein hohes Schmerzempfinden bei Berührung der betroffenen Stellen. Sie verweigern in diesem Stadium oft die Futteraufnahme, sind apathisch und weisen nicht selten eine gestreckte Halshaltung auf, um sich eine Linderung der Rachenschmerzen und Atemprobleme zu verschaffen.

 

Wenige Tage nach dem Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen bilden sich eitrige Abszesse an den Kehlgangslymphknoten, die häufig platzen oder vom Tierarzt geöffnet werden müssen. Durch das Austreten von cremig-gelbem Eiter bessern sich die klinischen Symptome, das Fieber sinkt, der Patient zeigt wieder deutlich mehr Lebensenergie und Appetit.

 

Komplikationen können auftreten, wenn sich die Abszesse in den Rachen oder die Luftsäcke entleeren, äußerlich in Einzelfällen an blutig-eitrigem Nasenausfluss zu erkennen. Es besteht dann die Gefahr, dass die Bakterien metastasieren, innere Organe befallen und schädigen (metastasierende Druse). Im weiteren Verlauf sind das Auftreten von Gewichtsverlust, Bauchwandödem, Atemnot und Anämie möglich.

 

Beim Auftreten der ersten Symptome sollte unverzüglich der Tierarzt gerufen werden. Boxenruhe und Isolation vom restlichen Tierbestand sind weitere, wichtige Maßnahmen. Die Fütterung mit weichem Futter ist zu empfehlen. Die Reifung der Abszesse kann durch Zug- oder Kampfersalbe, Rotlichtbehandlung und feucht-warme Kartoffelwickel beschleunigt werden. Ohne Komplikationen gilt die Druse nach durchschnittlich vier Wochen als ausgeheilt, der Patient sollte jedoch noch mindestens zwei Wochen nach seiner Genesung geschont werden.

 

Quelle: www.aid.de

Hinweis: ein eLearning-Kurs "Die naturheilkundliche Behandlung von chronischen bakteriellen Infektionen" findet sich auf www.naturheilseminare.com.

 

13.07.2011

Sommerzeit - Zeckenzeit: Pferde mit Essigwasser schützen

 

(aid) - Mit jedem Zeckenbiss steigt für das Pferd die Gefahr einer Borreliose-Erkrankung. Ein einfacher, aber wirkungsvoller Schutz vor Zeckenbefall ist die Verwendung von Essigwasser. Bei einem Mischungsverhältnis von 1:10 sollte das Pferd täglich mit Hilfe eines Schwamms komplett eingerieben werden. Eine Erhöhung des Essiganteils ist denkbar, sollte aber in Maßen erfolgen - denn ein Zuviel an Essig schadet der Pferdehaut.

 

Die Wirkung beginnt bei täglicher Anwendung in der Regel innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen. Positiver Nebeneffekt: Das Essigwasser hilft auch bei Insektenstichen, stillt den Juckreiz und dient zur Erfrischung nach dem Reiten.


Sollte das Pferd dennoch eine Zecke aufweisen, so entfernt man diese am besten mit einer Pinzette, Zeckenzange oder einer so genannten Zeckenkarte. Diese sollte dicht über der Haut angesetzt werden, um dann die Zecke vorsichtig herausziehen zu können. Das Herausdrehen des Zeckenkörpers ist nicht erforderlich. Auch bei der vorherigen Beträufelung mit Öl handelt es sich um einen Irrglauben, der sogar schädliche Konsequenzen herbeiführen kann: Es existiert die Vermutung, dass die Zecken bei einer solchen Behandlung zu ersticken drohen und dann ihren schädlichen Erregerwirkstoff in die Wunde des Wirtstieres abgeben. Die gleiche Gefahr besteht, wenn die Zecke beim Heraushebeln zu stark gequetscht wird. Eine entsprechende Vorsicht bei der Entfernung dieser Tiere ist also geboten.

 

Quelle: www.aid.de; siehe auch den Beitrag "Ein Rezept für ein Ausleitungs- und Insektenspray"

 

22.06.2011

Pferdezucht - Was bedeutet das Ende des ermäßigten Steuersatzes?

(aid) - Bis Mai 2011 konnten Pferde mit dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent verkauft werden. Seit der Europäische Gerichtshof (EuGH) am 12. Mai entschieden hat, dass der ermäßigte Steuersatz auf Pferde in Deutschland nicht mehr angewendet werden darf, gilt der Normalsatz von 19 Prozent auch beim Pferdehandel. Das wird auf alle Lieferungen von lebendigen Pferden angewendet, unabhängig von ihrer Bestimmung. Die Folgen für die Pferdezucht seien noch nicht absehbar, kommentiert Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer des Bereichs Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Warendorf, die Entscheidung. "Dieses Urteil wird sich auf jeden Fall nachteilig auswirken. Dass in der momentan wirtschaftlich schwierigen Situation zwölf Prozent mehr Belastung an den Endverbraucher weitergegeben werden, wird gravierende Folgen für unsere Züchter und Pferdehalter haben."

 

Für die Pferdezüchter bedeutet die jüngste Entscheidung, dass sie entweder den Endverkaufspreis bei der Vermarktung von Fohlen, Jährlingen oder gerittenen Sportpferden um zwölf Prozentpunkte anheben oder Einbußen in Kauf nehmen müssen. Denn falls der auf diese Weise erhöhte Preis am Markt nicht zu erzielen ist, vermindert der Aufschlag automatisch die Verdienstspanne des Züchters oder Pferdeverkäufers. Insbesondere bei teuren Auktions- und Sportpferden, die für fünf- bis siebenstellige Summen gehandelt werden, kann der Aufschlag schnell mehrere tausend Euro betragen. Doch angesichts der vergleichsweise niedrigeren Verdienstspanne wird es für Züchter und Aufzüchter zukünftig noch schwieriger, junge Pferde im niedrigeren Preissegment mit Gewinn zu vermarkten.


Decktaxe, Stutenhaltung, Futter, Tierarztkosten und Aufzucht schlugen schon vor der Anhebung des Steuersatzes derart zu Buche, dass für viele Zuchtbetriebe eine Gewinnerzielung ohnehin nur über die Jahre im Durchschnitt zu erreichen ist.

 

Quelle: www.aid.de

 

08.06.2011

Pferdehaltung - Auf gute Heuqualität achten

(aid) - Vielerorts ist der erste Grasschnitt bereits zu Heu gepresst. Worauf kommt es gerade für die Pferdefütterung bei der Auswahl des Heus an? Aufgrund der speziellen Anforderungen des Verdauungsapparates des Pferdes sollte darauf geachtet werden, dass eine ausreichende Versorgung mit gutem, blattreichem Heu sichergestellt wird.

Heu ist für Pferde das wichtigste Futtermittel. Es kann ansonsten schnell zu Erkrankungen oder Leistungseinbußen kommen. Auch Rückenprobleme bei Sportpferden sind oftmals die Folge von Störungen im Darm. Gutes Heu ist nicht ganz billig, doch die Investition lohnt sich meist für die Pferdebesitzer, denn mögliche Tierarztkosten schlagen ebenso zu Buche. Hochwertiges Heu ist vor allem auch staubarm, was wiederum mit den Witterungsbedingungen bei der Ernte zusammenhängt. Bei zu nassen Bedingungen kann es zu Schimmelbefall nach der Ernte kommen.

Auch der Erntetermin spielt eine Rolle: Je früher geerntet wird, desto eiweißreicher und rohfaserärmer ist das Heu und umgekehrt. Der optimale Erntezeitpunkt ist außerdem von der Düngung abhängig. Sie beeinflusst die Wuchshöhe des Grases und damit auch den Rohfasergehalt. Früher wurde für die Fütterung von Arbeitstieren stets nach der Blüte gemäht. Für Sportpferde heutzutage ist zu bedenken, dass spätes Heu zwar sehr eiweißarm, aber eben auch energiearm und die Rohfaser im Dickdarm schlechter verdaulich ist. Auch die Wasserbindung im Darm ist eingeschränkt und es kann zu Kotwasser kommen. Ungedüngte Flächen bringen auch noch nach der Blüte weiches, blattreiches Heu hervor. Deshalb: je mehr gedüngt wurde, desto früher die Ernte.

Pferdehalter können die Heuqualität leicht testen. Wenn Heu in der Handfläche beim Zusammendrücken bereits in der Handfläche unangenehm stichelt, ist es für Pferde nicht ideal geeignet. Gutes Heu hat eine grüne Farbe und ist blatt- und kräuterreich und duftet typisch nach Heu. Pensionspferdehalter sollten die Heuqualität im Auge behalten, aber auch berücksichtigen, dass es Stallbetreibern witterungsbedingt nicht immer möglich ist, optimales Heu zu ernten oder zu beziehen. Lediglich offensichtlich schimmeliges, feuchtes oder muffiges Heu muss sofort aus der Pferdebox entfernt werden.

 

Quelle: www.aid.de

 

18.05.2011

Stubenreine Pferde - Österreicher erfindet Belohnungssystem

(aid) - Pferdemist zu entsorgen ist ein Problem, seit es die Pferdehaltung in Ställen gibt. Experten, Reiter und Stallbesitzer diskutieren über das Thema kontrovers: Die einen plädieren für das tägliches Ausmisten zur Schonung der Hufe und der Lungen, andere wiederum vertreten vehement die so genannte "Matratzenstreu", bei der der Mist für eine oder mehrere Wochen in der Box belassen wird und somit eine mehr oder weniger komfortable Schicht bilden soll. Angesichts dieser wenig ausgeprägten technischen Innovationen, hat ein österreichischer Ingenieur jahrelang an einer Verbesserung getüftelt.
Es wäre eine Revolution in den Pferdeställen, wenn es wirklich gelänge, die Idee von Alexander Kronsteiner und seines Co-Erfinders Hermann Sonnleitner in der Praxis zu verbreiten: das stubenreine Pferd. Wie Katzen im Haus sollen Pferde nach seinem Konzept fortan nur noch auf eine Stelle misten. Und zwar dort, wo zuvor in der Box ein Gitterrost angebracht wurde, unter dem sich eine Auffanggrube befindet.
Aber warum sollte das Pferd das tun? Kronsteiners List: Das Pferd soll Futter zur Belohnung erhalten, just in dem Augenblick, in dem es (zunächst zufällig) seinen Mist auf das Gitterrost und damit in die Grube fallen lässt. Konditionierung wird das in der Fachsprache genannt. In der Grube sind Wärmesensoren und Kameras angebracht, die dem Futterautomaten in Sekundenschnelle die Nachricht vom erfolgten Geschäft übermittelt. Dieser wirft dann eine kleine Menge Hafer oder Pellets ab, die per Computersteuerung von der normalen Tagesration abgezogen wird. Nach einiger Zeit lernt das Pferd durch positive Verstärkung, dass es sich lohnt, an eine bestimmte Stelle zu äppeln. Als Vorteile für das so genannte "K-Boxs"-System werden von den Erfindern die Reduzierung des täglichen Aufwandes für die Boxenpflege, die Einsparung von Einstreu, die Verbesserung der Hygiene sowie der Luftqualität genannt.
Außerdem blieben die Pferde sauberer, da sie sich nicht mehr in ihrem eigenen Mist wälzen könnten. Wie lange es dauerte, die Pferde an das System zu gewöhnen, ist wahrscheinlich von der Lernbereitschaft des einzelnen Pferdes abhängig. Doch die Tests zeigen, dass es offenbar funktioniert. Nun sucht der Erfinder nach Unternehmen, die seine Idee aufgreifen und vermarkten. Seine Vision: Die Idee setzt sich durch und Pferde werden zukünftig zur Stubenreinheit erzogen.

 

Quelle: www.aid.de

 

20.04.2011

Weidehaltung - Pferde brauchen stabile Zäune

(aid) - Pferde, Rinder und Schafe sehen wir am liebsten draußen auf der Weide. Pferde werden oft ganzjährig auf die Weide gelassen, denn das entspricht ihrem natürlichen Bewegungsdrang. Umso wichtiger ist ein ausreichend sicherer Weidezaun. Einerseits muss er genügend Hütesicherheit bieten, andererseits gut sichtbar und entsprechend hoch sein. Für Pferdeweiden eignen sich Stabilzäune aus Holzstangen besonders gut. Allerdings ist der Material- und Montageaufwand hoch. Die Pfähle werden im Abstand von 3 bis 4 Metern gesetzt und mit Holzlatten in mehreren Ebenen verbunden. Straff gespannte Gummibänder oder Kunststoffrohre sind ebenfalls geeignet. Als zusätzliche Sicherung sollte ein Elektrozaun vorgelagert werden, um ein Eindrücken des Stabilzauns zu erschweren, wenn die Pferde außerhalb des Zaunes Futter suchen oder sich an den Stangen scheuern wollen.

In der Pferdhaltung setzen sich zunehmend Festzaunsysteme mit stromführenden Leitern durch. Sie bieten neben der mechanischen Hütewirkung gleichzeitig eine elektrische Abschreckung. Der Materialaufwand ist geringer und die Montage einfacher als bei Stabilzäunen. Der Handel bietet komplette Systeme mit gut sichtbaren Pfählen, Isolatoren und meistens Breitbändern an. Bei der Montage ist vor allem auf die den Pferden angepasste Zaunhöhen zu achten, damit sie nicht übersprungen werden. Richtwerte für die Höhen der stromführenden Leiter nennt das aid-Heft "Sichere Weidezäune". Es erläutert Vor- und Nachteile unterschiedlicher Zaunsysteme für verschiedene Tierarten und enthält rechtliche Grundlagen.

 

Quelle: www.aid.de

 

08.01.2011

Beratungspreis bei pferdemedizin.com bleibt auch im Jahr 2011 konstant günstig

Seit 2009 führt der Tierarzt Dr.Dr. Peter Schneider (pferdemedizin.com) die Beratung von Patientenbesitzern per Email und Telefon durch.
Dieses Angebot wird sehr gerne wahrgenommen.

Die günstigen Kosten für eine Beratung in Höhe von 35 Euro pro Fall können auch im Jahr 2011 konstant gehalten werden, weil die erhöhten Begleitkosten durch ein höheres Beratungsaufkommen ausgeglichen werden konnten.

Die Pressemitteilung, in der diese innovative Dienstleistung beschrieben wird, finden Sie << hier >>

 

14.12.2010

Antibiotikaresistenzen in der Lebensmittelkette
Das Bundesinstitut für Risikobewertung veröffentlicht zwei Berichte zur Resistenz-Situation bei verschiedenen Bakteriengruppen

Die Nationalen Referenzlabore für Salmonellen und für Antibiotikaresistenz am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben in den Jahren 2000 bis 2008 Salmonella-Isolate aus diagnostischen Einsendungen auf Antibiotikaresistenz getestet und nach epidemiologischen Kriterien bewertet. Die Isolate stammten vor allem von Tieren und aus Lebensmitteln, aber auch aus Futtermitteln und aus der Umwelt. Von den 33.625 Isolaten waren 48 Prozent resistent gegen mindestens eine und 35 Prozent sogar resistent gegen mehr als eine Antibiotikaklasse. Bei den Isolaten von Nutztieren und aus Lebensmitteln lagen die Resistenzraten dabei wesentlich höher. Eine zweite, nunmehr repräsentative, Untersuchung aus dem Jahr 2009 bestätigt die Ergebnisse für Salmonellen und kommt zu ähnlichen Ergebnissen auch für Escherichia coli und Campylobacter. „Resistenzen bei Krankheitserregern in Tieren und auf Lebensmitteln sind ein gravierendes Problem im gesundheitlichen Verbraucherschutz“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Infektionen mit resistenten Erregern können beim Menschen den Verlauf von Erkrankungen verlängern und erschweren. Sie können Krankenhausaufenthalte erforderlich machen und in bestimmten Fällen auch lebensbedrohlich werden.

Salmonellen gehören zu den häufigsten Auslösern von Lebensmittelinfektionen beim Menschen. Die sogenannte Salmonellose äußert sich meist in Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen. Gesunde Menschen überstehen dies in der Regel innerhalb einiger Tage, doch bei Abwehr geschwächten Patienten, Älteren und Kindern kann die Infektion auch einen schweren Verlauf nehmen. Dann kann eine Behandlung mit Antibiotika notwendig werden.

Das Ausmaß der Resistenzen gegen Antibiotika hat das BfR anhand der EU-weit gültigen epidemiologischen Kriterien bewertet. Diese erlauben, frühzeitig Abweichungen von einer unbelasteten Bakterienpopulation, der sogenannten Wildtyppopulation, zu erkennen und treffen keine Aussagen zur Therapierbarkeit einer Infektion. Laut der Bewertung zeigen Salmonella-Isolate von Tieren und aus Lebensmitteln für die meisten antibiotisch wirksamen Substanzen höhere Resistenzraten als solche aus der Umwelt und aus Futtermitteln. Resistenzen gegen Antibiotikaklassen, die in der Human- und Tiermedizin seit langem eingesetzt werden, zum Beispiel Tetrazykline und Aminopenicilline, waren häufig. Auch Resistenzen gegen Antibiotika, die von der WHO als besonders wichtig für die Humanmedizin eingestuft wurden, sind in Salmonellen unterschiedlicher Herkünfte nachweisbar. Problematisch sind nicht nur die resistenten Erreger selbst, sondern auch, dass sie die Resistenzen an andere Krankheitserreger weitergeben können. Dadurch wird der Resistenzpool erweitert und das Risiko für Mensch und Tier vergrößert, wobei ein lückenloser Nachweis der Übertragung dieser Resistenzen auf den Menschen bislang nur in Einzelfällen erfolgen konnte.

In einigen Fällen waren Resistenzen von Salmonellen gegen die besonders wichtigen Antibiotikagruppen sogar sehr häufig. So waren die Serovare Salmonella Paratyphi B dT+ vom Huhn und aus Hühnerfleisch sowie Salmonella Saintpaul aus der Pute und aus Putenfleisch gegenüber der Gruppe der Chinolone und Fluorochinolone zu 60 bis 85 Prozent resistent. Diese Salmonella-Serovare kommen in diesen Lebensmitteln vermehrt vor, verursachen allerdings bisher nur wenige Infektionen beim Menschen. Resistenzen gegen Cephalosporine der dritten Generation waren mit 1,1 Prozent im Vergleich zu den übrigen Substanzen selten, bei einzelnen Salmonella-Serovaren gab es aber deutlich höhere Raten.

Das repräsentative Resistenzmonitoring verschiedener Erreger im Jahre 2009 bestätigt die für die Jahre 2000 bis 2008 beschriebenen Resistenzraten bei Salmonellen und zeigt, dass sie auch bei anderen Bakterien von Tieren und aus Lebensmitteln nachzuweisen sind. Resistenzen gegen Fluorochinolone wurden dabei insbesondere bei Salmonellen und Escherichia coli vom Hähnchen, aber auch bei Campylobacter vom Hähnchen und vom Mastkalb bei bis zu zwei Drittel der Isolate nachgewiesen. Resistenzen gegenüber Cephalosporinen der dritten Generation wurden in über fünf Prozent der Escherichia coli-Isolate von Masthähnchen nachgewiesen, aber auch vereinzelt bei Isolaten vom Mastkalb beobachtet.

In beiden Studien wird die Resistenzsituation auf den verschiedenen Stufen der Lebensmittelkette analysiert. Die vergleichbaren Resistenzmuster von Isolaten von Tieren und aus dem Fleisch der Tiere unterstreichen die Wahrscheinlichkeit, dass die Erreger bei der Fleischgewinnung auf das Fleisch gelangen können. Mit dem Fleisch können die resistenten Keime wiederum zu den Verbrauchern gelangen. Diese können einer Infektion mit den üblichen Küchenhygienemaßnahmen vorbeugen.

Um eine weitere Zunahme der Resistenzen zu verhindern, sollte der Antibiotika-Einsatz nach Auffassung des BfR sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin auf das unbedingt notwendige Maß begrenzt werden. Die Überwachung der Resistenzentwicklung bei Krankheitserregern und bei Bakterien der Darmflora ist Voraussetzung für die Risikobewertung von Antibiotikaresistenzen. Diese Überwachung aber auch Maßnahmen zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes bei Tieren und in der Lebensmittelkette sind Bestandteil der „Deutschen Antibiotikaresistenzstrategie“ (DART) der Bundesregierung.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.


Weitere Informationen
http://www.bfr.bund.de/cm/238/deutsche_antibiotika_resistenzsituation_in_der_lebensmittelkette_darlink.pdf Deutsche Antibiotika-Resistenzsituation in der Lebensmittelkette - DARLink (BfR-Wissenschaft 12/2010 vom 09.12.2010)

 

11.11.2010

Infektionen: Antibiotika werden oft sinnlos eingesetzt
Leitlinie gibt Überblick auf Diagnose und Behandlung

Wien (pte/10.11.2010/13:25) - Antibiotika helfen nicht bei Virusinfektionen wie etwa Grippe, Erkältung oder akuter Bronchitis. Dennoch kommen sie gerade hier immer wieder in Einsatz, was sowohl finanzielle als auch gesundheitliche Schäden auslöst. Die Pharmaindustrie, die Ärzte- und die Apothekerkammer sowie der Hauptverband der Sozialversicherungsträger kämpfen in Österreich in der Initiative "Arznei und Vernunft" gemeinsam gegen dieses Problem. Deren Vertreter präsentierten heute die Neuauflage einer Leitlinie zu Arzneien gegen Entzündungen, den sogenannten Antiinfektiva.

Überlegter Einsatz nötig

Bei Menschen sind Entzündungen hierzulande die häufigste Ursache für Krankenstand. Sie betreffen in den meisten Fällen den oberen und unteren Respirationstrakt, den Harnweg, den Darm oder auch die Haut. Die Möglichkeiten zur Behandlung hängen vom jeweiligen Erreger ab - während gegen Bakterien Antibiotika zum Einsatz kommen, sind es gegen Viren Virostatika, gegen Pilze Antimykotika und gegen Würmer Antihelminthika. Drei Viertel der Antiinfektiva werden im niedergelassenen Bereich verschrieben.

Hauptanliegen der Experten ist der überlegte Einsatz von Diagnose und Therapie. "Viel Geld wird verbrannt für Maßnahmen ohne Nutzen", betont Florian Thalhammer, Präsentator der Leitlinien und Präsident der Gesellschaft für Infektionskrankheiten http://www.oeginfekt.at/, gegenüber pressetext. So haben etwa laut deutschen Erhebungen 70 Prozent der angeforderten Antikörper-Tests auf Borrelien keine Auswirkung für die Behandlung von Patienten und könnten ohne weiteres ersatzlos gestrichen werden, ähnliches gilt für Chlamydien-Serologien.

Falsche Einnahme züchtet Resistenzen

Noch ausgeprägter ist das Problem allerdings bei der Therapie, speziell wenn ungerechtfertigt Antibiotika verschrieben werden. Das ist etwa in rund der Hälfte aller Antibiotika-Behandlungen von Infektionen der Nasennebenhöhlen, des Rachens oder Mittelohres der Fall, in Folge normaler Erkältungen sogar bei 100 Prozent. "Antibiotika gegen Viren verfehlen ihre Wirkung, sind daher sinnlos eingesetzt und bereiten neben direkten Kosten auch Mehrkosten für Resistenzentwicklungen", so Hauptverbands-Sprecher Josef Probst.

Besonders die Resistenzen - die Fähigkeit der Bakterienerreger, mit Antibiotika zurechtzukommen - macht der Medizin große Sorgen und verursacht zudem hohe Kosten. Ein Harnwegsinfekt ist etwa mit Resistenz um 70 Prozent teurer als ohne, zeigen englische Studien, und 25.000 Menschen sterben in Europa jährlich in Folge einer Infektion mit multiresistenten Bakterienstämmen. "Das goldene Zeitalter der Antiinfektiva-Therapien ist vorbei. Es gibt kaum mehr Antibiotika-Präparate mit neuen Wirkmechanismen, und speziell gegen bakterielle Infektionen gab es heuer kein einziges neues Präparat", warnt Thalhammer.

Mehr Zeit statt Antibiotika

Teils "hausgemacht" sei dieses Problem durch die zu großzügige oder übermäßige Verschreibung. Dahinter stehe auch der hohe Druck der Patienten. "Für viele ist nach wie vor nur der ein guter Arzt, der Pillen verschreibt. Es braucht Zeit um dem Patient zu erklären, dass ein Ausheilenlassen oft besser ist. Damit sinkt jedoch Antibiotika-Verbrauch." Pharmig-Präsident Robin Rumler bringt auch die Scheinmündigkeit von Patienten ins Spiel, die sich durch das Internet noch zuspitzt. Mitschuld an der Lage sind jedoch auch Verbilligungen durch Generika, die den Antibiotika-Verbrauch sprunghaft steigen lassen, sowie Hamsterkäufe ohne ärztlichem Rezept im Ausland.

Die aktuelle Leitlinie, die von einer Patientenbroschüre begleitet wird, soll Ärzten den Rücken stärken, um Patienten auch von einer Therapie abzuraten. Sie bietet einen evidenzbasierten Überblick der Diagnostik und Therapie von leichten und mittelschweren Infektionen im ambulanten Bereich. Erstellt wurde das Nachschlagewerk ohne Einfluss von Interessensgruppen, betonen die Experten.
Die Leitlinie und die Patientenbroschüre können << hier >> heruntergeladen werden.

Quelle: pressetext.redaktion

 

02.11.2010

Antibiotika verändern die Darmflora langfristig

Resistenz-Gene auch noch zwei Jahre später vorhanden

Stockholm/Wien (pte/02.11.2010/13:35) - Die Darmflora braucht nach einer Antibiotika-Therapie viel länger, als bisher vermutet, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Das berichten Forscher um Cecilia Jernberg vom Swedish Institute for Infectious Disease Control http://www.smittskyddsinstitutet.se in der Fachzeitschrift "Microbiology".
Schon eine siebentägige Behandlung mit Antibiotika kann den normalen Darmbakterien Antibiotika-resistente Gene verpassen, die selbst ohne der Einnahme weiterer Antibiotika auch noch zwei Jahre später feststellbar sind. Das zeigten die Wissenschaftler durch die Auswertung mehrerer Studien zum Thema.

Reparatur des Darms dauert länger

Als "Wasser auf die Mühlen der Resistenz-Warner" bezeichnet Christoph Wenisch, Leiter der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am Wiener SMZ Süd http://www.tropenzentrum.at, die Ergebnisse. Da über 1.000 verschiedene Spezies den Darm bewohnen, ist die Ausbildung vieler Antibiotika-Resistenzen zu erwarten. "Bisher lautet die Lehrmeinung, dass die Darmflora drei Monate nach einer Antibiotika-Behandlung wieder in Ordnung ist. Die Wirkung dauert aber offensichtlich länger. Resistenz-Kodierung bedeutet allerdings noch nicht die Ausprägung dieser Eigenschaft", so der Experte gegenüber pressetext.

Resistenzen im Salat mitessen

Eine direkte Gefahr durch diesen Mechanismus im menschlichen Darm sieht Wenisch nicht gegeben. "Zumindest in Europa verschwindet der Darminhalt in der Kanalisation. Probleme können jedoch bei den tierischen Exkrementen auftreten, etwa wenn die Gülle von mit Antibiotika behandelten Schweinen oder Kühen auf den Feldern verteilt wird. Denn letztendlich essen wir den Salat, der durch diesen Mist gedüngt wird." Von schädlichen Folgen der Antibiotika aus der Viehzucht warnen Ärzte immer wieder (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/100519003/ ).

Zweimal nachdenken ist besser

Das Ergebnis der schwedischen Forscher sieht der Infektiologe als weiteren Hinweis dafür, dass man mit Antibiotika äußerst sorgsam umgehen müsse. "Vor einer leichtfertigen Verschreibung sollte ein Arzt immer zweimal nachdenken. Restriktiver Einsatz von Antibiotika wird immer wichtiger, um die zukünftige Verbreitung von resistenten Mutanten zu vermeiden", so Wenisch. Derzeit sei dieses Thema aktueller denn je. "Bisher begegnete man Resistenzen mit der Entwicklung eines neuen Antibiotikums. Heuer gibt es noch kein neues Antibiotikum."

Abstract der Originalstudie unter http://mic.sgmjournals.org/cgi/content/abstract/mic.0.040618-0v1

Quelle: pressetext.redaktion

 

29.10.2010

Biodiversität: Tod einer Pflanzenart löst Lawine aus

Erste Komplettanalyse des Ökosystems Wiese veröffentlicht

Jena/Göttingen (pte/29.10.2010/06:05) - Verschwindet eine Pflanze aus einem Ökosystem, löst sie damit eine ganze Lawine des Artensterbens aus. Das berichtet ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Agrarökologen der Universitäten Jena und Göttingen in der Zeitschrift "Nature". In einem aufwändigen Versuch, dem achtjährigen "Jena-Experiment", nahmen sie das Ökosystem Wiese unter die Lupe. "Erstmals konnte gezeigt werden, dass auf den Verlust einer Pflanzenart schneeballartig andere Arten verschwinden, was am Ende das gesamte Ökosystem destabilisieren kann", berichtet Studienautor Christoph Scherber im pressetext-Interview.

Ohne Klee weniger Vögel

Was das konkret bedeutet, zeigt Scherber am Beispiel der Kleepflanzen. "Klee kann Luftstickstoff sehr gut fixieren und dient damit vielen Fresstieren als Nahrungsressource. Verschwindet er in einer Wiese, verändert das sprunghaft das Nahrungssystem. Einerseits bleiben dadurch Bestäuber wie etwa Bienen oder Hummeln fern, jedoch auch Fresstiere wie kleine Rüsselkäfer. Fehlen die, so finden deren Räuber wie etwa Schlupfwespen keine Nahrung mehr." Logische Folge sei, dass in Folge auch Vögel betroffen sind, die sonst Wespen fressen, wenngleich dies den Rahmen des Experiments sprengte.

Die selben Auswirkungen hat das Aussterben einer Art jedoch auch für das unterirdische Leben. "Auch Lebewesen, die an den Wurzeln knabbern, müssen daran glauben. Das geht hin bis zu den kleinsten Fadenwürmern", so der Experte. Denkbar sei, dass derartige Prozesse auch die Bodenfruchtbarkeit mitbestimmt. Diese Darstellung der Folgen des Artenverlustes "in einem Guss" ist laut Scherber weltweit erstmals gelungen.

Vielfalt schützt vor ungebetenen Gästen

Ebenso wie der Verlust von Wiesenpflanzenarten das gesamte Ökosystem Wiese beschädigt, bringt ihr Erhalt fast immer große Vorteile für andere Organismen. Nicht nur der Blütenbesuch bleibt erhalten, sondern es wird auch das Gedeihen von Unkräutern oder der Pilzbefall unterdrückt. Zudem bremst die Vielfalt neu eindringende Arten aus, da alle ökologischen Nischen bereits besetzt sind. "Deutlich zeige sich, dass der entscheidende Faktor nicht die Biomasse der Pflanzen ist, die man durch Dünger erhöhen könnte, sondern die Menge der Pflanzenarten", so Scherber.

Die Forscher konnten dadurch auch erstmals nachweisen, dass der Artenverlust nicht zuerst die Spitze der Nahrungskette betrifft, sondern deren Grundlage. Die Lawine des Biodiversitäts-Verlustes verläuft demnach umgekehrt - von unten nach oben. Die Ergebnisse erlauben auch Rückschlüsse auf andere Ökosysteme. "Dazu gehört in den gemäßigten Breiten etwa der Lebensraum Wald, für den die Zahl der Baumarten einen wichtigen Ausschlag gibt, jedoch auch Systeme in Seen und Meeren wie etwa Korallenriffe", so der Göttinger Agrarökologe.

Quelle: pressetext.redaktion

 

13.10.2010

Vollblut braucht mehr als Pony - Der Energiebedarf beim Pferd variiert erheblich

(aid) - Viele Pferde sind deutlich zu dick. Das liegt zum einen daran, dass viele Besitzer es etwas "zu gut" mit ihnen meinen und ihnen letztlich damit schaden.

Es gibt aber noch einen anderen Grund, der bei vielen Tieren zu üppigen Rationen geführt hat.
Bisher wurde für Pferde ein konstanter Energieerhaltungsbedarf angenommen. Dabei blieben einige wichtige Faktoren völlig unbeachtet: Unterschiede in der Rasse und im Trainings- und Fütterungszustand führen zu größeren Unterschieden in der stofflichen Zusammensetzung des Körpers. Das wiederum beeinflusst die Höhe des Energiebedarfes für die Erhaltung.

Wissenschaftler der Lehrstühle für Tierernährung an den Universitäten München, Leipzig und Rostock führten daher eine größere Literaturstudie durch. Das Ergebnis fordert Flexibilität vom Auge des Herren, das ja bekanntlich das Vieh füttert: der Erhaltungsbedarf von Pferden variiert zwischen 0,34 und 0,74 MJ Umsetzbare Energie pro Kilogramm Metabolische Körpermasse (MJ ME pro kg KM) Für ein übergewichtiges, kaum trainiertes Pony gilt der untere Wert, der obere für ein austrainiertes Vollblutpferd.
Für das mäßig trainierte, normalgewichtige Boxenwarmblutpferd wurde zum Beispiel ein Mittelwert von 0.52 MJ ME festgelegt. Zuschläge gibt es für viel oder wenig Training, für bestimmte Rassen, spontane Bewegungsmöglichkeiten (Weide) und die Temperatur der Umgebung. Die Wissenschaftler plädieren dafür, den unterschiedlichen Erhaltungsbedarf künftig bei der Rationsentwicklung und -gestaltung zu berücksichtigen.

Metabolische Körpermasse (KM kg0,75) gibt den Zusammenhang zwischen Körpermasse und Körperoberfläche wieder. Grundumsatz und Energieverbrauch sind umso höher, je größer die Körperoberfläche/kg Körpermasse ist.

Stute mit Fohlen

Quelle: www.aid.de

 

10.10.2010

Faszination Placebo-Effekt

Förderpreis für Schmerzforschung an Forscher aus Hamburg und Zürich

Wie der Glaube „Berge versetzt“, zeigt eindrucksvoll der Placebo-Effekt. Schmerzforscher aus Hamburg und Zürich haben nun neue Erkenntnisse über den faszinierenden Mechanismus gewonnen. Sie konnten mit bildgebenden Untersuchungen zeigen, dass das Rückenmark dabei eine Rolle spielt, und fanden heraus, wo der Placebo-Effekt im Gehirn zu Hause ist.

Für ihre Arbeit wurden sie beim Deutschen Schmerzkongress in Mannheim mit dem Förderpreis für Schmerzforschung 2010 der Kategorie Grundlagenforschung ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich vergeben von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. Stifterin ist die Grünenthal GmbH (Aachen).

Das Rückenmark spielt mit

Allein die Erwartung, dass ein Schmerz sich verringern wird, lässt ihn tatsächlich schwinden – auch wenn der schmerzhafte Reiz genauso stark ist wie zuvor. Wie das funktioniert, ist für die Forschung seit langem ein faszinierendes Rätsel. Forscher des Hamburger Universitäts-Klinikums um Dipl.-Psych. Falk Eippert setzten auf die Bildgebung. Sie nutzten die funktionelle Kernspintomografie, um das Rückenmark von Probanden zu beobachten, während diese an einem Placebo-Versuch teilnahmen. Das Rückenmark als „direkter Draht“ ins Gehirn spielt bei der Vermittlung von Schmerz eine wichtige Rolle. Und tatsächlich zeigten die Bilder, dass die Nervenzellen des Rückenmarks bei einem gleich starken Hitzeschmerz weniger aktiv reagierten, wenn die Versuchsperson eine Schmerzlinderung erwartete. „Wir konnten damit zum ersten Mal direkt zeigen, dass Schmerzantworten des Rückenmarks sich durch den Placebo-Effekt abschwächen lassen“, sagt Falk Eippert. „Unsere Ergebnisse zeigen, welch tiefgreifenden Einfluss psychologische Faktoren auf die Schmerzwahrnehmung haben können.“

Wo der Placebo-Effekt im Gehirn zu Hause ist

Wo der Placebo-Effekt im Gehirn zu Hause ist, haben die Forscher vom Collegium Helveticum in Zürich um Dr. Peter Krummenacher ermittelt. Sie setzten dafür ein Magnetstimulationsgerät ein, mit dem sich von außen die Aktivität einzelner Hirnbereiche beeinflussen lässt. Ihr Zielbereich war der Präfrontalkortex, ein Teil des Frontallappens der Großhirnrinde an der Stirnseite des Gehirns. Sie überzeugten die Probanden, dass die Stimulation einen schmerzlindernden Effekt habe, stimulierten sie aber nur zum Schein. Trotzdem stiegen Schmerzschwelle und -toleranz der Versuchspersonen merklich an – das Placebo wirkte. Stimulierten sie die Hirnregion tatsächlich und schalteten ihre Funktion so vorübergehend ab, schwand der Placeboeffekt.

Literatur:

Falk Eippert, Jürgen Finsterbusch, Ulrike Bingel, and Christian Büchel: Direct Evidence for Spinal Cord Involvement in Placebo Analgesia. In: Science, 16 October 2009 326: 404 [DOI: 10.1126/science.1180142]

Krummenacher P, Candia V, Folkers G, Schedlowski M, Schönbächler G.: Prefrontal cortex modulates placebo analgesia. Pain. 2010 Mar;148(3):368-74, doi:10.1016/j.pain.2009.09.033

 

06.10.2010

Einreiten ist Stress für junge Pferde - Studie plädiert für Rücksichtnahme
(aid) - Was echte Pferdeausbilder schon immer wussten, ist erstmals wissenschaftlich belegt: Bei den ersten Trainingseinheiten eines uneingerittenen Pferdes mit Reitergewicht sind die Vierbeiner körperlich gestresst.
Das zeigt eine Studie, die an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und am Graf-Lehndorff-Institut für Pferdewissenschaften in Neustadt/Dosse durchgeführt wurde.

Die untersuchten Dreijährigen reagierten mit einem deutlich erhöhten Cortisolpegel im Speichel und veränderten Herzschlägen, sobald das erste Mal ein Reiter aufsaß. Möglicherweise interpretiert das Fluchttier Pferd das erste Aufsteigen als Angriff eines Raubtieres, so die Erklärung der Wissenschaftler.
Allerdings bauten sich die körperlichen Stresssymptome im Verlauf der Trainingseinheiten ebenso deutlich wieder ab. Die Pferde gewöhnten sich rasch daran, geritten zu werden. Das Stressniveau sank darüber hinaus mit der Anzahl ihrer Ausbildungsstunden - vorausgesetzt, dass diese fachlich korrekt durchgeführt wurden.

Daher warnen die Wissenschaftler vor mangelnder Sorgfalt oder falschem Umgang mit jungen, uneingerittenen Pferden. Schlechte Erfahrungen in dieser sensiblen Lernphase des Tieres könnten einen langfristigen Schaden in der Beziehung zwischen Pferd und Reiter anrichten.

Quelle: www.aid.de

 

02.09.2010

Gendoping mit einfachem Bluttest nachweisbar
Wissenschaftler aus Tübingen und Mainz haben einen Bluttest entwickelt, der Gendoping zuverlässig auch nach längerer Zeit nachweisen kann
(Tübingen/Mainz) Wissenschaftler der Universitäten in Tübingen und Mainz haben einen Test entwickelt, mit dem sich Gendoping zweifelsfrei nachweisen lässt. „Damit steht uns erstmals ein Direktnachweisverfahren zur Verfügung, um Doping durch Gentransfer in normalen Blutproben noch lange nach dem eigentlichen Dopingvorgang festzustellen“, teilte Prof. Dr. Dr. Perikles Simon von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Donnerstag mit. „Damit lässt sich nicht nur Gendoping mit EPO, sondern auch Doping mit den wichtigsten anderen Genen relativ kostengünstig nachweisen“, sagte Simon bei der Vorstellung des Verfahrens. Sportler, die Gendoping anwenden, konnten bislang nicht ermittelt werden. „Das Verfahren, einzelne Gene in bestimmte Körperzellen einzubringen, kommt von der Idee, schwerwiegende Krankheiten durch diese neue Technologie zu heilen. Man ging bislang davon aus, dass sich Gendoping mittels Gentransfer in erster Linie wohl nur mit sehr aufwendigen indirekten Testverfahren aus der Molekularen Medizin eines Tages nachweisen lassen würde“, erklärte der Gentherapeut Prof. Dr. Michael Bitzer vom Universitätsklinikum Tübingen.

Das international renommierte Wissenschaftsjournal „Gene Therapy“ hat die Gendoping-Studie der Tübinger und Mainzer Wissenschaftler am Donnerstag online publiziert. Wie es darin heißt, liefert der Test eindeutige „Ja-oder-Nein-Antworten“, je nachdem ob sogenannte transgene DNA in Blutproben vorhanden ist oder nicht. Transgene DNA oder tDNA stammt nicht von dem Untersuchten selbst, sondern wurde – häufig über Viren – in dessen Körper eingeschleust, um an Ort und Stelle die leistungssteigernden Stoffe wie beispielsweise Erythropoetin (EPO) zur Bildung von roten Blutkörperchen herzustellen. „Vom Körper eines gengedopten Menschen selber werden dann die leistungssteigernden Hormone hergestellt, ohne dass irgendwelche Fremdsubstanzen dem Körper zugeführt werden müssten. Der Körper wird auf Dauer zu seinem eigenen Dopinglieferanten“, erklärt Simon. Er hatte 2006 als damaliger Mitarbeiter der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen ein Verfahren entwickelt, mit dem sich geringste Spuren transgener DNA im Blut nachweisen lassen. Die Effektivität dieses Verfahrens konnte jetzt erstmals, zunächst im Mausmodell, belegt werden. Zur Anwendung kam insbesondere ein ausgeklügeltes Verfahren, das in der Lage ist, die von außen eingebrachte Erbsubstanz sehr spezifisch und um eine kleine Einstichstelle herum an die Muskulatur zu vermitteln. Dort wurde dann im Überschuss ein Hormon produziert, das die Blutgefäßneubildung anregt. Sogar noch 2 Monate nach der Genspritze in die Muskulatur konnten die Forscher anhand von sehr kleinen Blutproben sicher unterscheiden, bei welchen Tieren Gendoping stattgefunden hat und bei welchen nicht. „Durch die Entwicklung eines zuverlässigen Nachweisverfahrens für den Missbrauch von Gentransfer soll gewährleistet werden, dass diese neue Technologie mit bisher nur zum Teil bekannten Nebenwirkungen nur bei schwerwiegenden Erkrankungen eingesetzt wird“, betont Bitzer. Das Universitätsklinikum Tübingen plant in den nächsten Monaten z. B. eine entsprechende Therapiestudie bei fortgeschrittenen Tumorpatienten.

Die sichere und fehlerfreie Anwendung des Nachweisverfahrens der Mainzer und Tübinger Wissenschaftler wurde dann noch im Rahmen einer sogenannten Spezifitätsprüfung an 327 Blutproben von Leistungs- und Freizeitsportlern nachgewiesen. Die Forscher gehen jetzt davon aus, dass sich für Athleten der Missbrauch der Gentherapie zu Dopingzwecken nicht mehr lohnt. „Spätestens das Wissen um das Risiko, auch Monate nach einem durchgeführten Gentransfer bei einer Wettkampfkontrolle entdeckt zu werden, dürfte auch die waghalsigsten Doper abschrecken“, glaubt Simon. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat die Arbeiten an dem Gendoping-Test während der letzten 4 Jahre mit 980.000 US-Dollar gefördert.

Veröffentlichung:
T. Beiter, M. Zimmermann, A. Fragasso, J. Hudemann, A.M. Niess, M. Bitzer, U.M. Lauer and P. Simon: Direct and long-term detection of gene doping in conventional blood samples. Gene Therapy, 2010; doi: 10.1038/gt.2010.122

Veröffentlichte Patentanmeldung:
(WO/2007/124861) Detection of Transgenic DNA (tDNA), PCT/EP2007/003385
http://www.wipo.int/pctdb/en/wo.jsp?WO=2007124861

Quelle: Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

 

23.08.2010

Fleischesser schreiben Tieren wenig menschliche Emotionen zu

Im Vergleich zu Veganern und Vegetariern schreiben Fleisch essende Menschen Tieren weniger menschliche Emotionen zu. Das hat ein internationales Forscherteam um Roland Imhoff vom Institut für Psychologie der Uni Bonn herausgefunden. Die Ergebnisse sind jetzt in der Zeitschrift „European Journal of Social Psychology“ veröffentlicht worden.
Roland Imhoff von der Abteilung für Sozial- und Rechtspsychologie der Uni Bonn hat zusammen mit polnischen Kollegen mehrere Studien mit Fleischessern und Vegetariern durchgeführt. So sollten die Teilnehmer unter anderem auf einer Skala markieren, ob bestimmte Emotionen sowohl Menschen als auch Tieren bzw. nur Menschen zu Eigen seien. Dabei unterschieden die Forscher zwischen angeborenen Primäremotionen wie Angst oder Wut und Sekundäremotionen wie Melancholie oder Schuldbewusstsein. Die Befragung zeigte, dass Fleisch essende Menschen Sekundäremotionen eher als spezifisch menschlich ansehen. Genau diese sahen die Vegetarier aber auch bei den Tieren.

„Vegetarier nehmen Tiere insgesamt menschlicher wahr als Omnivore“, fasst Roland Imhoff die Ergebnisse zusammen. Das gilt am deutlichsten für Tiere, die in Europa vor allem für die Nahrungsmittelproduktion gezüchtet werden. Das zeigt eine weitere Studie, in der die Forscher die Teilnehmer nach menschähnlichen Emotionen von Hunden und Schweinen befragten. Hunde sind in der westlichen Welt keine traditionellen Nahrungsmittel, sondern gelten als ‚bester Freund des Menschen’. Das spiegelte sich auch in den Angaben der Nichtvegetarier: Sie schrieben Hunden mehr menschliche Emotionen zu als Schweinen, vor allem hinsichtlich der Sekundäremotionen.

In der Regel bestehe bei Fleischessern jedoch ein vernunftorientiertes Konzept menschlicher Einzigartigkeit, das Tieren gewisse Eigenschaften abspreche. Psychologen sprechen auch von „Entmenschlichung“. Diese Strategie gebe es auch bei Konflikten zwischen verschiedenen menschlichen Gruppen, etwa zur psychologischen Rechtfertigung der Tötung im Krieg, erklärt Imhoff. „Wir haben uns daher gefragt, ob auch die passive Teilnahme an der Tötung von Tieren mit der Strategie der Entmenschlichung einher geht. Bei Menschen, die Fleisch essen, scheint das zumindest so zu sein.“

Quelle: Institut für Psychologie, Abt. Sozial- und Rechtspsychologie, Universität Bonn

 

11.08.2010

Gras oder Kräuter? - Kleine Bodenorganismen entscheiden über die Zusammensetzung von Wiesen

Jena/Halle(Saale). Wirbellose Tiere im Boden haben einen größeren Einfluss auf die Vegetation als bisher gedacht. Ihr Anteil entscheidet z.B. darüber, ob sich auf einer Wiese mehr Gräser oder mehr Kräuter ausbreiten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universitäten Jena und Potsdam, des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ). In einem Feldexperiment wurden dazu Bergwiesen im Frankenwald und im Thüringer Schiefergebirge fünf Jahre lang untersucht. Es zeigte sich, dass die Aktivität pflanzenfressender Wirbelloser im Boden ein wichtiger Faktor ist, der die Pflanzenvielfalt der Wiesen erhöht, schreiben die Forscher im Fachblatt Ecology.
Die Bedeutung von Insekten und Schnecken als Schädlinge in der Forst- und Landwirtschaft ist in den letzten Jahrhunderten intensiv erforscht worden. Vergleichsweise wenig Wissen gibt es dagegen über die Bedeutung dieser pflanzenfressenden Wirbellosen für natürliche Ökosysteme. "Unsere Studie ist die erste, die auf Landschaftsebene zeigt, dass die Artenvielfalt der Pflanzen bestimmt, welche Auswirkungen wirbellose Pflanzenfresser auf das Ökosystem haben", erklärt Dr. Claudia Stein, die die Untersuchungen im Rahmen ihrer Doktorarbeit am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung durchgeführt hat. Mit Ihrem Experiment konnten die Ökologen zeigen, dass der Zusammenhang zwischen Biodiversität und dem Funktionieren von Ökosystemen durch sehr komplexe Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Organismengruppen im Nahrungsnetz bestimmt wird. So konnte eine frühere Studie aus dem Projekt zum Beispiel anhand des Gemeinen Grashüpfers (Chorthippus parallelus) zeigen, dass ein Rückgang der Vegetationsvielfalt sich auch auf solche weit verbreiteten Tierarten negativ auswirken kann.

Die jüngsten Studie zeigte außerdem, dass sich die Zusammensetzung der Wiesen durch die Fraßtätigkeit der pflanzenfressenden Wirbelosen im Boden veränderte, während die gesamte Biomasse im Durchschnitt ungefähr gleich blieb. "Die Fraßtätigkeit dieser kleinen unscheinbaren Tiere stellt einen wichtigen Faktor für die Artenvielfalt der Pflanzen auf den Wiesen dar. Dieses Ergebnis bestätigt theoretische Vorhersagen", ergänzt Steins Kollege Dr. Harald Auge.

Für das Experiment untersuchten die Forscher Bergwiesen im Frankenwald und im Thüringer Schiefergebirge in Höhen zwischen 500 und 870 Metern. Die Flächen liegen zwischen Tettau und Lobenstein – also auf beiden Seiten der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Seit dem Mittelalter werden diese Wiesen für die Produktion von Heu genutzt. Aus über 70 Flächen wählten die Forscher 14 aus, deren Gras seit mindestens zehn Jahren zweimal jährlich gehauen wird, die aber nicht beweidet oder gedüngt werden. Anschließend wurde die vorhandene Vegetation auf den fünfmal fünf Meter großen Versuchsflächen genau registriert. Auf einen Teil der Versuchsflächen wurden dann Insekten- und Schneckengifte eingesetzt, die die Fressfeinde der Pflanzen im und oberhalb des Bodens beseitigten. Die Veränderungen in der Vegetation verglichen die Forscher fünf Jahre lang mit denen auf unbehandelten Versuchsflächen vor Ort. Die Anzahl der Pflanzenarten betrug am Ende zwischen 13 und 38 Arten pro Quadratmeter, die insgesamt zwischen 272 und 1125 Gramm Biomasse pro Jahr produzierten.

Schwankungen bei Temperatur und Niederschlag zwischen einzelnen Untersuchungsjahren verfälschen oft Kurzzeitstudien. "Unsere Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Langzeituntersuchungen durchzuführen, denn hätten wir die Untersuchung nach einem oder zwei Jahren beenden müssen, dann wären wir zu völlig anderen Ergebnissen gekommen", betont Dr. Claudia Stein. Künftige Studien sollten sich daher stärker auch auf andere Funktionen von Ökosystemen konzentrieren, statt nur die Produktivität in Form der Biomasse über der Erde zu messen, schlussfolgern die Forscher. Ihre Untersuchung hat gezeigt: Das was über der Erde wächst, hängt entscheidend von dem ab, was unter der Erde passiert.

Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

Die Vereinten Nationen haben 2010 zum Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt erklärt. Ziel ist es, dass Thema biologische Vielfalt mit seinen vielen Facetten stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Mit seiner Expertise trägt das UFZ dazu bei, die Folgen und Ursachen des Biodiversitätsverlustes zu erforschen sowie Handlungsoptionen zu entwickeln. Mehr dazu erfahren Sie unter:
http://www.ufz.de/index.php?de=16034 und http://www.ufz.de/data/ufz_spezial_april08_20080325_WEB8411.pdf

Die Biodiversitätsforschung in Deutschland ist auf zahlreiche Institutionen wie Hochschulen, außeruniversitäre Einrichtungen und Ressortforschung bis hin zu Naturschutzverbänden und Firmen verteilt. Das Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung, ein Projekt im Rahmen von DIVERSITAS-Deutschland, möchte der Forschungscommunity deshalb eine gemeinsame institutionsunabhängige Kommunikationsstruktur und -kultur anbieten. Mehr dazu erfahren Sie unter:
http://www.biodiversity.de/

Publikationen:

Stein, Claudia, Sybille B. Unsicker, Ansgar Kahmen, Markus Wagner, Volker Audorff, Harald Auge, Daniel Prati, and Wolfgang W. Weisser (2010): Impact of invertebrate herbivory in grasslands depends on plant species diversity. Ecology 91:1639-1650
http://dx.doi.org/10.1890/09-0600.1

Ecology: Driving Diversity Underground
Science (Volume 329, Number 5989, Issue of 16 July 2010)
http://www.sciencemag.org/content/vol329/issue5989/twil.dtl

Unsicker, Sybille B., Alexandra Franzke, Juliane Specht, Günter Köhler, Jeanine Linz, Carsten Renker, Claudia Stein, and Wolfgang W. Weisser (2009): Plant species richness in montane grasslands affects the fitness of a generalist grasshopper species. Ecology 91:1083-1091
http://dx.doi.org/10.1890/09-0402.1

 

04.08.2010

Neue Medizin bei Durchfall - Versuche mit Blutwurz erfolgreich

(aid) - Solange Ferkel gesäugt werden, ist alles in Ordnung - doch nach dem Absetzen reagieren Ferkel häufig mit Durchfallerkrankungen auf die Stresssituation.
Die körpereigenen Abwehrkräfte reichen nicht aus und bakterielle Durchfallerreger - in erster Linie Escherichia coli - haben leichtes Spiel.

Vor allem ökologisch wirtschaftende Betriebe suchen nach Alternativen zu chemisch-synthetischen Antibiotika.
Zunächst müssen in der Absetzphase Fütterung und Haltung überprüft und optimiert werden. Unterstützend können Futtermittelzusätze wirken.

Das Institut für Biologische Landwirtschaft und Biodiversität der Nutztiere Wels in Österreich hat die Wirkung von Kräutermischungen untersucht. Eine Versuchsmischung bestand aus Kamilleblütenpulver, getrockneten Heidelbeeren, Löwenzahnpulver, Maralpulver, Knoblauchpulver und Karottenpulver sowie fein vermahlenem Zeolith (Tonmineralien) und Effektiven Mikroorganismen (Milchsäurebakterien, Hefen, Nichtschwefelpurpurbakterien).
Sie wurde bereits drei Tage vor dem Absetzen als Paste direkt ins Maul und danach über das Futter verabreicht.

Die Ferkel hatten im Durchschnitt der ganzen Versuchsgruppe festeren Kot und etwas höhere Tageszunahmen. Durchfall konnte aber nicht ganz vermieden werden.
In einem zweiten Versuch bekamen die Ferkel die Kräutermischung angereichert mit Blutwurzpulver (Potentilla) und getrocknetem Torf, aber ohne die Effektiven Mikroorganismen.
Um die Aufnahme der Mischung zu verbessern, wurde sie mit Holundersaft vermischt und nicht über das Futter, sondern in flachen Schalen angeboten.
Von 46 Ferkeln pro Gruppe hatten nur 16 Ferkel Durchfall, in der Kontrollgruppe 25. Die Ferkel aus der Kräutergruppe wogen nach 25 Aufzuchttagen im Schnitt knapp ein Kilogramm mehr.

Die alternative Behandlung mit der Blutwurz-Kräutermischung war in den Fütterungsversuchen also erfolgreich. Problem ist die rechtliche Bewertung.
Die Gabe von Kräutern als alternative Behandlungs- und Vorbeugemaßnahme ist keine Behandlung im medizinischen Sinn. Kräuter gelten als Futtermittel und müssen ab 2012 aus ökologischem Anbau stammen. Über die Fütterungsversuche berichtete das Fachmagazin für den ökologischen Landbau "bioland".

Quelle: aid

 

31.05.2010

Gene von antibiotikaresistenten Tieren können auf Menschen übertragen werden

Nach einer neuen Studie, die an der Universität von Hong Kong durchgeführt wurde und im Journal of Medical Microbiology veröffentlicht ist, können Gene von antibiotikaresistenten Tieren auf Menschen übertragen werden: "In summary, this study showed that human and animal isolates share the same pool of resistance genes".
Die Antibiotikaresistenz kann daher sozusagen mit dem Fleisch von Tieren mitgegessen werden (s.a. Sonnenseite).
Entgegen der früheren Ansicht, dass Gene nur zwischen Bakterien und nicht zwischen höheren Organismen ausgetauscht werden, zeigten neuere Untersuchungen, dass ein sog. "horizontaler Gentransfer", eine Genübertragung über die Artgrenzen hinweg, offenbar auch bei Vielzellern häufig vorkommt (s.a. DIE WELT vom 28.05.2010).
Dies ist nicht verwunderlich, da die Zellen von Menschen, Tieren und Pflanzen während der Evolution aus Bakterien entstanden sind (sog. "bakterielle Endosymbiose der Zellen").

 

09.05.2010

Verordnung über Informationspflichten für Dienstleistungerbringer
(Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung - DL-InfoV)

Am 17. Mai 2010 tritt die neue Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung vom 12.03.2010 in Kraft, die auf der EU-Richtlinie 2006/123/EG beruht.
Die Verordnung hat gravierende Auswirkungen auf die Informationspflichten für Dienstleister (hierzu zählen auch Freiberufler, Ausnahmen siehe u.a. §22 EU-RL), insbesondere solche mit einem Internetauftritt. Siehe auch Merkblatt der IHK Aachen.

Verordnungstext (Bundesgesetzblatt 2010 Teil I Nr. 11 vom 17.03.2010):

§ 1 Anwendungsbereich

(1) Diese Verordnung gilt für Personen, die Dienstleistungen erbringen, die in den Anwendungsbereich des Artikels 2 der Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12.Dezember 2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt (ABl. L 376 vom 27.12.2006, S. 36) fallen.
(2) Die Verordnung findet auch Anwendung, wenn im Inland niedergelassene Dienstleistungserbringer unter Inanspruchnahme der Dienstleistungsfreiheit in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum tätig werden.
(3) Die Verordnung findet keine Anwendung, wenn in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum niedergelassene Dienstleistungserbringer unter Inanspruchnahme der Dienstleistungsfreiheit im Inland tätig werden.
(4) Die nach dieser Verordnung zur Verfügung zu stellenden Informationen sind in deutscher Sprache zu erbringen. Das gilt nicht für Informationen nach Absatz 2.

§ 2 Stets zur Verfügung zu stellende Informationen

(1) Unbeschadet weiter gehender Anforderungen aus anderen Rechtsvorschriften muss ein Dienstleistungserbringer einem Dienstleistungsempfänger vor Abschluss eines schriftlichen Vertrages oder, sofern kein schriftlicher Vertrag geschlossen wird, vor Erbringung der Dienstleistung folgende Informationen in klarer und verständlicher Form zur Verfügung stellen:
1. seinen Familien- und Vornamen, bei rechtsfähigen Personengesellschaften und juristischen Personen die Firma unter Angabe der Rechtsform,
2. die Anschrift seiner Niederlassung oder, sofern keine Niederlassung besteht, eine ladungsfähige Anschrift sowie weitere Angaben, die es dem Dienstleistungsempfänger ermöglichen, schnell und unmittelbar mit ihm in Kontakt zu treten, insbesondere eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse oder Faxnummer,
3. falls er in ein solches eingetragen ist, das Handelsregister, Vereinsregister, Partnerschaftsregister oder Genossenschaftsregister unter Angabe des Registergerichts und der Registernummer,
4. bei erlaubnispflichtigen Tätigkeiten Name und Anschrift der zuständigen Behörde oder der einheitlichen Stelle,
5. falls er eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nach § 27a des Umsatzsteuergesetzes besitzt, die Nummer,
6. falls die Dienstleistung in Ausübung eines reglementierten Berufs im Sinne von Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe a der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen (ABl. L 255 vom 30.9.2005, S. 22) erbracht wird, die gesetzliche Berufsbezeichnung, den Staat, in dem sie verliehen wurde und, falls er einer Kammer, einem Berufsverband oder einer ähnlichen Einrichtung angehört, deren oder dessen Namen,
7. die von ihm gegebenenfalls verwendeten allgemeinen Geschäftsbedingungen,
8. von ihm gegebenenfalls verwendete Vertragsklauseln über das auf den Vertrag anwendbare Recht oder über den Gerichtsstand,
9. gegebenenfalls bestehende Garantien, die über die gesetzlichen Gewährleistungsrechte hinausgehen,
10. die wesentlichen Merkmale der Dienstleistung, soweit sich diese nicht bereits aus dem Zusammenhang ergeben,
11. falls eine Berufshaftpflichtversicherung besteht, Angaben zu dieser, insbesondere den Namen und die Anschrift des Versicherers und den räumlichen Geltungsbereich.
(2) Der Dienstleistungserbringer hat die in Absatz 1 genannten Informationen wahlweise
1. dem Dienstleistungsempfänger von sich aus mitzuteilen,
2. am Ort der Leistungserbringung oder des Vertragsschlusses so vorzuhalten, dass sie dem Dienstleistungsempfänger leicht zugänglich sind,
3. dem Dienstleistungsempfänger über eine von ihm angegebene Adresse elektronisch leicht zugänglich zu machen oder
4. in alle von ihm dem Dienstleistungsempfänger zur Verfügung gestellten ausführlichen
Informationsunterlagen über die angebotene Dienstleistung aufzunehmen.

§ 3 Auf Anfrage zur Verfügung zu stellende Informationen

(1) Unbeschadet weiter gehender Anforderungen aus anderen Rechtsvorschriften muss der Dienstleistungserbringer dem Dienstleistungsempfänger auf Anfrage folgende Informationen vor Abschluss eines schriftlichen Vertrages oder, sofern kein schriftlicher Vertrag geschlossen wird, vor Erbringung der Dienstleistung in klarer und verständlicher Form zur Verfügung stellen:
1. falls die Dienstleistung in Ausübung eines reglementierten Berufs im Sinne von Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe a der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen (ABl. L 255 vom 30.9.2005, S. 22) erbracht wird, eine Verweisung auf die berufsrechtlichen Regelungen und dazu, wie diese zugänglich sind,
2. Angaben zu den vom Dienstleistungserbringer ausgeübten multidisziplinären Tätigkeiten und den mit anderen Personen bestehenden beruflichen Gemeinschaften, die in direkter Verbindung zu der Dienstleistung stehen und, soweit erforderlich, zu den Maßnahmen, die er ergriffen hat, um Interessenkonflikte zu vermeiden,
3. die Verhaltenskodizes, denen er sich unterworfen hat, die Adresse, unter der diese elektronisch abgerufen werden können, und die Sprachen, in der diese vorliegen, und
4. falls er sich einem Verhaltenskodex unterworfen hat oder einer Vereinigung angehört, der oder die ein außergerichtliches Streitschlichtungsverfahren vorsieht, Angaben zu diesem, insbesondere zum Zugang zum Verfahren und zu näheren Informationen über seine Voraussetzungen.
(2) Der Dienstleistungserbringer stellt sicher, dass die in Absatz 1 Nummer 2, 3 und 4 genannten Informationen in allen ausführlichen Informationsunterlagen über die Dienstleistung enthalten sind.

§ 4 Erforderliche Preisangaben

(1) Der Dienstleistungserbringer muss dem Dienstleistungsempfänger vor Abschluss eines schriftlichen Vertrages oder, sofern kein schriftlicher Vertrag geschlossen wird, vor Erbringung der Dienstleistung, folgende Informationen in klarer und verständlicher Form zur Verfügung stellen:
1. sofern er den Preis für die Dienstleistung im Vorhinein festgelegt hat, diesen Preis in der in § 2 Absatz 2 festgelegten Form,
2. sofern er den Preis der Dienstleistung nicht im Vorhinein festgelegt hat, auf Anfrage den Preis der Dienstleistung oder, wenn kein genauer Preis angegeben werden kann, entweder die näheren Einzelheiten der Berechnung, anhand derer der Dienstleistungsempfänger die Höhe des Preises leicht errechnen kann, oder einen Kostenvoranschlag.
(2) Absatz 1 findet keine Anwendung auf Dienstleistungsempfänger, die Letztverbraucher sind im Sinne der Preisangabenverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 18. Oktober 2002 (BGBl.  S. 4197), die zuletzt durch Artikel 6 des Gesetzes vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2355) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung.

§ 5 Verbot diskriminierender Bestimmungen

Der Dienstleistungserbringer darf keine Bedingungen für den Zugang zu einer Dienstleistung bekannt machen, die auf der Staatsangehörigkeit oder dem Wohnsitz des Dienstleistungsempfängers beruhende diskriminierende Bestimmungen enthalten. Dies gilt nicht für Unterschiede bei den Zugangsbedingungen, die unmittelbar durch objektive Kriterien gerechtfertigt sind.

§ 6 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 146 Absatz 2 Nummer 1 der Gewerbeordnung handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
1. entgegen § 2 Absatz 1, § 3 Absatz 1 oder § 4 Absatz 1 eine Information nicht, nicht richtig, nicht vollständig, nicht in der vorgeschriebenen Weise oder nicht rechtzeitig zur Verfügung stellt,
2. entgegen § 3 Absatz 2 nicht sicherstellt, dass eine dort genannte Information in jeder
ausführlichen Informationsunterlage enthalten ist, oder
3. entgegen § 5 Satz 1 Bedingungen bekannt macht.

 

07.04.2010

Medizin im Stall - Was Nutztierhalter beachten müssen

(aid) - Ob Blauspray gegen entzündete Klauen, Antibiotika zum Trockenstellen von Kühen oder Hustenlöser bei Atemwegserkrankungen von Schweinen: Nutztierhalter sind es gewohnt, Arzneimittel zu verabreichen.
Damit helfen sie den Tieren und tragen gleichzeitig eine große Verantwortung. Denn aus Nutztieren und ihren Produkten entstehen Lebensmittel, die frei von jeglichen Wirkstoffen aus Arzneimitteln sein müssen.

Um schädliche Wirkungen bei Mensch und Tier zu vermeiden, wurde 1961 das Arzneimittelrecht erlassen. Es enthält klare Vorgaben für den Einsatz von Tierarzneien, etwa zur Art der Verabreichung, zur Anwendungsdauer und zu den Wartezeiten aller verfügbaren Wirkstoffe.

Die für Landwirte besonders wichtigen Inhalte des Gesetzes fasst das neue aid-Heft "Arzneimittelrecht für Nutztierhalter" zusammen. Es beantwortet die häufigsten Fragen zum Thema, von der Definition eines Arzneimittels über die Zulassungs- und Anwendungsvorschriften bis zu den Nachweispflichten des Tierhalters. Zudem spricht es die geltenden Regelungen zur Abgabe von Arzneimitteln durch den Tierarzt, zur Bevorratung und ganz allgemein zur richtigen Lagerung im Betrieb an.

Die immer häufiger genutzten alternativen Methoden auf Basis homöopathischer oder phytotherapeutischer Mittel unterliegen ebenfalls dem Arzneimittelrecht und werden ausführlich erläutert.
Aufgrund seiner großen Praxisnähe und des übersichtlichen Aufbaus in Form häufig gestellter Fragen ist das Heft eine ideale Informationsquelle für Landwirte und alle, die im Bereich der Veterinärmedizin arbeiten.

aid-Heft "Arzneimittelrecht für Nutztierhalte", 56 Seiten
Bestell-Nr. 61-1575, ISBN 978-3-8308-0872-5
Preis: 3,00 EUR (Rabatte ab 10 Heften)
zzgl. einer Versandkostenpauschale von 3,00 EUR gegen Rechnung

aid infodienst e. V., Vertrieb, Postfach 1627, 53006 Bonn
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01.04.2010

Spektroskopie zeigt Anfangsstadien der Arthrose

Mediziner am Universitätsklinikum Jena entwickeln neues Verfahren zur Frühdiagnose von Gelenkschäden

(Jena) Die nichtentzündliche Gelenkserkrankung Arthrose gehört zu den Volkskrankheiten und häufigsten Ursachen für Gelenkschmerzen. Schätzungsweise 80 Prozent aller über 50-Jährigen sind von den schmerzhaften Knorpelveränderungen in Knie-, Hüft- oder Fingergelenken betroffen. Mit herkömmlichen Verfahren können die Knorpelschäden erst in späteren Stadien diagnostiziert werden. Mediziner am Universitätsklinikum Jena (UKJ) haben jetzt in Zusammenarbeit mit Technikern ein verletzungsfreies Verfahren zur Diagnose der Arthrose im Anfangsstadium entwickelt.

"Bisher konnten die durch Arthrose verursachten Gelenkschäden erst zu einem Zeitpunkt erkannt werden, bei dem der Abbau und die Veränderungen des Knorpelgewebes bereits weit fortgeschritten waren", erklärt Prof. Dr. Dr. Gunther Hofmann, Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKJ. "Die Unterscheidung von gesundem Knorpelgewebe und den ersten Stadien einer Arthrose war mit den bislang eingesetzten Verfahren faktisch nicht möglich." Dies aber sei wichtig für den Einsatz geeigneter Präventions- und Therapiemaßnahmen, die die Gelenkveränderungen so zu einem frühen Zeitpunkt stoppen und eine dauerhafte Schädigung verhindern könnten.

Derzeit erfolgt die Diagnose in der Regel durch eine Arthroskopie auf der Grundlage des optischen Eindrucks und des Betastens (Palpieren) des Knorpels. Die Jenaer haben zur Steigerung der Aussagefähigkeit das für die Arthroskopie verwendete Endoskop um ein Instrument für Infrarot-nahe Spektroskopie (NIRS) ergänzt und so Messdaten zur molekularbiologischen Beschaffenheit des Knorpels gewinnen können. In einer aktuell veröffentlichen Studie wiesen die Jenaer jetzt nach, dass sich so Gelenkschäden im Vergleich zu anderen Verfahren wie Röntgen, MRT und Arthroskopie wesentlich früher erkennen lassen.

"Durch den Einsatz von NIRS haben wir bei den untersuchten Patienten Anfangsstadien der Arthrose erkennen können, die mit anderen Methoden unerkannt geblieben sind", so Prof. Hofmann. Grundlage für diese Aussagekraft sind die durch Infrarot-nahes Licht erkennbaren Veränderungen auf molekularer Ebene. "Wir wissen, dass die bei Arthrose auftretenden Schäden durch Störungen des Knorpelstoffwechsels verursacht werden, so dass sich die erkrankten Knorpel in ihrer biochemischen Zusammensetzung wesentlich von gesundem Gewebe unterscheiden", so Hoffmann. Der Einsatz von NIRS zeigt solche Veränderungen, die in Verbindung mit weiteren Parametern wie Bewegungsfähigkeit der Gelenke und Schmerzintensität Aussagen über das Vorliegen früher Stadien der Arthrose ermöglichen. Die Ergebnisse dieser Studie wurden jetzt im Journal "Pathophysiology 17(2010)" publiziert.

"Das von uns entwickelte NIRS-gestützte Verfahren bringt für den Patienten keine Belastungen mit sich und verlängert die Dauer einer Arthroskopie nur um durchschnittlich vier Minuten", beschreibt der Unfallchirurg Hofmann den geringen Aufwand für die Diagnoseerweiterung.

"Unsere in der aktuellen Studie gewonnenen Ergebnisse deuten darauf hin, dass NIRS künftig hilfreich sein könnte, um die Früherkennung der Arthrose verbessern zu können", so Hofmann weiter. "Dafür müssen jetzt in größeren Studien weitere Untersuchungen folgen."

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Dr. Gunther Hofmann
Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie,
Universitätsklinikum Jena
07740 Jena
Tel.: 03641/9322901
E-Mail: gunther.hofmann[at]med.uni-jena.de

 

28.02.2010

Beratung durch pferdemedizin.com hat sich sehr bewährt

Seit über vier Monaten bietet pferdemedizin.com Beratungen im Bereich der naturheilkundlichen Tiermedizin per Email und/oder Telefon an.

Diese Beratung wurde von den Tierbesitzerinnen und -besitzern gern angenommen und ermöglichte in den meisten Fällen eine Optimierung der Therapie vor allem bei chronischen Erkrankungen. Wichtig war, dass die Beratung beide Therapierichtungen – die konventionelle und die naturheilkundliche – miteinander kombiniert. So war das Ergebnis der Beratungen entsprechend gut.

Der Preis für eine Beratung erwies sich mit 35 € im Vergleich zu den bis dahin meist hohen Kosten für die Krankheit des Tieres als sehr günstig.

Nähere Informationen zur Beratung finden Sie <<  hier  >>

 

29.01.2010

Akupunktur gegen Heuschnupfen

Auch wenn es noch nicht danach aussieht: der Frühling kommt bestimmt.
Doch vielen Menschen wird der Frühlingsanfang durch tränende Augen, juckende, verstopfte Nasen und wässrigen Schnupfen bis hin zu Atemnot verleidet.

Im "Uni-Zentrum Naturheilkunde" des Universitätsklinikums Freiburg wird seit mehreren Jahren die Elektroakupunktur, die so genannte "augmentierte Akupunktur", bei saisonaler Allergie durchgeführt.

Grundsätzlich ist die Akupunktur bei der Behandlung von allergischen Symptomen in der naturheilkundlichen Medizin nicht neu.

Das Besondere an der "augmentierten Akupunktur" gegen Heuschnupfen ist die meist nur einmalige Behandlung. Nach den Erfahrungen des Uni-Zentrums Naturheilkunde sind bei circa 70 Prozent der Patienten die Beschwerden nach der Behandlung für einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen deutlich gebessert.

Zur Methode: Es werden zwei Punkte im Verlauf des Blasenmeridians im Nackenbereich ermittelt, die einen geringen Hautwiderstand aufweisen.
Diese Punkte werden örtlich betäubt und die Akupunkturnadeln gesetzt.
Über die Akupunkturnadeln wird ein Reizstromimpuls gegeben.

Eine wichtige Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist, dass der Patient zum Zeitpunkt der Behandlung unter starken allergischen Symptomen leidet.

Weitere Informationen und Anmeldung im Uni-Zentrum Naturheilkunde unter Tel.: 0761/ 270 8201

Anmerkung: Heuschnupfen lässt sich ebenfalls gut mit anderen energetischen Methoden, besser noch in Kombination mit Homöopathie, behandeln.

 

22.01.2010

Homöopathische Arzneimittel werden in Deutschland gern genutzt

Große Teile der deutschen Bevölkerung wenden homöopathische Arzneimittel ungeachtet der seit langem geführten Diskussion um ihre Wirksamkeit  an.

Nach einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach hat mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland schon einmal selbst homöopathische Arzneimittel verwendet. 1970 hatte nur knapp jeder vierte Westdeutsche schon einmal Homöopathika genommen (24 Prozent), heute sind es mit 57 Prozent der Gesamtdeutschen mehr als doppelt so viele.

Die Ergebnisse der Studie können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

 

15.01.2010

Toxoplasmose: eine unterschätzte Gefahr

Über den Schutz vor Infektionen mit Toxoplasmen informiert ein neues Merkblatt des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Infizieren sich Frauen erstmalig während der Schwangerschaft mit diesen Parasiten, kann das ungeborene Kind schwer geschädigt werden oder sogar sterben. Besonders gefährdet sind aber auch Kleinkinder unter fünf Jahren und Personen, die durch Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme ein geschwächtes Immunsystem haben. "Diese Personengruppen sollten wissen, von welchen Lebensmitteln ein besonderes Risiko ausgeht und wie sie sich vor einer Infektion mit Toxoplasmen schützen können", sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. Toxoplasmen können insbesondere in rohem Fleisch vorkommen. Außerdem können Obst und Gemüse auf der Oberfläche mit dem Erreger verunreinigt sein.
Die Infektion mit Toxoplasmen (Toxoplasmose) gehört zu den häufigsten parasitären Infektionen weltweit. Sie verläuft jedoch meistens unerkannt. Der Erreger Toxoplasma gondii kann alle warmblütigen Tiere, einschließlich Vögel, befallen. Ist der Erreger einmal in den Wirtsorganismus gelangt, verweilt er in der Regel ein Leben lang in Geweben der Muskulatur und des Nervensystems. Deshalb können Toxoplasmen in rohen, vom Tier stammenden Lebensmitteln wie Hackfleisch, Hackepeter und Rohwurstprodukten vorkommen. Infektiöse Erregerstadien (Oozysten) werden aber auch von infizierten Katzen mit dem Kot ausgeschieden. Sie können mit dem Wind, mit Regen und Oberflächenwasser weit verbreitet werden und in der Umwelt lange überleben. Somit können diese Oozysten auch auf Obst und Gemüse oder ins Trinkwasser gelangen.
Durch Erhitzen, also beim Kochen, Braten oder Pasteurisieren, werden alle Entwicklungsstadien des Parasiten zuverlässig abgetötet. Demgegenüber kann er bei Kühlschranktemperaturen mehrere Wochen überleben. Auch bei Gefriertemperaturen bleiben Toxoplasmen unter Umständen infektiös.
In Deutschland besitzt etwa die Hälfte der Bevölkerung Antikörper gegen diesen Parasiten. Eine akute Toxoplasmose tritt selten auf und äußert sich in der Regel mit grippeähnlichen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen und Lymphknotenschwellung vor allem im Halsbereich. Personen mit geschwächtem Immunsystem können aber auch schwere Krankheitsverläufe mit Beteiligung unterschiedlicher Organe, zum Beispiel der Lunge und des Gehirns, zeigen. Ist eine Schwangere nicht gegen Toxoplasmen immun, kann eine Infektion während der Schwangerschaft für Ungeborene zum Teil schwere Missbildungen wie Wasserkopf, geistige Behinderungen oder Blindheit zur Folge haben. Auch Fehl- und Totgeburten kommen vor. Die akute Phase der Toxoplasmose kann mit Antibiotika wirksam behandelt werden. Auf die Dauerstadien in Geweben haben Medikamente jedoch wenig Einfluss.
Zur Vermeidung einer Infektion mit Toxoplasmen empfiehlt das BfR deshalb insbesondere abwehrgeschwächten Personen und Schwangeren, die keine Antikörper gegen Toxoplasmen besitzen:

- Keine rohen Wurst- und Fleischwaren verzehren (Hackfleisch, Carpaccio, Mettwurst, Teewurst, Salami), Fleischgerichte gründlich durchgaren
- Rohes Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich abwaschen, schälen und/oder kochen
- Lebensmittel mit anhaftender Erde, zum Beispiel Kartoffeln und Karotten, getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren
- Kontakt mit Katzenkot vermeiden
- Regelmäßig Hände waschen

Das Merkblatt "Schutz vor Toxoplasmose" richtet sich an Verbraucher und Multiplikatoren. Es ist kostenlos und kann schriftlich im BfR angefordert werden (publikationen@bfr.bund.de oder Fax 030-18412-4970).
Es steht auch im Internet zum Download zur Verfügung:

http://www.bfr.bund.de/cm/238/verbrauchertipps_schutz_vor_toxoplasmose.pdf

 

07.01.2010

Das Buch “Gedanken altern nicht” ist 2010 in 3. Auflage erschienen

 

Gedanken altern nicht

ISBN: 978-3-8334-5446-2

Der Umfang des Buches wurde stark erweitert; der Preis ist derselbe geblieben.

(nähere Infos <<  hier  >>)

 

07.01.2010

Elemente des Bornavirus wurden vor ca. 40 Millionen Jahren Teil des menschlichen Erbgutes

Das Bornavirus (engl. Borna disease virus = BDV) ist ein behülltes RNA-Virus. Es löst die „Hitzige Kopfkrankheit“ der Pferde aus. Sie wurde erstmals 1885 bei Kavalleriepferden in der Stadt Borna beschrieben.
Die Borna-Krankheit ist eine ansteckende Gehirn- und Rückenmarksentzündung vor allem bei Pferden und Schafen. Bei Menschen wird das Virus mit psychischen Erkrankungen (vor allem Depressionen und Schizophrenie) in Verbindung gebracht. Ein hinreichender Beweis für diese Vermutung fehlt jedoch bisher.
Der japanische Forscher Horie und Mitarbeiter (Horie et al., 2010) konnten nun zeigen, dass das Erbgut von Säugern, wie Menschen, nicht-humanen Primaten, Nagern und Elefanten, Elemente aufweist, die dem Nucleoprotein (N)-Gen des Bornavirus homolog sind. Die Untersuchungen zeigten auch, dass die Borna-Elemente vor ca. 40 Millionen Jahren in die menschliche Zelle integriert worden sein müssen.

 

18.11.2009

Wie es den Equiden gefällt - Neue Leitlinien zur Pferdehaltung

(aid) - Wer seinem Pferd dauerhaft Gutes tun will, kann in den neu aufgelegten "Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten" nachlesen, auf was er dabei grundsätzlich achten sollte. Dafür hat die Sachverständigengruppe des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) auf 31 Seiten den aktuellen Stand zum Thema Pferdehaltung zusammen getragen. Unter den Experten sind unter anderem die Verhaltenswissenschaftlerin Dr. Margit Zeitler-Feicht sowie der Chefveterinär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Dr. Michael Düe.
Die Grundbedürfnisse der Equiden haben sich in den 5000 Jahren ihrer Domestizierung kaum verändert und zwar unabhängig von ihrer Nutzung, wie die Pferdefachleute betonen: viel Licht, Luft, Sozialkontakt, freie Bewegungsmöglichkeit und das richtige Futterangebot sind noch immer die unablässigen Grundpfeiler einer art- und tierschutzgerechten Haltung. Daher wollen die Verfasser die Leitlinien als grundlegende Basis für alle Pferdebesitzer verstanden wissen. Neben den essentiellen Bedürfnissen von Equiden wird ebenso auf Haltungsformen, Herdenmanagement, bauliche Voraussetzungen und das richtige Stallklima Bezug genommen.
Erstmals wurden die Leitlinien das erste Mal 1995 vom BMELV herausgegeben. Nun liegen sie in der überarbeiteten Ausgabe gratis zum Download bereit und bilden ein wertvolles Fundament für jedwede Pferdehaltung.
aid, Dagmar Barkmann

Die Leitlinien zum kostenfreien Herunterladen befinden sich < hier >

aid infodienst
Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V.
Heilsbachstraße 16
53123 Bonn
Tel. 0228 8499-0
Internet: http://www.aid.de, E-Mail: aid@aid.de

 

02.11.2009

Pferdemedizin.com bietet nun auch Beratungen per Email und Telefon an

Nunmehr sind auch Beratungen im Bereich der naturheilkundlichen Tiermedizin per Email (peter@pferdemedizin.com) oder Telefon möglich. Die deutsche Rufnummer ist 04251 7524; Rückrufe auf Mobiltelefone erfolgen grundsätzlich nicht.

Vor der Beratung sollten ein kurzer Vorbericht und einige Fotos des Tieres per Email zugeschickt werden.

Die Abrechnung der Beratung erfolgt pro Tier vorab per PayPal über den PayPal-Button auf der Internetseite http://www.pferdemedizin.com.

 

12.10.2009

Pferdissimo.com - der besondere Anzeigenmarkt für den Reit- und Fahrsport

Pferdissimo ist ein virtueller Anzeigen-Marktplatz für den Reit- und Fahrsport in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Neben Verkaufsanzeigen für Pferde kann eine Fülle weiterer Anzeigen z.B. für Verkauf, Gesuch und Tausch der unterschiedlichsten Artikel sowie auch für Dienstleitungen (z.B. im Bereich der Tiermedizin oder der Hufbearbeitung) aufgegeben werden.
Standardanzeigen sind 6 Monate gültig, Premiumanzeigen 1 Jahr. Standardanzeigen sind kostenlos; Premiumanzeigen sind kostenpflichtig. Sie werden stets als Erste und hervorgehoben präsentiert.
Es werden drei Arten von Premiumkonten angeboten: Guthaben in Bündeln zu fünf Einzelanzeigen, Monatsflatrate und Jahresflatrate. Premiumkonteninhaber können sich auf Pferdissimo insbesondere mit einem Flatratetarif kostengünstig einen Anzeigenshop unter vollständiger eigener Kontrolle einrichten. Hierin können ohne weitere Kosten beliebig viele Anzeigen geschaltet werden.
Nicht zuletzt auf Grund des integrierten RSS-Feeds sind alle Anzeigen nach der Aufnahme umgehend in den Suchmaschinen zu finden. Standardanzeigen werden stets individuell vom Betreiber freigeschaltet. Premiumaccounts werden nach Bezahlung der Gebühr nur einmal freigeschaltet; danach erscheinen die aufgegebenen Anzeigen sofort automatisch im Internet.
Die Bezahlung der Gebühren erfolgt ausschließlich per PayPal. Hierdurch wird eine größtmögliche Sicherheit bei der Bezahlung erreicht.

Adresse: http://www.pferdissimo.com, RSS-Feed: < hier >

Pressemitteilung:  < hier >

 

16.09.2009

Vorsicht Fuchsbandwurm  - Tipps zum Schutz vor Infektion

(aid) - Wald und Natur halten einige Delikatessen für fleißige Sammler bereit: Im Sommer gibt es Brombeeren oder Heidelbeeren und im Herbst beginnt die Hochsaison für Pilze. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock warnt hier allerdings vor einer Gefahr: Bodennahe Früchte können mit den Eiern des Fuchsbandwurms behaftet sein, da infizierte Füchse dort ihren Kot abgesetzt haben. Vor allem in Süddeutschland, aber auch immer mehr im Norden der Republik sind Füchse von diesem Bandwurm befallen. Nimmt der Mensch seine Eier auf, wird er unheilbar und sogar lebensgefährlich krank, da Leber und andere Organe irreversibel geschädigt werden. Zwischen dem Zeitpunkt der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit können bis zu 15 Jahre liegen. Der Mensch ist ein Fehl-Zwischenwirt. Eigentlich fressen Mäuse oder andere Beutetiere des Fuchses die Bandwurmeier. Über die Mäuse können auch Hunde und Katzen infiziert werden und somit wiederum der Mensch. Deshalb sollten diese Haustiere prophylaktisch und in regelmäßigen Abständen einer Wurmkur unterzogen werden. Mittlerweile sind Füchse auch in Gärten und Obstplantagen zu Gast. Deshalb sind Salat, Erdbeeren oder Fallobst ebenfalls mögliche Träger von Fuchsbandwurmeiern.
Um sich vor einer Infektion schützen, sollte man ein paar Dinge beachten: Vor allem sollten rohes Obst und Gemüse vor dem Verzehr sehr gründlich gewaschen werden. Sicher abgetötet werden die Bandwurmeier aber nur, wenn man das Lebensmittel bei mindestens 70° C kocht oder backt. Kälte hingegen schadet ihnen nicht, weshalb das Einfrieren im Haushalt keinen Schutz bietet. Das LALLF empfiehlt darüber hinaus,
- kranke und tote Tiere, besonders Füchse und Mäuse, nur mit Handschuhen und Mundschutz anzufassen,
- Fuchskot aus dem Garten mit dichten Plastikbeuteln zu entfernen und im Hausmüll zu entsorgen,
- Füchse nicht zu füttern, z.B. mit Fleischresten, Knochen oder Nahrungsmitteln auf dem Kompost,
- Abfallsäcke erst am Tag der Müllabfuhr, nicht am Vorabend, draußen bereit zu stellen,
- keine Futterteller für Haustiere draußen aufzustellen.
aid, Kirsten Jänisch-Dolle

aid infodienst
Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V.
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53123 Bonn
Tel. 0228 8499-0
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25.08.2009

Wissenschaftler des HZI erforschen, wie Salmonellen Tumore abtöten.

Salmonellen haftet ein schlechtes Image an. Kaum ein Sommer vergeht ohne eine Zeitungsmeldung von schweren Salmonellen-Infektionen durch Eierspeisen oder Hühnerfleisch. Aber Salmonellen machen uns nicht nur krank - sie könnten uns in Zukunft auch helfen, Krebs zu bekämpfen. Die Bakterien wandern nämlich in Tumore ein und helfen dabei, sie zu zerstören. Außerdem finden sie eigenständig Metastasen im Körper von Labormäusen und können auch hier zur Heilung führen.

In der Fachzeitschrift "PLoS ONE" zeigen Sara Bartels und Siegfried Weiß vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) jetzt, wie die Bakterien in die Tumore einwandern. Ein Botenstoff des Immunsystems verschafft ihnen den Zutritt: Er macht die Blutgefäße im Krebsgewebe durchlässig, die Bakterien können einwandern und den Tumor besiedeln. Gleichzeitig sammelt sich das Blut im Gewebe und es bildet sich eine so genannte Nekrose - der Tumor stirbt ab. "Der Bluteinstrom in das Tumorgewebe war der Ausgangspunkt für unsere Suche nach dem Mechanismus", sagt Siegfried Weiß, Leiter der Arbeitsgruppe "Molekulare Immunologie" am HZI. "Es gibt einen Botenstoff bei Entzündungen, der genau so eine Reaktion auslöst. Den haben wir zunächst gesucht - und gefunden." Dieser Botenstoff ist nach einer seiner Aufgaben im Körper benannt: Tumornekrosefaktor, kurz TNF-alpha. Die Immunzellen senden TNF-alpha aus, wenn sie beispielsweise Salmonellen im Körper entdecken und alarmieren damit andere Zellen des Immunsystems. Durch die Entzündungsreaktion lösen sich aber auch Blutgefäße auf. Das gleiche passiert auch in einem Tumor: Hier hat TNF-alpha ein leichtes Spiel, denn die Blutgefäße in einem Krebsgeschwür unterscheiden sich grundlegend von einer gesunden Arterie oder Vene. Die Gefäße im Tumor sind ungleichmäßig gebaut, porös und haben teilweise tote Enden. So reicht nur wenig des Faktors aus, um die Wände der Blutbahnen im Tumor aufzulösen und das Blut in das Gewebe einströmen zu lassen.

Die Hoffnung der Forscher: Sie wollen Salmonellen so verändern, dass diese für die Krebstherapie nutzbar werden. Die Bakterien sollen in Krebspatienten gezielt in Tumore einwandern und diesen zum Absterben bringen. Der große Reiz dieser Art Tumore abzutöten, liegt in den Lebensgewohnheiten der Salmonellen. Sie fühlen sich nahezu überall wohl - egal ob ihnen Sauerstoff in schlecht durchbluteten Geweben zur Verfügung steht oder nicht. Genau diese schlecht versorgten Zonen in einem Geschwulst erreichen jedoch traditionelle Krebstherapien nicht, denn dort wo kein Blut mehr strömt, werden auch keinen Chemotherapeutika hin transportiert. Und selbst Strahlentherapie benötigt Sauerstoff für die Reaktionen im Gewebe.

Das Phänomen, dass Tumore von Bakterien angegriffen werden, kennen Wissenschaftler schon länger. Allerdings war eine Krebstherapie mit Krankheitserregern bislang undenkbar. Zu groß wäre das Risiko für die Patienten an der Infektion zu sterben. "Wir haben jetzt einen wichtigen Hinweis bekommen wie Salmonellen in den Tumor eindringen und nun können wir versuchen, die Bakterien entsprechend so zu manipulieren, dass sie für die Krebstherapie nutzbar werden ohne gefährliche Infektionen auszulösen", sagt Sara Bartels.

Dabei helfen vor allem die Ergebnisse ihrer Studie. Die hat gezeigt, dass die Ausschüttung von TNF-alpha dazu beiträgt, dass die Salmonellen den Tumor effizient besiedeln können. Folglich könnten zu stark abgeschwächte Salmonellen nicht mehr in der Lage sein, den Tumor zu besiedeln, da das Immunsystem nicht stark genug auf sie reagiert und zu wenig des Nekrosefaktors ausschüttet. "Wir müssen jetzt das richtige Maß an Aggressivität der Bakterien finden, so dass der Tumor besiedelt und zerstört, der Patient aber nicht gefährdet wird", erklärt die Wissenschaftlerin. Gelingt den Forschern aus Braunschweig dieses Kunststück, können sie sogar noch einen Schritt weiter gehen und die Salmonellen dazu nutzen, therapeutische Stoffe im Tumor freizusetzen, die zu dessen effektiver Zerstörung beitragen. Die würden dann mit den Salmonellen in den Tumor gelangen und auch noch die letzten Krebszellen abtöten - und das wäre eine Revolution in der Tumortherapie. "Es handelt sich hierbei aber noch um absolute Grundlagenforschung und Versuche mit Labormäusen", sagt Siegfried Weiß, "es kann noch Jahre dauern, bis diese Methode für den Menschen einsetzbar ist."

Hören Sie zu diesem Thema auch unseren Podcast. Sara Bartels zeigt Ihnen, wie Salmonellen in Tumore einwandern.

Dr. Bastian Dornbach, Pressereferent, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

 

20.08.2009

Neue Wege der Pferdevermarktung  - Erstes Fohlenchampionat im Internet

(aid) - Seit den ersten Fohlenschauen des Jahres 2009 ist klar: Die Krise hat die Pferdezucht erreicht. Die Züchter sparen, wo sie können. Und das offenkundig selbst bei den Nenngeldern und Transportkosten zu den traditionellen Fohlenschauen.
Mit dem Ergebnis, dass diese ersten Veranstaltungen für den Pferdenachwuchs mancherorts mit so wenig Beteiligung über die Bühne gingen wie kaum zuvor.
Diese Situation haben die Ausrichter der ersten virtuellen Nachwuchs-Parade erkannt und innovativ umgesetzt: Mit dem ersten Online-Wettbewerb für Fohlen auf
www.fohlenchampionat-online.com.
Jeder Züchter kann mit zwei Aufnahmen seines Tieres und einer Teilnahmegebühr von zehn Euro an der Internet-Schau teilnehmen. Das Zuchtgebiet spielt dabei keine Rolle. Die Bewertung nehmen fachkundige Experten aus Zucht und Ausbildung nach den drei Kriterien Typ, Gebäude und Geschlechtsausdruck vor. Die üblichen Bewegungsnoten können zwar anhand der Fotos freilich nicht vergeben werden. Jedoch erhalten die 50 besten Fohlen der Online-Schau Gelegenheit, sich live der Jury in einem Gestüt in Bayern vorzustellen. Abschließend erfolgt die Kür der Gesamtsiegerfohlen in den jeweiligen Kategorien Hengst- und Stutfohlen, sowohl bei Großpferden und bei Ponys. Zudem gibt es ein Zuschauer-Voting im Internet. Insgesamt sind als Gewinnprämie Geld- und Sachpreise im Wert von 10 000 Euro ausgeschrieben.

aid, Dagmar Barkmann

Mehr Informationen: www.fohlenchampionat-online.com

aid infodienst
Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V.
Heilsbachstraße 16
53123 Bonn
Tel. 0228 8499-0
Internet: http://www.aid.de, E-Mail: aid@aid.de

 

02.08.2009

Geliebte Kühe geben mehr Milch.
Britische Studie belegt: Mit eigenem Namen fühlt sich das Vieh wohler und leistet mehr.

(animal) Zuneigung zu Tieren macht sich „bezahlt“. Bei Kühen trifft dies offenbar im wahrsten Sinne des Wortes zu. Denn britische Forscher fanden heraus, dass Kühe, die von ihren Besitzern einen eigenen Namen bekommen, nicht nur glücklicher und entspannter sind, sondern auch mehr Milch geben. Wenn der Bauer zu seinen Tieren eine persönliche Beziehung aufbaut, kann das rund 250 Liter mehr Milch pro Jahr bedeuten. Dies schließen britische Agrarforscher um Peter Rowlinson von der Universität in Newcastle aus einer Umfrage, die sie unter britischen Farmern durchführten.

Die Wissenschaftler verschickten Fragebögen an Milchbauern, um mehr über deren Umgang mit ihrem Vieh zu erfahren und darüber, wie die Tiere auf den Menschen reagieren. Die Auswertung von 516 Bögen ergab eine hohe Meinung der Landwirte von ihren Tieren: 90 Prozent glaubten, ihre Kühe haben Gefühle, 78 Prozent meinten sogar, ihre Tiere seien intelligent. Und fast die Hälfte der Befragten war der Ansicht, dass das Verhalten der Menschen sich direkt auf die Kuh wie etwa deren Fügsamkeit auswirke. Einige Bauern meinten auch, dass Kühe auf negative Erfahrungen mit Menschen mit geringerer Milchproduktion reagierten. Besteht dagegen eine sehr gute Beziehung zwischen Milchbauer und Kühen, steigt offenbar der Ertrag: Jene Bauern, die ihre Kühe beim Namen riefen, konnten im Schnitt 258 Liter mehr Milch pro Jahr und Kuh melken, rechneten die Forscher aus.

In der Vergangenheit hatten bereits mehrere Studien gezeigt, dass Kühe mit einem guten Verhältnis zum Menschen gesünder, produktiver und einfacher im Umgang sind. Die neue Studie belegt, dass darüber hinaus auch ihre Milchleistung gesteigert werden kann. Das Ergebnis der Meinungsumfrage müsse noch durch eine bessere statistische Untersuchung untermauert werden, betonen die Agrarforscher. Allerdings gäben die Resultate klare Hinweise auf eine Ertragssteigerung, wenn Bauern ihre Tiere nicht als anonyme Milchproduzenten behandeln.

Das ist möglicherweise mit ein Grund dafür, dass für bayerische Landwirte Kühe schon lange nicht mehr nur eine Nummer sind, sondern hier jede Milchkuh einen eigenen Namen hat. Es gibt sogar ein eigenes „Namensregister“: Im Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e. V. (LKV) sind sämtliche Milchkühe Bayerns namentlich erfasst. Absoluter Spitzenreiter der beliebtesten Kuhnamen in Bayern ist übrigens der Name „Susi“, gefolgt von „Alma“ und „Berta“. In Franken zählt „Resi“ zu den Favoriten, während in Südbayern mehr „Bellas“ zu finden sind. Fast allen Milchkühen gemeinsam ist dabei, dass sie Vornamen tragen. Dies war keineswegs immer so, sondern hat sich erst seit dem 19. Jahrhundert so entwickelt. Früher dienten andere Kriterien als Anregung für die Namensgebung. So wurden die Tiere beispielsweise häufig nach bestimmten Eigenschaften wie „Flinke“, „Stolze“ oder nach äußerlichen Merkmalen wie der Farbe des Fells benannt („Weiße“, „Rote“). Auch Berufsbezeichnungen wie „Schneider" oder die Herkunft („Altenburger“) konnten bei der Namensvergabe eine Rolle spielen.

Quelle: Deutsches Grünes Kreuz

 

14.07.2009

Tipps für Tiere im Sommer

Die heiße Jahreszeit steht bevor – Mitte Juli bis Ende August. Was für uns Freibadsaison und Eis-Schlecken erwarten lässt, kann für unsere Haustiere Stress, Leiden Hitzschlag und Lebensgefahr bedeuten. Damit auch für ihr Tier der Sommer erträglich wird, hier einige Ratschläge für Tierhalter.

Chica-klein
Hecheln im Sommer

Die Bundestierärztekammer empfiehlt:

   Auto als Backofen: Niemals ein Tier im geparkten Auto zurücklassen! Temperaturen von über 70 Grad sind bei praller Sonne auf das Autodach schnell erreicht, da nützen auch eine Schale Wasser oder ein offener, kleiner Fensterspalt wenig.

   Schatten: Käfige und Freigehege so stellen, dass die Tiere über den ganzen Tag immer auch einen Schattenplatz zur Verfügung haben. „Schlafhäuschen“ bieten keinen Schutz, denn sie heizen sich auf!

   Aktivität: Spaziergänge und Auslauf lieber auf die Morgen- und Abendstunden verlegen.

   Wasser: Der ständig frisch gefüllte Wassernapf ist überlebenswichtig und sollte mehrmals täglich kontrolliert und aufgefüllt und dabei auch mindestens einmal pro Tag gereinigt werden. Im warmen Wasser können sich Keime schnell vermehren und stellen eine zusätzliche Gefahr dar.


Hund im Watt

   Futter: Futterreste direkt nach dem Fressen entfernen, da sie schnell verderben und Erkrankungen hervorrufen können.

   Fell: Viele Tiere haben ein dichtes Fell, das sie vor Kälte gut schützt. Im Sommer kann dieses Fell hinderlich werden, denn es blockiert die Wärmeabgabe. Im Gegensatz zum Menschen können viele Tiere nicht oder nicht so ausgeprägt Schwitzen. Hunde hecheln, Katzen und Kaninchen lecken sich das Fell nass. Vögel sperren den Schnabel auf. All diese Aktivitäten erfordern viel Wasser.  

   Scheren: Langhaarige Hunde bei Bedarf scheren.

   Kämmen, Maden: Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen häufiger kämmen und auf Fliegenmaden kontrollieren, denn Fliegen legen in zotteligem Fell gerne ihre Eier ab. Nach wenigen Stunden schlüpfen die Maden und können die Tier-Haut großflächig zerstören.   

ACHTUNG HITZSCHLAG: Notfall – schnelles Handeln geboten!

Anzeichen beim Hund sind starkes Hecheln, Erbrechen, Durchfall, Taumeln oder Krämpfe, auch Bewusstlosigkeit. Das Tier sofort in den Schatten bringen und Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen: dem Tier langsam erst die Beine, dann den Körper mit feuchten Tüchern oder Decken kühlen; nur einem Tier bei Bewusstsein Wasser anbieten. Dann ab zum/r Tierarzt/Tierärztin, denn es besteht Lebensgefahr! Infusionen und Notfallmedizin können nötig sein, auch wenn dass Tier sich leicht unter Ihren Erste-Hilfe-Maßnahmen erholt. Vorher Tierarzt/Tierärztin anrufen, damit alles vorbereitet werden kann und keine wertvolle Zeit verloren geht.


Thermographie

Bundestierärztekammer
Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tierärztekammern e.V.
Oxfordstr. 10, 53111 Bonn
Tel. (02 28) 7 25 46-0/-70, Fax 7 25 46 66
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Dr. Sabine Merz

 

08.07.2009

Doping im Reitsport - Schaden für Branche kaum absehbar

(aid) - Der Schaden, den das Thema "Doping im Reitsport" auch für die vielen deutschen Zucht- und Sportbetriebe haben kann, ist derzeit noch nicht abzuschätzen. Derzeit reiten nach Angaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Deutschland zwischen 1,6 und 1,7 Millionen Menschen; weitere 870000 würden gerne reiten. Ein enormes wirtschaftliches Potenzial also. Die FN berichtet, dass drei bis vier Pferde einen Arbeitsplatz ergeben. Danach verdienen in Deutschland mehr als 300000 Menschen ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt durch Pferd und Pferdesport. 1,6 Millionen Tonnen Futtergetreide und etwa 1,8 Millionen Tonnen Heu und Stroh werden jährlich gebraucht, um die rund eine Million Pferde und Ponys in Deutschland zu füttern. Im Jahr 2006 wurden in Deutschland 3700 Reitpferde-Zuchthengste sowie 71400 Reitpferde-Zuchtstuten registriert. Dazu kamen insgesamt 31100 neu registrierte Reitpferdefohlen. Geht der Absatz von Pferden zurück, werden nicht nur Zuchtbetriebe "draufzahlen" müssen, sondern eine ganze Branche. Doping könnte somit am Ende allen schaden.
Im Pferdesport entscheidet der Mensch über das Pferd und ist deshalb einer ethischen Verantwortung unterworfen. Die vielen verantwortungsbewussten Reiter sehen sich in der Zwickmühle zwischen erforderlicher Medikation und immer feiner werdender Analysemethoden. Verantwortungslose Reiter - beziehungsweise solche, die ihre Verantwortung den ökonomischen Interessen oder dem persönlichen Ehrgeiz unterordnen - spielen bewusst Hase und Igel mit den Möglichkeiten der Nachweisbarkeit verbotener Substanzen. Die Mehrzahl aber reitet Turniere ohne zu barren, ohne die "Beine heiß" zu machen und kommt ohne verbotene Substanzen aus.

Die gesamte Reiterszene, vor allem auf dem Freizeit-Niveau, unter den Generalverdacht der potenziellen Tierquälerei zu stellen, wird der Realität nicht gerecht. Genau deswegen muss der Finger in die Wunden gelegt werden, sowohl was unsachgemäße Ausbildungsmethoden (durch Laien wie durch Profis) angeht, als auch im Hinblick auf Doping. Es muss sich wieder durchsetzen, dass es im Reitsport darum geht, die durch professionelle Zucht gut veranlagten Pferde durch korrektes Training in ihrem Körperbau und ihren natürlichen Bewegungen zu fördern und zu formen. Durch pferdegemäße Haltung und sachgemäße Ausbildung kann so dem Pferd die Freude an der Arbeit erhalten bzw. gefördert werden.
aid, Friederike Eversheim

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25.05.2009

Gefährliche Giftpflanze auf dem Vormarsch
Frank Luerweg, Abteilung Presse und Kommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
 

In der Tigray-Region in Nord-Äthiopien sind in den vergangenen Jahren mehr als 300 Menschen an einer rätselhaften Vergiftung gestorben. Dank der Hilfe eines Pharmazeuten der Universität Bonn ist es inzwischen gelungen, den Verursacher zu identifizieren: Es handelt es sich um eine Pflanze, deren Inhaltstoffe die Leber nachhaltig schädigen können. In Deutschland ist momentan eine verwandte Art auf dem Vormarsch, das so genannte Jakobskreuzkraut. Es soll hierzulande für den Tod etlicher Pferde verantwortlich sein.
Das Jakobskreuzkraut produziert so genannte Pyrrolizidinalkaloide. Diese können bei dauerhaftem Genuss bereits in relativ geringen Dosen die Leber schädigen. Als Spätfolge droht dann Leberkrebs. Größere Mengen können direkt einen tödlichen Leberschaden auslösen. In Äthiopien sind seit 2001 mehr als 300 Menschen an einer solchen Vergiftung verstorben, zumeist Kinder. "Ihre Leber reagiert weitaus sensibler auf das Gift als die von Erwachsenen", erklärt Dr. Helmut Wiedenfeld vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn.

Der Wissenschaftler forscht bereits seit mehr als 20 Jahren über die gefährlichen Inhaltsstoffe von Kreuzkräutern und ihren Verwandten. In Äthiopien standen Ärzte der Weltgesundheitsorganisation WHO zunächst vor einem Rätsel, wodurch die Vergiftungsfälle ausgelöst wurden. "Bis sich ein Forscher dort daran erinnerte, dass er in einer meiner Publikationen von ähnlichen Symptomen gelesen hatte", sagt Wiedenfeld. Inzwischen ist klar, dass eine Pflanze namens Ageratum conyzoides die Todesfälle verursacht hat. Sie wächst dort als Unkraut auf Getreidefeldern und war so beispielsweise in Brot und Bier gelangt.

Pferde besonders gefährdet

Hierzulande ist eine verwandte Art auf dem Vormarsch, die dieselben toxischen Stoffe enthält: das bis zu 1,40 Meter hohe Jakobskreuzkraut. Grund sei unter anderem die Zunahme von Brachflächen, die überdies nicht mit Herbiziden behandelt würden. "Jakobskreuzkraut ist sehr genügsam", erklärt Wiedenfeld. "Mancherorts wachsen hierzulande bereits riesige Monokulturen." Inzwischen häufen sich in ganz Deutschland Todesfälle bei Pferden, die für das Toxin der Pflanze besonders empfindlich sind. "In vielen dieser Fälle steht inzwischen eindeutig Jakobskreuzkraut als Verursacher fest", sagt der Pharmazeut.

In Baden-Württemberg gibt es inzwischen einen ersten Todesfall beim Menschen. Dort hat eine Frau während der Schwangerschaft große Mengen eines Gesundheitstees getrunken, der eine Pflanze mit Pyrrolizidinalkaloiden enthielt. Dadurch wurde die Leber des Fötus so sehr geschädigt, dass das Kind kurz nach der Geburt verstarb. Momentan wird am Pharmazeutischen Institut untersucht, ob diese toxischen Stoffe in die Nahrungsmittelkette gelangen können. Es mehren sich die Hinweise, dass das Toxin möglicherweise in die Milch von Kühen übergehen kann, die Jakobskreuzkraut gefressen haben. Durch Bienen kann es zudem in Honig gelangen; dort wurde es bereits nachgewiesen.

Ein Grund zur Panik bestehe nicht, betont Wiedenfeld. "Wir müssen die Pflanze aber mit aller Macht bekämpfen", sagt er. "Es gibt wirksame Herbizide, die auch schnell wieder abgebaut werden und somit die Umwelt nur gering belasten. Sie werden aber viel zu selten angewandt." Problematisch stellt sich die Situation bei Stilllegungsflächen, in Naturschutzgebieten und - aufgrund des Herbizid-Tabus - im besonderen Maße in der Bio-Landwirtschaft dar. "Wir arbeiten mit der Landwirtschaftskammer NRW an der Frage, wie hoch die toxische Belastung ist und wie man den Vormarsch dieser Pflanzen stoppen kann", sagt Wiedenfeld. "Das betrifft neben dem Jakobskraut auch seine nahen Verwandten, vor allem das rauken- und das schmalblättrige Kreuzkraut." Auch über eine Aussetzung des Herbizid-Tabus sollte man nachdenken, meint der Bonner Pharmazeut. "Es könnte sein, dass einer weiteren Vermehrung des Jakobskreuzkrauts anders nicht beizukommen ist."

Kontakt:
Dr. Helmut Wiedenfeld
Pharmazeutisches Institut der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-5225
E-Mail: wiedenfeld@uni-bonn

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