23.11.2011
Vorsicht Resistenzen
- Maßnahmen
zur Verringerung des
Antibiotikaeinsatzes
(aid) - Tiere bleiben genauso wie
Menschen nicht immer ihr Leben lang gesund. Je nach Krankheit
und Krankheitsverlauf ist der Einsatz von Medikamenten
unabdingbar. Doch welches Medikament ist das Richtige? Immer
noch zu schnell und zu oft werden Antibiotika eingesetzt und das
Risiko einer Resistenzentwicklung in Kauf genommen mit der
Folge, dass bestimmte Antibiotika nicht mehr wirken, auch nicht
mehr in der Humanmedizin. Ziel der EU und auch des
Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz ist es, durch Aufklärung und bessere
Datenerhebung und Nutzung eine Minimierung der verabreichten
Antibiotika-Mengen zu erreichen.
Zwölf konkrete Maßnahmen im Rahmen des
Aktionsplans zur Abwehr der Antibiotikaresistenz hat die
EU-Kommission am 17. November 2011 bekannt gegeben, die in den
nächsten fünf Jahren greifen sollen. Dazu gehören u. a. eine
Verschärfung der EU-Rechtsvorschriften für Tierarzneimittel und
Fütterungsarzneimittel, die Einführung von Empfehlungen zum
umsichtigen Antibiotikaeinsatz in der Veterinärmedizin, Stärkung
der Infektionsprävention und -kontrolle in Krankenhäusern, die
Förderung der Bemühungen zur Bedarfsanalyse für neue Antibiotika
in der Veterinärmedizin und eine Verbesserung der
Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Antibiotikaresistenz.
Das Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat Mitte November 2011 ein
nationales Maßnahmenpaket bekannt gegeben, um den Einsatz von
Antibiotika in der Tierhaltung transparenter zu machen,
konsequent zu minimieren und Resistenzen zu verringern.
Angekündigt wurde eine Änderung des Arzneimittelgesetzes und der
DIMDI-Arzneimittelverordnung. Geändert und verschärft werden
soll auch die Verordnung über tierärztliche Hausapotheken. Eine
Arbeitsgruppe "Antibiotika-Resistenz" soll u. a. die Ergebnisse
der Resistenz-Monitorings analysieren, Risikobewertungen
vornehmen und Strategien für das Risikomanagement erarbeiten.
Welche Gesetze und Verordnungen beim Einsatz von
Tierarzneimitteln bereits jetzt einzuhalten sind, erläutert
ausführlich das aid-Heft "Arzneimittelrecht für Nutztierhalter".
Es beantwortet alle wichtigen Fragen zu dem Thema, von der
Definition eines Arzneimittels über die Zulassungs- und
Anwendungsvorschriften bis zu den Nachweispflichten des
Tierhalters. Zudem spricht es die geltenden Regelungen zur
Abgabe von Arzneimitteln durch den Tierarzt an, zur Bevorratung
und zur richtigen Lagerung im Betrieb.
Quelle:
www.aid.de
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02.11.2011
Winterpflege für die Weide
-
Nach dem Weideabtrieb ist
vor der Winterruhe
(aid) - Wie alle Grünlandflächen sollten
auch Pferdeweiden winterfest gemacht und auf die Winterruhe
vorbereitet werden. Der für Pferde typische kurze Verbiss der
Grasnarbe, die Trittbelastung durch die Hufe und die selektive
Futteraufnahme durch die Bevorzugung bestimmter Pflanzenarten
führt zu einer starken Belastung von Pferdekoppeln. Das
erfordert eine dauernde Beobachtung und entsprechende
Bewirtschaftungs- und Pflegemaßnahmen.
Am Ende der Weidesaison sind die letzten Grasbestände
abgefressen und die Vegetation begibt sich in den Winterschlaf.
"Vegetationsruhe" nennt sich diese Zeit, in der der Frost die
Pflanzen in die Winterpause zwingt.
Ähnlich wie beim Weideaustrieb existiert
auch für den Weideabtrieb kein fester Termin.
Witterungsbedingungen spielen eine wichtige Rolle bei der
Entscheidung für den richtigen Zeitpunkt. Dabei gilt die Sorge
weniger den Tieren, die bei Vorhandensein einer entsprechenden
Schutzhütte und einer bedarfsgerechten Fütterung durchaus selbst
starken Frösten trotzen können. Vielmehr dient der Weideabtrieb
dem Schutz der Pflanzen: Wer im Herbst seine Tiere rechtzeitig
von der Weide holt, der legt den Grundstein für einen kräftigen
Neuaustrieb im nächsten Frühjahr.
Die Pflanzen sollten noch vor den ersten
Frösten die Chance auf einen weiteren, ungestörten Aufwuchs
haben. Denn die ausgelaugten Grasnarben fallen insbesondere in
trockenkalten Wintern leicht dem Frost zum Opfer. Andererseits
darf das Gras bei Winterbeginn auch nicht zu hoch stehen. Denn
der erfrorene Aufwuchs legt sich wie ein filziger Überzug auf
den Boden, der den jungen Gräsern im Frühjahr Licht und Luft
raubt. Es gilt also, den goldenen Mittelweg zu finden.
Grundsätzlich sollten Weiden vom Mist
befreit werden. Eine maschinelle Bearbeitung empfiehlt sich aber
nicht, denn die Kontamination der Weidefläche mit den für die
Pferde schädlichen Würmern kann zunehmen und wirkt damit
kontraproduktiv. Sind starke Trittschäden entstanden, kann man
diese mit der Wiesenwalze beseitigen. Da durch die Beweidung im
Sommer Geilstellen entstanden sind, die von den Pferden nicht
mehr abgefressen wurden, stehen diese Vegetationsareale jetzt im
Herbst deutlich höher als der restliche Grasbestand. Ein letztes
Mal in dieser Saison sollte daher zum Kreiselmäher oder zur
Sense gegriffen und die betreffenden Stellen gemäht werden,
damit das Gras mit einer einheitlich Länge von etwa fünf
Zentimetern in den Winter gehen kann.
Auch wenn nach der Mahd größere
Ausfallstellen hervortreten, ist eine Nachsaat zu diesem
Zeitpunkt nicht mehr sinnvoll. Die Vegetationsperiode ist
bereits weitestgehend abgeschlossen, die Samen würden keine
Chance mehr für ein Keimen erhalten.
Quelle:
www.aid.de
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26.10.2011
Pferdehaltung -
Mistentsorgung im Winter
(aid) - Pferdemist wird nach wie vor als
Festmist gelagert. Insbesondere in den Wintermonaten nimmt die
Höhe und Breite des Misthaufens enorm zu. Wer nicht großzügig
geplant hat, kann hierbei in arge Bedrängnis geraten. Ein
Ausbringen von Mist und Gülle außerhalb der Vegetationsperioden
ist nämlich laut Gülleverordnung verboten.
Die Kompostierung von Pferdemist ist eine
gute Recyclingmethode, erfordert jedoch eine gewisse
Sachkenntnis, ist relativ aufwändig und außerdem nur selten
behördlich gestattet. In jedem Fall muss vor der Errichtung
einer Kompostierungsanlage eine Genehmigung beim zuständigen
Ordnungsamt (Untere Naturschutzbehörde) eingeholt werden.
Grundsätzlich ist es nämlich nicht gestattet, Mist in der freien
Landschaft zu lagern - das gilt auch für Kompostmieten.
Wer auf Kompost als Dünger nicht
verzichten möchte, der wendet sich an die Kompostierungswerke
der Gemeinden. Das hat den Vorteil, dass die Inhaltsstoffe des
Düngematerials bekannt sind und dieser Grunddünger anschließend
gezielt mit Mineraldünger ergänzt werden kann.
Mist darf nur auf einer befestigten Mistplatte gelagert
werden - selbiges gilt auch bei der Kompostierung! Darüber
hinaus muss dafür Sorge getragen werden, dass Flüssigkeiten wie
Jauche und Gülle nicht in den Boden sickern oder in das
Oberflächenwasser gelangen können. Im Außenbereich -
betroffen sind hier beispielsweise Offenställe in der freien
Landschaft - ist es ebenfalls unzulässig, einen ungesicherten
Misthaufen anzulegen. Da jedes Bundesland über eine
landesspezifische Verordnung verfügt (Länderhoheit), ist ein
vorsorglicher Gang zum nächsten Landwirtschaftsamt
unverzichtbar. Bei einem Verstoß gegen die Vorschriften muss mit
empfindlichen Geldstrafen gerechnet werden. Besonders
restriktive Auflagen existieren für Wasserschutz- oder
Wassereinzugsgebiete, Überschwemmungsareale und
Naturschutzgebiete.
Weitere Informationen: aid-Heft "Kompost in der
Landwirtschaft", Bestell-Nr. 61-1476, Preis: 2,50 EUR,
www.aid-medienshop.de
www.kompost.de
Quelle:
www.aid.de
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21.09.2011
Vorsicht bei Druse
-
Hochinfektiöse
Pferdekrankheit
Druse ist eine hochinfektiöse,
bakterielle Erkrankung der oberen Atemwege beim Pferd. Sie wird
durch Streptokokken verursacht. Häufig in Folge einer
Sekundärerkrankung wie Herpes oder Influenza auftretend, können
Pferde jeden Alters betroffen sein. Die Ansteckung erfolgt als
Tröpfcheninfektion von Pferd zu Pferd, aber auch der Mensch kann
Überträger dieser Krankheit sein.
Nach einer durchschnittlichen
Inkubationszeit von drei bis 14 Tagen sind häufig hohe
Fieberschübe von bis zu
41 Grad Celsius zu beobachten. In der Folge schwellen die
Lymphknoten am Kopf, in der Ohrspeicheldrüse und im Rachen stark
an. Im schlimmsten Fall kann die Verengung des Rachenraumes
lebensbedrohlich sein. Die Pferde haben starke
Schluckbeschwerden und ein hohes Schmerzempfinden bei Berührung
der betroffenen Stellen. Sie verweigern in diesem Stadium oft
die Futteraufnahme, sind apathisch und weisen nicht selten eine
gestreckte Halshaltung auf, um sich eine Linderung der
Rachenschmerzen und Atemprobleme zu verschaffen.
Wenige Tage nach dem Auftreten der ersten
Krankheitsanzeichen bilden sich eitrige Abszesse an den
Kehlgangslymphknoten, die häufig platzen oder vom Tierarzt
geöffnet werden müssen. Durch das Austreten von cremig-gelbem
Eiter bessern sich die klinischen Symptome, das Fieber sinkt,
der Patient zeigt wieder deutlich mehr Lebensenergie und
Appetit.
Komplikationen können auftreten, wenn
sich die Abszesse in den Rachen oder die Luftsäcke entleeren,
äußerlich in Einzelfällen an blutig-eitrigem Nasenausfluss zu
erkennen. Es besteht dann die Gefahr, dass die Bakterien
metastasieren, innere Organe befallen und schädigen
(metastasierende Druse). Im weiteren Verlauf sind das Auftreten
von Gewichtsverlust, Bauchwandödem, Atemnot und Anämie möglich.
Beim Auftreten der ersten Symptome sollte
unverzüglich der Tierarzt gerufen werden. Boxenruhe und
Isolation vom restlichen Tierbestand sind weitere, wichtige
Maßnahmen. Die Fütterung mit weichem Futter ist zu empfehlen.
Die Reifung der Abszesse kann durch Zug- oder Kampfersalbe,
Rotlichtbehandlung und feucht-warme Kartoffelwickel beschleunigt
werden. Ohne Komplikationen gilt die Druse nach durchschnittlich
vier Wochen als ausgeheilt, der Patient sollte jedoch noch
mindestens zwei Wochen nach seiner Genesung geschont werden.
Quelle:
www.aid.de
Hinweis: ein eLearning-Kurs "Die
naturheilkundliche Behandlung von chronischen bakteriellen
Infektionen" findet sich auf
www.naturheilseminare.com.

13.07.2011
Sommerzeit - Zeckenzeit:
Pferde mit Essigwasser
schützen
(aid) - Mit jedem Zeckenbiss steigt für
das Pferd die Gefahr einer Borreliose-Erkrankung. Ein einfacher,
aber wirkungsvoller Schutz vor Zeckenbefall ist die Verwendung
von Essigwasser. Bei einem Mischungsverhältnis von 1:10 sollte
das Pferd täglich mit Hilfe eines Schwamms komplett eingerieben
werden. Eine Erhöhung des Essiganteils ist denkbar, sollte aber
in Maßen erfolgen - denn ein Zuviel an Essig schadet der
Pferdehaut.
Die Wirkung beginnt bei täglicher
Anwendung in der Regel innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen.
Positiver Nebeneffekt: Das Essigwasser hilft auch bei
Insektenstichen, stillt den Juckreiz und dient zur Erfrischung
nach dem Reiten.
Sollte das Pferd dennoch eine Zecke aufweisen, so entfernt
man diese am besten mit einer Pinzette, Zeckenzange oder einer
so genannten Zeckenkarte. Diese sollte dicht über der Haut
angesetzt werden, um dann die Zecke vorsichtig herausziehen zu
können. Das Herausdrehen des Zeckenkörpers ist nicht
erforderlich. Auch bei der vorherigen Beträufelung mit Öl
handelt es sich um einen Irrglauben, der sogar schädliche
Konsequenzen herbeiführen kann: Es existiert die Vermutung, dass
die Zecken bei einer solchen Behandlung zu ersticken drohen und
dann ihren schädlichen Erregerwirkstoff in die Wunde des
Wirtstieres abgeben. Die gleiche Gefahr besteht, wenn die Zecke
beim Heraushebeln zu stark gequetscht wird. Eine entsprechende
Vorsicht bei der Entfernung dieser Tiere ist also geboten.
Quelle:
www.aid.de;
siehe auch den Beitrag "Ein
Rezept für ein Ausleitungs- und Insektenspray"

22.06.2011
Pferdezucht -
Was bedeutet das Ende des
ermäßigten Steuersatzes?
(aid) - Bis Mai 2011 konnten Pferde mit
dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent verkauft werden. Seit
der Europäische Gerichtshof (EuGH) am 12. Mai entschieden hat,
dass der ermäßigte Steuersatz auf Pferde in Deutschland nicht
mehr angewendet werden darf, gilt der Normalsatz von 19 Prozent
auch beim Pferdehandel. Das wird auf alle Lieferungen von
lebendigen Pferden angewendet, unabhängig von ihrer Bestimmung.
Die Folgen für die Pferdezucht seien noch nicht absehbar,
kommentiert Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer des Bereichs
Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Warendorf,
die Entscheidung. "Dieses Urteil wird sich auf jeden Fall
nachteilig auswirken. Dass in der momentan wirtschaftlich
schwierigen Situation zwölf Prozent mehr Belastung an den
Endverbraucher weitergegeben werden, wird gravierende Folgen für
unsere Züchter und Pferdehalter haben."
Für die Pferdezüchter bedeutet die
jüngste Entscheidung, dass sie entweder den Endverkaufspreis bei
der Vermarktung von Fohlen, Jährlingen oder gerittenen
Sportpferden um zwölf Prozentpunkte anheben oder Einbußen in
Kauf nehmen müssen. Denn falls der auf diese Weise erhöhte Preis
am Markt nicht zu erzielen ist, vermindert der Aufschlag
automatisch die Verdienstspanne des Züchters oder
Pferdeverkäufers. Insbesondere bei teuren Auktions- und
Sportpferden, die für fünf- bis siebenstellige Summen gehandelt
werden, kann der Aufschlag schnell mehrere tausend Euro
betragen. Doch angesichts der vergleichsweise niedrigeren
Verdienstspanne wird es für Züchter und Aufzüchter zukünftig
noch schwieriger, junge Pferde im niedrigeren Preissegment mit
Gewinn zu vermarkten.
Decktaxe, Stutenhaltung, Futter, Tierarztkosten und Aufzucht
schlugen schon vor der Anhebung des Steuersatzes derart zu
Buche, dass für viele Zuchtbetriebe eine Gewinnerzielung ohnehin
nur über die Jahre im Durchschnitt zu erreichen ist.
Quelle:
www.aid.de

08.06.2011
Pferdehaltung
-
Auf gute Heuqualität achten
(aid) - Vielerorts ist der erste
Grasschnitt bereits zu Heu gepresst. Worauf kommt es gerade für
die Pferdefütterung bei der Auswahl des Heus an? Aufgrund der
speziellen Anforderungen des Verdauungsapparates des Pferdes
sollte darauf geachtet werden, dass eine ausreichende Versorgung
mit gutem, blattreichem Heu sichergestellt wird.
Heu ist für Pferde das wichtigste
Futtermittel. Es kann ansonsten schnell zu Erkrankungen oder
Leistungseinbußen kommen. Auch Rückenprobleme bei Sportpferden
sind oftmals die Folge von Störungen im Darm. Gutes Heu ist
nicht ganz billig, doch die Investition lohnt sich meist für die
Pferdebesitzer, denn mögliche Tierarztkosten schlagen ebenso zu
Buche. Hochwertiges Heu ist vor allem auch staubarm, was
wiederum mit den Witterungsbedingungen bei der Ernte
zusammenhängt. Bei zu nassen Bedingungen kann es zu
Schimmelbefall nach der Ernte kommen.
Auch der Erntetermin spielt eine Rolle:
Je früher geerntet wird, desto eiweißreicher und rohfaserärmer
ist das Heu und umgekehrt. Der optimale Erntezeitpunkt ist
außerdem von der Düngung abhängig. Sie beeinflusst die Wuchshöhe
des Grases und damit auch den Rohfasergehalt. Früher wurde für
die Fütterung von Arbeitstieren stets nach der Blüte gemäht. Für
Sportpferde heutzutage ist zu bedenken, dass spätes Heu zwar
sehr eiweißarm, aber eben auch energiearm und die Rohfaser im
Dickdarm schlechter verdaulich ist. Auch die Wasserbindung im
Darm ist eingeschränkt und es kann zu Kotwasser kommen.
Ungedüngte Flächen bringen auch noch nach der Blüte weiches,
blattreiches Heu hervor. Deshalb: je mehr gedüngt wurde, desto
früher die Ernte.
Pferdehalter können die Heuqualität leicht testen. Wenn Heu in
der Handfläche beim Zusammendrücken bereits in der Handfläche
unangenehm stichelt, ist es für Pferde nicht ideal geeignet.
Gutes Heu hat eine grüne Farbe und ist blatt- und kräuterreich
und duftet typisch nach Heu. Pensionspferdehalter sollten die
Heuqualität im Auge behalten, aber auch berücksichtigen, dass es
Stallbetreibern witterungsbedingt nicht immer möglich ist,
optimales Heu zu ernten oder zu beziehen. Lediglich
offensichtlich schimmeliges, feuchtes oder muffiges Heu muss
sofort aus der Pferdebox entfernt werden.
Quelle:
www.aid.de

18.05.2011
Stubenreine Pferde
-
Österreicher erfindet
Belohnungssystem
(aid) - Pferdemist zu entsorgen ist ein
Problem, seit es die Pferdehaltung in Ställen gibt. Experten,
Reiter und Stallbesitzer diskutieren über das Thema kontrovers:
Die einen plädieren für das tägliches Ausmisten zur Schonung der
Hufe und der Lungen, andere wiederum vertreten vehement die so
genannte "Matratzenstreu", bei der der Mist für eine oder
mehrere Wochen in der Box belassen wird und somit eine mehr oder
weniger komfortable Schicht bilden soll. Angesichts dieser wenig
ausgeprägten technischen Innovationen, hat ein österreichischer
Ingenieur jahrelang an einer Verbesserung getüftelt. Es wäre
eine Revolution in den Pferdeställen, wenn es wirklich gelänge,
die Idee von Alexander Kronsteiner und seines Co-Erfinders
Hermann Sonnleitner in der Praxis zu verbreiten: das stubenreine
Pferd. Wie Katzen im Haus sollen Pferde nach seinem Konzept
fortan nur noch auf eine Stelle misten. Und zwar dort, wo zuvor
in der Box ein Gitterrost angebracht wurde, unter dem sich eine
Auffanggrube befindet. Aber warum sollte das Pferd das tun?
Kronsteiners List: Das Pferd soll Futter zur Belohnung erhalten,
just in dem Augenblick, in dem es (zunächst zufällig) seinen
Mist auf das Gitterrost und damit in die Grube fallen lässt.
Konditionierung wird das in der Fachsprache genannt. In der
Grube sind Wärmesensoren und Kameras angebracht, die dem
Futterautomaten in Sekundenschnelle die Nachricht vom erfolgten
Geschäft übermittelt. Dieser wirft dann eine kleine Menge Hafer
oder Pellets ab, die per Computersteuerung von der normalen
Tagesration abgezogen wird. Nach einiger Zeit lernt das Pferd
durch positive Verstärkung, dass es sich lohnt, an eine
bestimmte Stelle zu äppeln. Als Vorteile für das so genannte
"K-Boxs"-System werden von den Erfindern die Reduzierung des
täglichen Aufwandes für die Boxenpflege, die Einsparung von
Einstreu, die Verbesserung der Hygiene sowie der Luftqualität
genannt.
Außerdem blieben die Pferde sauberer, da sie sich nicht mehr
in ihrem eigenen Mist wälzen könnten. Wie lange es dauerte, die
Pferde an das System zu gewöhnen, ist wahrscheinlich von der
Lernbereitschaft des einzelnen Pferdes abhängig. Doch die Tests
zeigen, dass es offenbar funktioniert. Nun sucht der Erfinder
nach Unternehmen, die seine Idee aufgreifen und vermarkten.
Seine Vision: Die Idee setzt sich durch und Pferde werden
zukünftig zur Stubenreinheit erzogen.
Quelle:
www.aid.de

20.04.2011
Weidehaltung -
Pferde brauchen stabile
Zäune
(aid) - Pferde, Rinder und Schafe sehen
wir am liebsten draußen auf der Weide. Pferde werden oft
ganzjährig auf die Weide gelassen, denn das entspricht ihrem
natürlichen Bewegungsdrang. Umso wichtiger ist ein ausreichend
sicherer Weidezaun. Einerseits muss er genügend Hütesicherheit
bieten, andererseits gut sichtbar und entsprechend hoch sein.
Für Pferdeweiden eignen sich Stabilzäune aus Holzstangen
besonders gut. Allerdings ist der Material- und Montageaufwand
hoch. Die Pfähle werden im Abstand von 3 bis 4 Metern gesetzt
und mit Holzlatten in mehreren Ebenen verbunden. Straff
gespannte Gummibänder oder Kunststoffrohre sind ebenfalls
geeignet. Als zusätzliche Sicherung sollte ein Elektrozaun
vorgelagert werden, um ein Eindrücken des Stabilzauns zu
erschweren, wenn die Pferde außerhalb des Zaunes Futter suchen
oder sich an den Stangen scheuern wollen.
In der Pferdhaltung setzen sich zunehmend
Festzaunsysteme mit stromführenden Leitern durch. Sie bieten
neben der mechanischen Hütewirkung gleichzeitig eine elektrische
Abschreckung. Der Materialaufwand ist geringer und die Montage
einfacher als bei Stabilzäunen. Der Handel bietet komplette
Systeme mit gut sichtbaren Pfählen, Isolatoren und meistens
Breitbändern an. Bei der Montage ist vor allem auf die den
Pferden angepasste Zaunhöhen zu achten, damit sie nicht
übersprungen werden. Richtwerte für die Höhen der stromführenden
Leiter nennt das aid-Heft "Sichere
Weidezäune". Es erläutert Vor- und Nachteile
unterschiedlicher Zaunsysteme für verschiedene Tierarten und
enthält rechtliche Grundlagen.
Quelle:
www.aid.de

08.01.2011
Beratungspreis bei pferdemedizin.com
bleibt auch im Jahr 2011 konstant
günstig
Seit 2009 führt der Tierarzt Dr.Dr. Peter Schneider (pferdemedizin.com)
die Beratung von Patientenbesitzern per Email und Telefon durch.
Dieses Angebot wird sehr gerne wahrgenommen.
Die günstigen Kosten für eine Beratung in Höhe von 35 Euro
pro Fall können auch im Jahr 2011 konstant gehalten werden, weil
die erhöhten Begleitkosten durch ein höheres Beratungsaufkommen
ausgeglichen werden konnten.
Die Pressemitteilung, in der diese innovative Dienstleistung
beschrieben wird, finden Sie
<< hier >>

14.12.2010
Antibiotikaresistenzen in
der Lebensmittelkette
Das Bundesinstitut für Risikobewertung veröffentlicht zwei
Berichte zur Resistenz-Situation bei verschiedenen
Bakteriengruppen
Die Nationalen Referenzlabore für Salmonellen und für
Antibiotikaresistenz am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
haben in den Jahren 2000 bis 2008 Salmonella-Isolate aus
diagnostischen Einsendungen auf Antibiotikaresistenz getestet und
nach epidemiologischen Kriterien bewertet. Die Isolate stammten vor
allem von Tieren und aus Lebensmitteln, aber auch aus Futtermitteln
und aus der Umwelt. Von den 33.625 Isolaten waren 48 Prozent
resistent gegen mindestens eine und 35 Prozent sogar resistent gegen
mehr als eine Antibiotikaklasse. Bei den Isolaten von Nutztieren und
aus Lebensmitteln lagen die Resistenzraten dabei wesentlich höher.
Eine zweite, nunmehr repräsentative, Untersuchung aus dem Jahr 2009
bestätigt die Ergebnisse für Salmonellen und kommt zu ähnlichen
Ergebnissen auch für Escherichia coli und Campylobacter.
„Resistenzen bei Krankheitserregern in Tieren und auf Lebensmitteln
sind ein gravierendes Problem im gesundheitlichen
Verbraucherschutz“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas
Hensel. Infektionen mit resistenten Erregern können beim Menschen
den Verlauf von Erkrankungen verlängern und erschweren. Sie können
Krankenhausaufenthalte erforderlich machen und in bestimmten Fällen
auch lebensbedrohlich werden.
Salmonellen gehören zu den
häufigsten Auslösern von Lebensmittelinfektionen beim Menschen. Die
sogenannte Salmonellose äußert sich meist in Übelkeit, Erbrechen und
Durchfällen. Gesunde Menschen überstehen dies in der Regel innerhalb
einiger Tage, doch bei Abwehr geschwächten Patienten, Älteren und
Kindern kann die Infektion auch einen schweren Verlauf nehmen. Dann
kann eine Behandlung mit Antibiotika notwendig werden.
Das
Ausmaß der Resistenzen gegen Antibiotika hat das BfR anhand der
EU-weit gültigen epidemiologischen Kriterien bewertet. Diese
erlauben, frühzeitig Abweichungen von einer unbelasteten
Bakterienpopulation, der sogenannten Wildtyppopulation, zu erkennen
und treffen keine Aussagen zur Therapierbarkeit einer Infektion.
Laut der Bewertung zeigen Salmonella-Isolate von Tieren und aus
Lebensmitteln für die meisten antibiotisch wirksamen Substanzen
höhere Resistenzraten als solche aus der Umwelt und aus
Futtermitteln. Resistenzen gegen Antibiotikaklassen, die in der
Human- und Tiermedizin seit langem eingesetzt werden, zum Beispiel
Tetrazykline und Aminopenicilline, waren häufig. Auch Resistenzen
gegen Antibiotika, die von der WHO als besonders wichtig für die
Humanmedizin eingestuft wurden, sind in Salmonellen
unterschiedlicher Herkünfte nachweisbar. Problematisch sind nicht
nur die resistenten Erreger selbst, sondern auch, dass sie die
Resistenzen an andere Krankheitserreger weitergeben können. Dadurch
wird der Resistenzpool erweitert und das Risiko für Mensch und Tier
vergrößert, wobei ein lückenloser Nachweis der Übertragung dieser
Resistenzen auf den Menschen bislang nur in Einzelfällen erfolgen
konnte.
In einigen Fällen waren Resistenzen von Salmonellen
gegen die besonders wichtigen Antibiotikagruppen sogar sehr häufig.
So waren die Serovare Salmonella Paratyphi B dT+ vom Huhn und aus
Hühnerfleisch sowie Salmonella Saintpaul aus der Pute und aus
Putenfleisch gegenüber der Gruppe der Chinolone und Fluorochinolone
zu 60 bis 85 Prozent resistent. Diese Salmonella-Serovare kommen in
diesen Lebensmitteln vermehrt vor, verursachen allerdings bisher nur
wenige Infektionen beim Menschen. Resistenzen gegen Cephalosporine
der dritten Generation waren mit 1,1 Prozent im Vergleich zu den
übrigen Substanzen selten, bei einzelnen Salmonella-Serovaren gab es
aber deutlich höhere Raten.
Das repräsentative
Resistenzmonitoring verschiedener Erreger im Jahre 2009 bestätigt
die für die Jahre 2000 bis 2008 beschriebenen Resistenzraten bei
Salmonellen und zeigt, dass sie auch bei anderen Bakterien von
Tieren und aus Lebensmitteln nachzuweisen sind. Resistenzen gegen
Fluorochinolone wurden dabei insbesondere bei Salmonellen und
Escherichia coli vom Hähnchen, aber auch bei Campylobacter vom
Hähnchen und vom Mastkalb bei bis zu zwei Drittel der Isolate
nachgewiesen. Resistenzen gegenüber Cephalosporinen der dritten
Generation wurden in über fünf Prozent der Escherichia coli-Isolate
von Masthähnchen nachgewiesen, aber auch vereinzelt bei Isolaten vom
Mastkalb beobachtet.
In beiden Studien wird die
Resistenzsituation auf den verschiedenen Stufen der
Lebensmittelkette analysiert. Die vergleichbaren Resistenzmuster von
Isolaten von Tieren und aus dem Fleisch der Tiere unterstreichen die
Wahrscheinlichkeit, dass die Erreger bei der Fleischgewinnung auf
das Fleisch gelangen können. Mit dem Fleisch können die resistenten
Keime wiederum zu den Verbrauchern gelangen. Diese können einer
Infektion mit den üblichen Küchenhygienemaßnahmen vorbeugen.
Um eine weitere Zunahme der Resistenzen zu verhindern, sollte der
Antibiotika-Einsatz nach Auffassung des BfR sowohl in der Human- als
auch in der Veterinärmedizin auf das unbedingt notwendige Maß
begrenzt werden. Die Überwachung der Resistenzentwicklung bei
Krankheitserregern und bei Bakterien der Darmflora ist Voraussetzung
für die Risikobewertung von Antibiotikaresistenzen. Diese
Überwachung aber auch Maßnahmen zur Minimierung des
Antibiotikaeinsatzes bei Tieren und in der Lebensmittelkette sind
Bestandteil der „Deutschen Antibiotikaresistenzstrategie“ (DART) der
Bundesregierung.
Über das BfR
Das Bundesinstitut für
Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die
Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-,
Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung
zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben
stehen.

11.11.2010
Infektionen: Antibiotika werden oft
sinnlos eingesetzt
Leitlinie gibt Überblick auf Diagnose und Behandlung
Wien (pte/10.11.2010/13:25) -
Antibiotika helfen nicht bei Virusinfektionen wie etwa Grippe,
Erkältung oder akuter Bronchitis. Dennoch kommen sie gerade hier
immer wieder in Einsatz, was sowohl finanzielle als auch
gesundheitliche Schäden auslöst. Die Pharmaindustrie, die Ärzte- und
die Apothekerkammer sowie der Hauptverband der
Sozialversicherungsträger kämpfen in Österreich in der Initiative
"Arznei und Vernunft" gemeinsam gegen dieses Problem. Deren
Vertreter präsentierten heute die Neuauflage einer Leitlinie zu
Arzneien gegen Entzündungen, den sogenannten Antiinfektiva.
Überlegter Einsatz nötig
Bei Menschen sind
Entzündungen hierzulande die häufigste Ursache für Krankenstand. Sie
betreffen in den meisten Fällen den oberen und unteren
Respirationstrakt, den Harnweg, den Darm oder auch die Haut. Die
Möglichkeiten zur Behandlung hängen vom jeweiligen Erreger ab -
während gegen Bakterien Antibiotika zum Einsatz kommen, sind es
gegen Viren Virostatika, gegen Pilze Antimykotika und gegen Würmer
Antihelminthika. Drei Viertel der Antiinfektiva werden im
niedergelassenen Bereich verschrieben.
Hauptanliegen der
Experten ist der überlegte Einsatz von Diagnose und Therapie. "Viel
Geld wird verbrannt für Maßnahmen ohne Nutzen", betont Florian
Thalhammer, Präsentator der Leitlinien und Präsident der
Gesellschaft für Infektionskrankheiten
http://www.oeginfekt.at/, gegenüber pressetext. So haben etwa
laut deutschen Erhebungen 70 Prozent der angeforderten
Antikörper-Tests auf Borrelien keine Auswirkung für die Behandlung
von Patienten und könnten ohne weiteres ersatzlos gestrichen werden,
ähnliches gilt für Chlamydien-Serologien.
Falsche
Einnahme züchtet Resistenzen
Noch ausgeprägter ist das
Problem allerdings bei der Therapie, speziell wenn ungerechtfertigt
Antibiotika verschrieben werden. Das ist etwa in rund der Hälfte
aller Antibiotika-Behandlungen von Infektionen der Nasennebenhöhlen,
des Rachens oder Mittelohres der Fall, in Folge normaler Erkältungen
sogar bei 100 Prozent. "Antibiotika gegen Viren verfehlen ihre
Wirkung, sind daher sinnlos eingesetzt und bereiten neben direkten
Kosten auch Mehrkosten für Resistenzentwicklungen", so
Hauptverbands-Sprecher Josef Probst.
Besonders die
Resistenzen - die Fähigkeit der Bakterienerreger, mit Antibiotika
zurechtzukommen - macht der Medizin große Sorgen und verursacht
zudem hohe Kosten. Ein Harnwegsinfekt ist etwa mit Resistenz um 70
Prozent teurer als ohne, zeigen englische Studien, und 25.000
Menschen sterben in Europa jährlich in Folge einer Infektion mit
multiresistenten Bakterienstämmen. "Das goldene Zeitalter der
Antiinfektiva-Therapien ist vorbei. Es gibt kaum mehr
Antibiotika-Präparate mit neuen Wirkmechanismen, und speziell gegen
bakterielle Infektionen gab es heuer kein einziges neues Präparat",
warnt Thalhammer.
Mehr Zeit statt Antibiotika
Teils "hausgemacht" sei dieses Problem durch die zu großzügige
oder übermäßige Verschreibung. Dahinter stehe auch der hohe Druck
der Patienten. "Für viele ist nach wie vor nur der ein guter Arzt,
der Pillen verschreibt. Es braucht Zeit um dem Patient zu erklären,
dass ein Ausheilenlassen oft besser ist. Damit sinkt jedoch
Antibiotika-Verbrauch." Pharmig-Präsident Robin Rumler bringt auch
die Scheinmündigkeit von Patienten ins Spiel, die sich durch das
Internet noch zuspitzt. Mitschuld an der Lage sind jedoch auch
Verbilligungen durch Generika, die den Antibiotika-Verbrauch
sprunghaft steigen lassen, sowie Hamsterkäufe ohne ärztlichem Rezept
im Ausland.
Die aktuelle Leitlinie, die von einer
Patientenbroschüre begleitet wird, soll Ärzten den Rücken stärken,
um Patienten auch von einer Therapie abzuraten. Sie bietet einen
evidenzbasierten Überblick der Diagnostik und Therapie von leichten
und mittelschweren Infektionen im ambulanten Bereich. Erstellt wurde
das Nachschlagewerk ohne Einfluss von Interessensgruppen, betonen
die Experten. Die Leitlinie und die Patientenbroschüre können
<< hier >> heruntergeladen werden.Quelle:
pressetext.redaktion

02.11.2010
Antibiotika verändern die Darmflora
langfristig
Resistenz-Gene auch noch
zwei Jahre später vorhanden
Stockholm/Wien
(pte/02.11.2010/13:35) -
Die Darmflora braucht nach einer Antibiotika-Therapie viel länger,
als bisher vermutet, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Das
berichten Forscher um Cecilia Jernberg vom Swedish Institute for
Infectious Disease Control
http://www.smittskyddsinstitutet.se in der Fachzeitschrift
"Microbiology".
Schon eine siebentägige Behandlung mit Antibiotika kann den normalen
Darmbakterien Antibiotika-resistente Gene verpassen, die selbst ohne
der Einnahme weiterer Antibiotika auch noch zwei Jahre später
feststellbar sind. Das zeigten die Wissenschaftler durch die
Auswertung mehrerer Studien zum Thema.
Reparatur des
Darms dauert länger
Als "Wasser auf die Mühlen der
Resistenz-Warner" bezeichnet Christoph Wenisch, Leiter der Abteilung
Infektions- und Tropenmedizin am Wiener SMZ Süd
http://www.tropenzentrum.at, die Ergebnisse. Da über 1.000
verschiedene Spezies den Darm bewohnen, ist die Ausbildung vieler
Antibiotika-Resistenzen zu erwarten. "Bisher lautet die Lehrmeinung,
dass die Darmflora drei Monate nach einer Antibiotika-Behandlung
wieder in Ordnung ist. Die Wirkung dauert aber offensichtlich
länger. Resistenz-Kodierung bedeutet allerdings noch nicht die
Ausprägung dieser Eigenschaft", so der Experte gegenüber pressetext.
Resistenzen im Salat mitessen
Eine direkte
Gefahr durch diesen Mechanismus im menschlichen Darm sieht Wenisch
nicht gegeben. "Zumindest in Europa verschwindet der Darminhalt in
der Kanalisation. Probleme können jedoch bei den tierischen
Exkrementen auftreten, etwa wenn die Gülle von mit Antibiotika
behandelten Schweinen oder Kühen auf den Feldern verteilt wird. Denn
letztendlich essen wir den Salat, der durch diesen Mist gedüngt
wird." Von schädlichen Folgen der Antibiotika aus der Viehzucht
warnen Ärzte immer wieder (pressetext berichtete:
http://www.pressetext.com/news/100519003/ ).
Zweimal
nachdenken ist besser
Das Ergebnis der schwedischen
Forscher sieht der Infektiologe als weiteren Hinweis dafür, dass man
mit Antibiotika äußerst sorgsam umgehen müsse. "Vor einer
leichtfertigen Verschreibung sollte ein Arzt immer zweimal
nachdenken. Restriktiver Einsatz von Antibiotika wird immer
wichtiger, um die zukünftige Verbreitung von resistenten Mutanten zu
vermeiden", so Wenisch. Derzeit sei dieses Thema aktueller denn je.
"Bisher begegnete man Resistenzen mit der Entwicklung eines neuen
Antibiotikums. Heuer gibt es noch kein neues Antibiotikum."
Abstract der Originalstudie unter
http://mic.sgmjournals.org/cgi/content/abstract/mic.0.040618-0v1 Quelle:
pressetext.redaktion

29.10.2010
Biodiversität: Tod einer Pflanzenart löst Lawine
aus
Erste Komplettanalyse des Ökosystems Wiese veröffentlicht
Jena/Göttingen (pte/29.10.2010/06:05) - Verschwindet eine
Pflanze aus einem Ökosystem, löst sie damit eine ganze Lawine des
Artensterbens aus. Das berichtet ein internationales Forscherteam
unter der Leitung von Agrarökologen der Universitäten Jena und
Göttingen in der Zeitschrift "Nature". In einem aufwändigen Versuch,
dem achtjährigen "Jena-Experiment", nahmen sie das Ökosystem Wiese
unter die Lupe. "Erstmals konnte gezeigt werden, dass auf den
Verlust einer Pflanzenart schneeballartig andere Arten verschwinden,
was am Ende das gesamte Ökosystem destabilisieren kann", berichtet
Studienautor Christoph Scherber im pressetext-Interview.
Ohne Klee weniger Vögel
Was das konkret
bedeutet, zeigt Scherber am Beispiel der Kleepflanzen. "Klee kann
Luftstickstoff sehr gut fixieren und dient damit vielen Fresstieren
als Nahrungsressource. Verschwindet er in einer Wiese, verändert das
sprunghaft das Nahrungssystem. Einerseits bleiben dadurch Bestäuber
wie etwa Bienen oder Hummeln fern, jedoch auch Fresstiere wie kleine
Rüsselkäfer. Fehlen die, so finden deren Räuber wie etwa
Schlupfwespen keine Nahrung mehr." Logische Folge sei, dass in Folge
auch Vögel betroffen sind, die sonst Wespen fressen, wenngleich dies
den Rahmen des Experiments sprengte.
Die selben Auswirkungen
hat das Aussterben einer Art jedoch auch für das unterirdische
Leben. "Auch Lebewesen, die an den Wurzeln knabbern, müssen daran
glauben. Das geht hin bis zu den kleinsten Fadenwürmern", so der
Experte. Denkbar sei, dass derartige Prozesse auch die
Bodenfruchtbarkeit mitbestimmt. Diese Darstellung der Folgen des
Artenverlustes "in einem Guss" ist laut Scherber weltweit erstmals
gelungen.
Vielfalt schützt vor ungebetenen Gästen
Ebenso wie der Verlust von Wiesenpflanzenarten das gesamte
Ökosystem Wiese beschädigt, bringt ihr Erhalt fast immer große
Vorteile für andere Organismen. Nicht nur der Blütenbesuch bleibt
erhalten, sondern es wird auch das Gedeihen von Unkräutern oder der
Pilzbefall unterdrückt. Zudem bremst die Vielfalt neu eindringende
Arten aus, da alle ökologischen Nischen bereits besetzt sind.
"Deutlich zeige sich, dass der entscheidende Faktor nicht die
Biomasse der Pflanzen ist, die man durch Dünger erhöhen könnte,
sondern die Menge der Pflanzenarten", so Scherber.
Die
Forscher konnten dadurch auch erstmals nachweisen, dass der
Artenverlust nicht zuerst die Spitze der Nahrungskette betrifft,
sondern deren Grundlage. Die Lawine des Biodiversitäts-Verlustes
verläuft demnach umgekehrt - von unten nach oben. Die Ergebnisse
erlauben auch Rückschlüsse auf andere Ökosysteme. "Dazu gehört in
den gemäßigten Breiten etwa der Lebensraum Wald, für den die Zahl
der Baumarten einen wichtigen Ausschlag gibt, jedoch auch Systeme in
Seen und Meeren wie etwa Korallenriffe", so der Göttinger
Agrarökologe.
Quelle:
pressetext.redaktion

13.10.2010
Vollblut braucht mehr als Pony - Der Energiebedarf
beim Pferd variiert erheblich
(aid) - Viele Pferde sind deutlich zu dick. Das liegt zum einen
daran, dass viele Besitzer es etwas "zu gut" mit ihnen meinen und
ihnen letztlich damit schaden.
Es gibt aber noch einen anderen Grund, der bei vielen Tieren zu
üppigen Rationen geführt hat. Bisher wurde für Pferde ein
konstanter Energieerhaltungsbedarf angenommen. Dabei blieben einige
wichtige Faktoren völlig unbeachtet: Unterschiede in der Rasse und
im Trainings- und Fütterungszustand führen zu größeren Unterschieden
in der stofflichen Zusammensetzung des Körpers. Das wiederum
beeinflusst die Höhe des Energiebedarfes für die Erhaltung.
Wissenschaftler der Lehrstühle für Tierernährung an den
Universitäten München, Leipzig und Rostock führten daher eine
größere Literaturstudie durch. Das Ergebnis fordert Flexibilität vom Auge des Herren, das ja
bekanntlich das Vieh füttert: der Erhaltungsbedarf von Pferden
variiert zwischen 0,34 und 0,74 MJ Umsetzbare Energie pro Kilogramm
Metabolische Körpermasse (MJ ME pro kg KM) Für ein übergewichtiges,
kaum trainiertes Pony gilt der untere Wert, der obere für ein
austrainiertes Vollblutpferd. Für das mäßig trainierte,
normalgewichtige Boxenwarmblutpferd wurde zum Beispiel ein
Mittelwert von 0.52 MJ ME festgelegt. Zuschläge gibt es für viel
oder wenig Training, für bestimmte Rassen, spontane
Bewegungsmöglichkeiten (Weide) und die Temperatur der Umgebung. Die
Wissenschaftler plädieren dafür, den unterschiedlichen
Erhaltungsbedarf künftig bei der Rationsentwicklung und -gestaltung
zu berücksichtigen.
Metabolische Körpermasse (KM kg0,75) gibt den
Zusammenhang zwischen Körpermasse und Körperoberfläche wieder.
Grundumsatz und Energieverbrauch sind umso höher, je größer die
Körperoberfläche/kg Körpermasse ist.

Quelle: www.aid.de

10.10.2010
Faszination Placebo-Effekt
Förderpreis für Schmerzforschung an Forscher aus Hamburg
und Zürich
Wie der Glaube „Berge versetzt“, zeigt eindrucksvoll der
Placebo-Effekt. Schmerzforscher aus Hamburg und Zürich haben nun
neue Erkenntnisse über den faszinierenden Mechanismus gewonnen. Sie
konnten mit bildgebenden Untersuchungen zeigen, dass das Rückenmark
dabei eine Rolle spielt, und fanden heraus, wo der Placebo-Effekt im
Gehirn zu Hause ist.
Für ihre Arbeit wurden sie beim Deutschen Schmerzkongress in
Mannheim mit dem Förderpreis für Schmerzforschung 2010 der
Kategorie Grundlagenforschung ausgezeichnet. Der Preis wird
jährlich vergeben von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des
Schmerzes e.V. Stifterin ist die Grünenthal GmbH (Aachen).
Das Rückenmark spielt mit
Allein die Erwartung, dass ein Schmerz sich verringern wird,
lässt ihn tatsächlich schwinden – auch wenn der schmerzhafte
Reiz genauso stark ist wie zuvor. Wie das funktioniert, ist für
die Forschung seit langem ein faszinierendes Rätsel. Forscher
des Hamburger Universitäts-Klinikums um Dipl.-Psych. Falk
Eippert setzten auf die Bildgebung. Sie nutzten die funktionelle
Kernspintomografie, um das Rückenmark von Probanden zu
beobachten, während diese an einem Placebo-Versuch teilnahmen.
Das Rückenmark als „direkter Draht“ ins Gehirn spielt bei der
Vermittlung von Schmerz eine wichtige Rolle. Und tatsächlich
zeigten die Bilder, dass die Nervenzellen des Rückenmarks bei
einem gleich starken Hitzeschmerz weniger aktiv reagierten, wenn
die Versuchsperson eine Schmerzlinderung erwartete. „Wir konnten
damit zum ersten Mal direkt zeigen, dass Schmerzantworten des
Rückenmarks sich durch den Placebo-Effekt abschwächen lassen“,
sagt Falk Eippert. „Unsere Ergebnisse zeigen, welch
tiefgreifenden Einfluss psychologische Faktoren auf die
Schmerzwahrnehmung haben können.“
Wo der Placebo-Effekt im Gehirn zu Hause ist
Wo der Placebo-Effekt im Gehirn zu Hause ist, haben die
Forscher vom Collegium Helveticum in Zürich um Dr. Peter
Krummenacher ermittelt. Sie setzten dafür ein
Magnetstimulationsgerät ein, mit dem sich von außen die
Aktivität einzelner Hirnbereiche beeinflussen lässt. Ihr
Zielbereich war der Präfrontalkortex, ein Teil des
Frontallappens der Großhirnrinde an der Stirnseite des Gehirns.
Sie überzeugten die Probanden, dass die Stimulation einen
schmerzlindernden Effekt habe, stimulierten sie aber nur zum
Schein. Trotzdem stiegen Schmerzschwelle und -toleranz der
Versuchspersonen merklich an – das Placebo wirkte. Stimulierten
sie die Hirnregion tatsächlich und schalteten ihre Funktion so
vorübergehend ab, schwand der Placeboeffekt.
Literatur:
Falk Eippert, Jürgen Finsterbusch, Ulrike Bingel, and
Christian Büchel: Direct Evidence for Spinal Cord Involvement in
Placebo Analgesia. In: Science, 16 October 2009 326: 404 [DOI:
10.1126/science.1180142]
Krummenacher P, Candia V, Folkers G, Schedlowski M,
Schönbächler G.: Prefrontal cortex modulates placebo analgesia.
Pain. 2010 Mar;148(3):368-74, doi:10.1016/j.pain.2009.09.033

06.10.2010
Einreiten ist Stress für junge Pferde - Studie
plädiert für Rücksichtnahme
(aid) - Was echte Pferdeausbilder schon immer wussten, ist erstmals
wissenschaftlich belegt: Bei den ersten Trainingseinheiten eines
uneingerittenen Pferdes mit Reitergewicht sind die Vierbeiner
körperlich gestresst. Das zeigt eine Studie, die an der
Veterinärmedizinischen Universität Wien und am
Graf-Lehndorff-Institut für Pferdewissenschaften in Neustadt/Dosse
durchgeführt wurde. Die untersuchten Dreijährigen reagierten
mit einem deutlich erhöhten Cortisolpegel im Speichel und
veränderten Herzschlägen, sobald das erste Mal ein Reiter aufsaß.
Möglicherweise interpretiert das Fluchttier Pferd das erste
Aufsteigen als Angriff eines Raubtieres, so die Erklärung der
Wissenschaftler. Allerdings bauten sich die körperlichen
Stresssymptome im Verlauf der Trainingseinheiten ebenso deutlich
wieder ab. Die Pferde gewöhnten sich rasch daran, geritten zu
werden. Das Stressniveau sank darüber hinaus mit der Anzahl ihrer
Ausbildungsstunden - vorausgesetzt, dass diese fachlich korrekt
durchgeführt wurden. Daher warnen die Wissenschaftler vor
mangelnder Sorgfalt oder falschem Umgang mit jungen, uneingerittenen
Pferden. Schlechte Erfahrungen in dieser sensiblen Lernphase des
Tieres könnten einen langfristigen Schaden in der Beziehung zwischen
Pferd und Reiter anrichten.
Quelle:
www.aid.de

02.09.2010
Gendoping mit einfachem Bluttest nachweisbar
Wissenschaftler aus Tübingen und Mainz haben einen Bluttest
entwickelt, der Gendoping zuverlässig auch nach längerer Zeit
nachweisen kann
(Tübingen/Mainz) Wissenschaftler der Universitäten in Tübingen und
Mainz haben einen Test entwickelt, mit dem sich Gendoping
zweifelsfrei nachweisen lässt. „Damit steht uns erstmals ein
Direktnachweisverfahren zur Verfügung, um Doping durch Gentransfer
in normalen Blutproben noch lange nach dem eigentlichen
Dopingvorgang festzustellen“, teilte Prof. Dr. Dr. Perikles Simon
von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Donnerstag mit.
„Damit lässt sich nicht nur Gendoping mit EPO, sondern auch Doping
mit den wichtigsten anderen Genen relativ kostengünstig nachweisen“,
sagte Simon bei der Vorstellung des Verfahrens. Sportler, die
Gendoping anwenden, konnten bislang nicht ermittelt werden. „Das
Verfahren, einzelne Gene in bestimmte Körperzellen einzubringen,
kommt von der Idee, schwerwiegende Krankheiten durch diese neue
Technologie zu heilen. Man ging bislang davon aus, dass sich
Gendoping mittels Gentransfer in erster Linie wohl nur mit sehr
aufwendigen indirekten Testverfahren aus der Molekularen Medizin
eines Tages nachweisen lassen würde“, erklärte der Gentherapeut
Prof. Dr. Michael Bitzer vom Universitätsklinikum Tübingen.
Das international renommierte Wissenschaftsjournal „Gene Therapy“
hat die Gendoping-Studie der Tübinger und Mainzer Wissenschaftler am
Donnerstag online publiziert. Wie es darin heißt, liefert der Test
eindeutige „Ja-oder-Nein-Antworten“, je nachdem ob sogenannte
transgene DNA in Blutproben vorhanden ist oder nicht. Transgene DNA
oder tDNA stammt nicht von dem Untersuchten selbst, sondern wurde –
häufig über Viren – in dessen Körper eingeschleust, um an Ort und
Stelle die leistungssteigernden Stoffe wie beispielsweise
Erythropoetin (EPO) zur Bildung von roten Blutkörperchen
herzustellen. „Vom Körper eines gengedopten Menschen selber werden
dann die leistungssteigernden Hormone hergestellt, ohne dass
irgendwelche Fremdsubstanzen dem Körper zugeführt werden müssten.
Der Körper wird auf Dauer zu seinem eigenen Dopinglieferanten“,
erklärt Simon. Er hatte 2006 als damaliger Mitarbeiter der
Medizinischen Universitätsklinik Tübingen ein Verfahren entwickelt,
mit dem sich geringste Spuren transgener DNA im Blut nachweisen
lassen. Die Effektivität dieses Verfahrens konnte jetzt erstmals,
zunächst im Mausmodell, belegt werden. Zur Anwendung kam
insbesondere ein ausgeklügeltes Verfahren, das in der Lage ist, die
von außen eingebrachte Erbsubstanz sehr spezifisch und um eine
kleine Einstichstelle herum an die Muskulatur zu vermitteln. Dort
wurde dann im Überschuss ein Hormon produziert, das die
Blutgefäßneubildung anregt. Sogar noch 2 Monate nach der Genspritze
in die Muskulatur konnten die Forscher anhand von sehr kleinen
Blutproben sicher unterscheiden, bei welchen Tieren Gendoping
stattgefunden hat und bei welchen nicht. „Durch die Entwicklung
eines zuverlässigen Nachweisverfahrens für den Missbrauch von
Gentransfer soll gewährleistet werden, dass diese neue Technologie
mit bisher nur zum Teil bekannten Nebenwirkungen nur bei
schwerwiegenden Erkrankungen eingesetzt wird“, betont Bitzer. Das
Universitätsklinikum Tübingen plant in den nächsten Monaten z. B.
eine entsprechende Therapiestudie bei fortgeschrittenen
Tumorpatienten. Die sichere und fehlerfreie Anwendung des
Nachweisverfahrens der Mainzer und Tübinger Wissenschaftler wurde
dann noch im Rahmen einer sogenannten Spezifitätsprüfung an 327
Blutproben von Leistungs- und Freizeitsportlern nachgewiesen. Die
Forscher gehen jetzt davon aus, dass sich für Athleten der
Missbrauch der Gentherapie zu Dopingzwecken nicht mehr lohnt.
„Spätestens das Wissen um das Risiko, auch Monate nach einem
durchgeführten Gentransfer bei einer Wettkampfkontrolle entdeckt zu
werden, dürfte auch die waghalsigsten Doper abschrecken“, glaubt
Simon. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat die Arbeiten an dem
Gendoping-Test während der letzten 4 Jahre mit 980.000 US-Dollar
gefördert. Veröffentlichung:T. Beiter,
M. Zimmermann, A. Fragasso, J. Hudemann, A.M. Niess, M. Bitzer, U.M.
Lauer and P. Simon: Direct and long-term detection of gene doping in
conventional blood samples. Gene Therapy, 2010; doi:
10.1038/gt.2010.122 Veröffentlichte Patentanmeldung:
(WO/2007/124861) Detection of Transgenic DNA (tDNA),
PCT/EP2007/003385
http://www.wipo.int/pctdb/en/wo.jsp?WO=2007124861
Quelle:
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

23.08.2010
Fleischesser schreiben Tieren wenig menschliche
Emotionen zu
Im Vergleich zu Veganern und Vegetariern schreiben Fleisch essende
Menschen Tieren weniger menschliche Emotionen zu. Das hat ein
internationales Forscherteam um Roland Imhoff vom Institut für
Psychologie der Uni Bonn herausgefunden. Die Ergebnisse sind jetzt in
der Zeitschrift „European Journal of Social Psychology“ veröffentlicht
worden.
Roland Imhoff von der Abteilung für Sozial- und Rechtspsychologie der
Uni Bonn hat zusammen mit polnischen Kollegen mehrere Studien mit
Fleischessern und Vegetariern durchgeführt. So sollten die Teilnehmer
unter anderem auf einer Skala markieren, ob bestimmte Emotionen sowohl
Menschen als auch Tieren bzw. nur Menschen zu Eigen seien. Dabei
unterschieden die Forscher zwischen angeborenen Primäremotionen wie
Angst oder Wut und Sekundäremotionen wie Melancholie oder
Schuldbewusstsein. Die Befragung zeigte, dass Fleisch essende Menschen
Sekundäremotionen eher als spezifisch menschlich ansehen. Genau diese
sahen die Vegetarier aber auch bei den Tieren.
„Vegetarier nehmen
Tiere insgesamt menschlicher wahr als Omnivore“, fasst Roland Imhoff die
Ergebnisse zusammen. Das gilt am deutlichsten für Tiere, die in Europa
vor allem für die Nahrungsmittelproduktion gezüchtet werden. Das zeigt
eine weitere Studie, in der die Forscher die Teilnehmer nach
menschähnlichen Emotionen von Hunden und Schweinen befragten. Hunde sind
in der westlichen Welt keine traditionellen Nahrungsmittel, sondern
gelten als ‚bester Freund des Menschen’. Das spiegelte sich auch in den
Angaben der Nichtvegetarier: Sie schrieben Hunden mehr menschliche
Emotionen zu als Schweinen, vor allem hinsichtlich der
Sekundäremotionen.
In der Regel bestehe bei Fleischessern jedoch
ein vernunftorientiertes Konzept menschlicher Einzigartigkeit, das
Tieren gewisse Eigenschaften abspreche. Psychologen sprechen auch von
„Entmenschlichung“. Diese Strategie gebe es auch bei Konflikten zwischen
verschiedenen menschlichen Gruppen, etwa zur psychologischen
Rechtfertigung der Tötung im Krieg, erklärt Imhoff. „Wir haben uns daher
gefragt, ob auch die passive Teilnahme an der Tötung von Tieren mit der
Strategie der Entmenschlichung einher geht. Bei Menschen, die Fleisch
essen, scheint das zumindest so zu sein.“
Quelle: Institut für
Psychologie, Abt. Sozial- und Rechtspsychologie, Universität Bonn

11.08.2010
Gras oder Kräuter? - Kleine Bodenorganismen entscheiden über
die Zusammensetzung von Wiesen
Jena/Halle(Saale). Wirbellose Tiere im
Boden haben einen größeren Einfluss auf die Vegetation als bisher
gedacht. Ihr Anteil entscheidet z.B. darüber, ob sich auf einer
Wiese mehr Gräser oder mehr Kräuter ausbreiten. Zu diesem Ergebnis
kommt eine Studie der Universitäten Jena und Potsdam, des
Max-Planck-Instituts für Biogeochemie und des Helmholtz-Zentrums für
Umweltforschung (UFZ). In einem Feldexperiment wurden dazu
Bergwiesen im Frankenwald und im Thüringer Schiefergebirge fünf
Jahre lang untersucht. Es zeigte sich, dass die Aktivität
pflanzenfressender Wirbelloser im Boden ein wichtiger Faktor ist,
der die Pflanzenvielfalt der Wiesen erhöht, schreiben die Forscher
im Fachblatt Ecology.
Die Bedeutung von Insekten und Schnecken als Schädlinge in der
Forst- und Landwirtschaft ist in den letzten Jahrhunderten intensiv
erforscht worden. Vergleichsweise wenig Wissen gibt es dagegen über
die Bedeutung dieser pflanzenfressenden Wirbellosen für natürliche
Ökosysteme. "Unsere Studie ist die erste, die auf Landschaftsebene
zeigt, dass die Artenvielfalt der Pflanzen bestimmt, welche
Auswirkungen wirbellose Pflanzenfresser auf das Ökosystem haben",
erklärt Dr. Claudia Stein, die die Untersuchungen im Rahmen ihrer
Doktorarbeit am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung durchgeführt
hat. Mit Ihrem Experiment konnten die Ökologen zeigen, dass der
Zusammenhang zwischen Biodiversität und dem Funktionieren von
Ökosystemen durch sehr komplexe Wechselbeziehungen zwischen
verschiedenen Organismengruppen im Nahrungsnetz bestimmt wird. So
konnte eine frühere Studie aus dem Projekt zum Beispiel anhand des
Gemeinen Grashüpfers (Chorthippus parallelus) zeigen, dass ein
Rückgang der Vegetationsvielfalt sich auch auf solche weit
verbreiteten Tierarten negativ auswirken kann. Die jüngsten
Studie zeigte außerdem, dass sich die Zusammensetzung der Wiesen
durch die Fraßtätigkeit der pflanzenfressenden Wirbelosen im Boden
veränderte, während die gesamte Biomasse im Durchschnitt ungefähr
gleich blieb. "Die Fraßtätigkeit dieser kleinen unscheinbaren Tiere
stellt einen wichtigen Faktor für die Artenvielfalt der Pflanzen auf
den Wiesen dar. Dieses Ergebnis bestätigt theoretische Vorhersagen",
ergänzt Steins Kollege Dr. Harald Auge. Für das Experiment
untersuchten die Forscher Bergwiesen im Frankenwald und im Thüringer
Schiefergebirge in Höhen zwischen 500 und 870 Metern. Die Flächen
liegen zwischen Tettau und Lobenstein – also auf beiden Seiten der
ehemaligen innerdeutschen Grenze. Seit dem Mittelalter werden diese
Wiesen für die Produktion von Heu genutzt. Aus über 70 Flächen
wählten die Forscher 14 aus, deren Gras seit mindestens zehn Jahren
zweimal jährlich gehauen wird, die aber nicht beweidet oder gedüngt
werden. Anschließend wurde die vorhandene Vegetation auf den fünfmal
fünf Meter großen Versuchsflächen genau registriert. Auf einen Teil
der Versuchsflächen wurden dann Insekten- und Schneckengifte
eingesetzt, die die Fressfeinde der Pflanzen im und oberhalb des
Bodens beseitigten. Die Veränderungen in der Vegetation verglichen
die Forscher fünf Jahre lang mit denen auf unbehandelten
Versuchsflächen vor Ort. Die Anzahl der Pflanzenarten betrug am Ende
zwischen 13 und 38 Arten pro Quadratmeter, die insgesamt zwischen
272 und 1125 Gramm Biomasse pro Jahr produzierten.
Schwankungen bei Temperatur und Niederschlag zwischen einzelnen
Untersuchungsjahren verfälschen oft Kurzzeitstudien. "Unsere
Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Langzeituntersuchungen
durchzuführen, denn hätten wir die Untersuchung nach einem oder zwei
Jahren beenden müssen, dann wären wir zu völlig anderen Ergebnissen
gekommen", betont Dr. Claudia Stein. Künftige Studien sollten sich
daher stärker auch auf andere Funktionen von Ökosystemen
konzentrieren, statt nur die Produktivität in Form der Biomasse über
der Erde zu messen, schlussfolgern die Forscher. Ihre Untersuchung
hat gezeigt: Das was über der Erde wächst, hängt entscheidend von
dem ab, was unter der Erde passiert. Quelle:
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)Die Vereinten
Nationen haben 2010 zum Internationalen Jahr der Biologischen
Vielfalt erklärt. Ziel ist es, dass Thema biologische Vielfalt mit
seinen vielen Facetten stärker in das öffentliche Bewusstsein zu
rücken. Mit seiner Expertise trägt das UFZ dazu bei, die Folgen und
Ursachen des Biodiversitätsverlustes zu erforschen sowie
Handlungsoptionen zu entwickeln. Mehr dazu erfahren Sie unter:
http://www.ufz.de/index.php?de=16034 und
http://www.ufz.de/data/ufz_spezial_april08_20080325_WEB8411.pdf
Die Biodiversitätsforschung in Deutschland ist auf zahlreiche
Institutionen wie Hochschulen, außeruniversitäre Einrichtungen und
Ressortforschung bis hin zu Naturschutzverbänden und Firmen
verteilt. Das Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung, ein
Projekt im Rahmen von DIVERSITAS-Deutschland, möchte der
Forschungscommunity deshalb eine gemeinsame institutionsunabhängige
Kommunikationsstruktur und -kultur anbieten. Mehr dazu erfahren Sie
unter:
http://www.biodiversity.de/Publikationen:
Stein, Claudia, Sybille B. Unsicker, Ansgar Kahmen,
Markus Wagner, Volker Audorff, Harald Auge, Daniel Prati, and
Wolfgang W. Weisser (2010): Impact of invertebrate herbivory in
grasslands depends on plant species diversity. Ecology 91:1639-1650
http://dx.doi.org/10.1890/09-0600.1Ecology: Driving
Diversity Underground Science (Volume 329, Number 5989, Issue of
16 July 2010)
http://www.sciencemag.org/content/vol329/issue5989/twil.dtl
Unsicker, Sybille B., Alexandra Franzke, Juliane Specht, Günter
Köhler, Jeanine Linz, Carsten Renker, Claudia Stein, and Wolfgang W.
Weisser (2009): Plant species richness in montane grasslands affects
the fitness of a generalist grasshopper species. Ecology
91:1083-1091
http://dx.doi.org/10.1890/09-0402.1

04.08.2010
Neue Medizin bei Durchfall - Versuche mit Blutwurz
erfolgreich
(aid) - Solange Ferkel gesäugt
werden, ist alles in Ordnung - doch nach dem Absetzen reagieren Ferkel
häufig mit Durchfallerkrankungen auf die Stresssituation. Die
körpereigenen Abwehrkräfte reichen nicht aus und bakterielle
Durchfallerreger - in erster Linie Escherichia coli - haben
leichtes Spiel. Vor allem ökologisch wirtschaftende Betriebe
suchen nach Alternativen zu chemisch-synthetischen Antibiotika.
Zunächst müssen in der Absetzphase Fütterung und Haltung überprüft und
optimiert werden. Unterstützend können Futtermittelzusätze wirken.
Das Institut für Biologische Landwirtschaft und Biodiversität der
Nutztiere Wels in Österreich hat die Wirkung von Kräutermischungen
untersucht. Eine Versuchsmischung bestand aus Kamilleblütenpulver,
getrockneten Heidelbeeren, Löwenzahnpulver, Maralpulver, Knoblauchpulver
und Karottenpulver sowie fein vermahlenem Zeolith (Tonmineralien) und
Effektiven Mikroorganismen (Milchsäurebakterien, Hefen,
Nichtschwefelpurpurbakterien). Sie wurde bereits drei Tage vor dem
Absetzen als Paste direkt ins Maul und danach über das Futter
verabreicht. Die Ferkel hatten im Durchschnitt der ganzen
Versuchsgruppe festeren Kot und etwas höhere Tageszunahmen. Durchfall
konnte aber nicht ganz vermieden werden. In einem zweiten Versuch
bekamen die Ferkel die Kräutermischung angereichert mit Blutwurzpulver
(Potentilla) und getrocknetem Torf, aber ohne die Effektiven
Mikroorganismen. Um die Aufnahme der Mischung zu verbessern, wurde
sie mit Holundersaft vermischt und nicht über das Futter, sondern in
flachen Schalen angeboten. Von 46 Ferkeln pro Gruppe hatten nur 16
Ferkel Durchfall, in der Kontrollgruppe 25. Die Ferkel aus der
Kräutergruppe wogen nach 25 Aufzuchttagen im Schnitt knapp ein Kilogramm
mehr. Die alternative Behandlung mit der
Blutwurz-Kräutermischung war in den Fütterungsversuchen also
erfolgreich. Problem ist die rechtliche Bewertung. Die Gabe von
Kräutern als alternative Behandlungs- und Vorbeugemaßnahme ist keine
Behandlung im medizinischen Sinn. Kräuter gelten als Futtermittel und
müssen ab 2012 aus ökologischem Anbau stammen. Über die
Fütterungsversuche berichtete das Fachmagazin für den ökologischen
Landbau "bioland". Quelle:
aid

31.05.2010
Gene von antibiotikaresistenten Tieren können auf
Menschen übertragen werden
Nach einer neuen
Studie, die an der Universität von Hong Kong durchgeführt wurde und im
Journal of Medical Microbiology veröffentlicht ist, können Gene von
antibiotikaresistenten Tieren auf Menschen übertragen werden: "In
summary, this study showed that human and animal isolates share the same
pool of resistance genes". Die Antibiotikaresistenz kann daher
sozusagen mit dem Fleisch von Tieren mitgegessen werden (s.a.
Sonnenseite). Entgegen der früheren Ansicht, dass Gene nur
zwischen Bakterien und nicht zwischen höheren Organismen ausgetauscht
werden, zeigten neuere Untersuchungen, dass ein sog. "horizontaler
Gentransfer", eine Genübertragung über die Artgrenzen hinweg, offenbar
auch bei Vielzellern häufig vorkommt (s.a.
DIE WELT vom 28.05.2010). Dies ist nicht verwunderlich, da die
Zellen von Menschen, Tieren und Pflanzen während der Evolution aus
Bakterien entstanden sind (sog. "bakterielle
Endosymbiose der Zellen").

09.05.2010
Verordnung über Informationspflichten für
Dienstleistungerbringer
(Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung - DL-InfoV)
Am 17. Mai 2010
tritt die neue Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung vom
12.03.2010 in
Kraft, die auf der EU-Richtlinie
2006/123/EG beruht. Die Verordnung hat gravierende Auswirkungen auf
die Informationspflichten für Dienstleister (hierzu zählen auch
Freiberufler, Ausnahmen siehe u.a. §22 EU-RL), insbesondere solche mit einem
Internetauftritt. Siehe auch
Merkblatt der IHK Aachen.
Verordnungstext
(Bundesgesetzblatt 2010 Teil I Nr. 11 vom 17.03.2010):
§ 1 Anwendungsbereich
(1) Diese Verordnung gilt für Personen, die Dienstleistungen erbringen, die
in den Anwendungsbereich des Artikels 2 der Richtlinie 2006/123/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 12.Dezember 2006 über
Dienstleistungen im Binnenmarkt (ABl. L 376 vom 27.12.2006, S. 36) fallen.
(2) Die Verordnung findet auch Anwendung, wenn im Inland niedergelassene
Dienstleistungserbringer unter Inanspruchnahme der Dienstleistungsfreiheit
in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen
Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum tätig
werden. (3) Die Verordnung findet keine Anwendung, wenn in einem anderen
Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des
Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum niedergelassene
Dienstleistungserbringer unter Inanspruchnahme der Dienstleistungsfreiheit
im Inland tätig werden. (4) Die nach dieser Verordnung zur Verfügung zu
stellenden Informationen sind in deutscher Sprache zu erbringen. Das gilt
nicht für Informationen nach Absatz 2.
§ 2 Stets zur Verfügung zu stellende Informationen
(1) Unbeschadet weiter gehender Anforderungen aus anderen Rechtsvorschriften
muss ein Dienstleistungserbringer einem Dienstleistungsempfänger vor
Abschluss eines schriftlichen Vertrages oder, sofern kein schriftlicher
Vertrag geschlossen wird, vor Erbringung der Dienstleistung folgende
Informationen in klarer und verständlicher Form zur Verfügung stellen: 1.
seinen Familien- und Vornamen, bei rechtsfähigen Personengesellschaften und
juristischen Personen die Firma unter Angabe der Rechtsform, 2. die
Anschrift seiner Niederlassung oder, sofern keine Niederlassung besteht,
eine ladungsfähige Anschrift sowie weitere Angaben, die es dem
Dienstleistungsempfänger ermöglichen, schnell und unmittelbar mit ihm in
Kontakt zu treten, insbesondere eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse
oder Faxnummer, 3. falls er in ein solches eingetragen ist, das
Handelsregister, Vereinsregister, Partnerschaftsregister oder
Genossenschaftsregister unter Angabe des Registergerichts und der
Registernummer, 4. bei erlaubnispflichtigen Tätigkeiten Name und
Anschrift der zuständigen Behörde oder der einheitlichen Stelle, 5. falls
er eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nach § 27a des
Umsatzsteuergesetzes besitzt, die Nummer, 6. falls die Dienstleistung in
Ausübung eines reglementierten Berufs im Sinne von Artikel 3 Absatz 1
Buchstabe a der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen
(ABl. L 255 vom 30.9.2005, S. 22) erbracht wird, die gesetzliche
Berufsbezeichnung, den Staat, in dem sie verliehen wurde und, falls er einer
Kammer, einem Berufsverband oder einer ähnlichen Einrichtung angehört, deren
oder dessen Namen, 7. die von ihm gegebenenfalls verwendeten allgemeinen
Geschäftsbedingungen, 8. von ihm gegebenenfalls verwendete
Vertragsklauseln über das auf den Vertrag anwendbare Recht oder über den
Gerichtsstand, 9. gegebenenfalls bestehende Garantien, die über die
gesetzlichen Gewährleistungsrechte hinausgehen, 10. die wesentlichen
Merkmale der Dienstleistung, soweit sich diese nicht bereits aus dem
Zusammenhang ergeben, 11. falls eine Berufshaftpflichtversicherung
besteht, Angaben zu dieser, insbesondere den Namen und die Anschrift des
Versicherers und den räumlichen Geltungsbereich. (2) Der
Dienstleistungserbringer hat die in Absatz 1 genannten Informationen
wahlweise 1. dem Dienstleistungsempfänger von sich aus mitzuteilen, 2.
am Ort der Leistungserbringung oder des Vertragsschlusses so vorzuhalten,
dass sie dem Dienstleistungsempfänger leicht zugänglich sind, 3. dem
Dienstleistungsempfänger über eine von ihm angegebene Adresse elektronisch
leicht zugänglich zu machen oder 4. in alle von ihm dem
Dienstleistungsempfänger zur Verfügung gestellten ausführlichen
Informationsunterlagen über die angebotene Dienstleistung aufzunehmen.
§ 3 Auf Anfrage zur Verfügung zu stellende Informationen
(1) Unbeschadet weiter gehender Anforderungen aus anderen Rechtsvorschriften
muss der Dienstleistungserbringer dem Dienstleistungsempfänger auf Anfrage
folgende Informationen vor Abschluss eines schriftlichen Vertrages oder,
sofern kein schriftlicher Vertrag geschlossen wird, vor Erbringung der
Dienstleistung in klarer und verständlicher Form zur Verfügung stellen:
1. falls die Dienstleistung in Ausübung eines reglementierten Berufs im
Sinne von Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe a der Richtlinie 2005/36/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die
Anerkennung von Berufsqualifikationen (ABl. L 255 vom 30.9.2005, S. 22)
erbracht wird, eine Verweisung auf die berufsrechtlichen Regelungen und
dazu, wie diese zugänglich sind, 2. Angaben zu den vom
Dienstleistungserbringer ausgeübten multidisziplinären Tätigkeiten und den
mit anderen Personen bestehenden beruflichen Gemeinschaften, die in direkter
Verbindung zu der Dienstleistung stehen und, soweit erforderlich, zu den
Maßnahmen, die er ergriffen hat, um Interessenkonflikte zu vermeiden, 3.
die Verhaltenskodizes, denen er sich unterworfen hat, die Adresse, unter der
diese elektronisch abgerufen werden können, und die Sprachen, in der diese
vorliegen, und 4. falls er sich einem Verhaltenskodex unterworfen hat
oder einer Vereinigung angehört, der oder die ein außergerichtliches
Streitschlichtungsverfahren vorsieht, Angaben zu diesem, insbesondere zum
Zugang zum Verfahren und zu näheren Informationen über seine
Voraussetzungen. (2) Der Dienstleistungserbringer stellt sicher, dass die
in Absatz 1 Nummer 2, 3 und 4 genannten Informationen in allen ausführlichen
Informationsunterlagen über die Dienstleistung enthalten sind.
§ 4 Erforderliche Preisangaben
(1) Der Dienstleistungserbringer muss dem Dienstleistungsempfänger vor
Abschluss eines schriftlichen Vertrages oder, sofern kein schriftlicher
Vertrag geschlossen wird, vor Erbringung der Dienstleistung, folgende
Informationen in klarer und verständlicher Form zur Verfügung stellen: 1.
sofern er den Preis für die Dienstleistung im Vorhinein festgelegt hat,
diesen Preis in der in § 2 Absatz 2 festgelegten Form, 2. sofern er den
Preis der Dienstleistung nicht im Vorhinein festgelegt hat, auf Anfrage den
Preis der Dienstleistung oder, wenn kein genauer Preis angegeben werden
kann, entweder die näheren Einzelheiten der Berechnung, anhand derer der
Dienstleistungsempfänger die Höhe des Preises leicht errechnen kann, oder
einen Kostenvoranschlag. (2) Absatz 1 findet keine Anwendung auf
Dienstleistungsempfänger, die Letztverbraucher sind im Sinne der
Preisangabenverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 18. Oktober
2002 (BGBl. S. 4197), die zuletzt durch Artikel 6 des Gesetzes vom 29.
Juli 2009 (BGBl. I S. 2355) geändert worden ist, in der jeweils geltenden
Fassung.
§ 5 Verbot diskriminierender Bestimmungen
Der Dienstleistungserbringer darf keine Bedingungen für den Zugang zu einer
Dienstleistung bekannt machen, die auf der Staatsangehörigkeit oder dem
Wohnsitz des Dienstleistungsempfängers beruhende diskriminierende
Bestimmungen enthalten. Dies gilt nicht für Unterschiede bei den
Zugangsbedingungen, die unmittelbar durch objektive Kriterien gerechtfertigt
sind.
§ 6 Ordnungswidrigkeiten
Ordnungswidrig im Sinne des § 146 Absatz 2 Nummer 1 der Gewerbeordnung
handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig 1. entgegen § 2 Absatz 1, § 3
Absatz 1 oder § 4 Absatz 1 eine Information nicht, nicht richtig, nicht
vollständig, nicht in der vorgeschriebenen Weise oder nicht rechtzeitig zur
Verfügung stellt, 2. entgegen § 3 Absatz 2 nicht sicherstellt, dass eine
dort genannte Information in jeder ausführlichen Informationsunterlage
enthalten ist, oder 3. entgegen § 5 Satz 1 Bedingungen bekannt macht.

07.04.2010
Medizin im Stall - Was Nutztierhalter beachten müssen
(aid) - Ob Blauspray gegen entzündete Klauen, Antibiotika zum Trockenstellen
von Kühen oder Hustenlöser bei Atemwegserkrankungen von Schweinen:
Nutztierhalter sind es gewohnt, Arzneimittel zu verabreichen. Damit
helfen sie den Tieren und tragen gleichzeitig eine große Verantwortung. Denn
aus Nutztieren und ihren Produkten entstehen Lebensmittel, die frei von
jeglichen Wirkstoffen aus Arzneimitteln sein müssen.
Um schädliche Wirkungen bei Mensch und Tier zu vermeiden, wurde 1961 das
Arzneimittelrecht erlassen. Es enthält klare Vorgaben für den Einsatz von
Tierarzneien, etwa zur Art der Verabreichung, zur Anwendungsdauer und zu den
Wartezeiten aller verfügbaren Wirkstoffe.
Die für Landwirte besonders wichtigen Inhalte des Gesetzes fasst das neue
aid-Heft "Arzneimittelrecht für Nutztierhalter" zusammen. Es beantwortet die
häufigsten Fragen zum Thema, von der Definition eines Arzneimittels über die
Zulassungs- und Anwendungsvorschriften bis zu den Nachweispflichten des
Tierhalters. Zudem spricht es die geltenden Regelungen zur Abgabe von
Arzneimitteln durch den Tierarzt, zur Bevorratung und ganz allgemein zur
richtigen Lagerung im Betrieb an.
Die immer häufiger genutzten alternativen Methoden auf Basis homöopathischer
oder phytotherapeutischer Mittel unterliegen ebenfalls dem Arzneimittelrecht
und werden ausführlich erläutert. Aufgrund seiner großen Praxisnähe und
des übersichtlichen Aufbaus in Form häufig gestellter Fragen ist das Heft
eine ideale Informationsquelle für Landwirte und alle, die im Bereich der
Veterinärmedizin arbeiten.
aid-Heft "Arzneimittelrecht für
Nutztierhalte", 56 Seiten Bestell-Nr. 61-1575, ISBN 978-3-8308-0872-5
Preis: 3,00 EUR (Rabatte ab 10 Heften) zzgl. einer Versandkostenpauschale
von 3,00 EUR gegen Rechnung
aid infodienst e. V., Vertrieb, Postfach
1627, 53006 Bonn Telefon: 0180 3 849900*, Telefax: 0228 84 99-200
*Kosten: 9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz. Für den Mobilfunk
können abweichende Tarife gelten. Österreich: ÖAV, av Buch, Sturzgasse
1A, 1140 Wien E-Mail:
Bestellung@aid.de, Internet:
www.aid-medienshop.de

01.04.2010
Spektroskopie zeigt Anfangsstadien der Arthrose
Mediziner am Universitätsklinikum Jena entwickeln
neues Verfahren zur Frühdiagnose von Gelenkschäden
(Jena) Die nichtentzündliche Gelenkserkrankung Arthrose
gehört zu den Volkskrankheiten und häufigsten Ursachen für
Gelenkschmerzen. Schätzungsweise 80 Prozent aller über
50-Jährigen sind von den schmerzhaften Knorpelveränderungen in
Knie-, Hüft- oder Fingergelenken betroffen. Mit herkömmlichen
Verfahren können die Knorpelschäden erst in späteren Stadien
diagnostiziert werden. Mediziner am Universitätsklinikum Jena
(UKJ) haben jetzt in Zusammenarbeit mit Technikern ein
verletzungsfreies Verfahren zur Diagnose der Arthrose im
Anfangsstadium entwickelt.
"Bisher konnten die durch
Arthrose verursachten Gelenkschäden erst zu einem Zeitpunkt
erkannt werden, bei dem der Abbau und die Veränderungen des
Knorpelgewebes bereits weit fortgeschritten waren", erklärt
Prof. Dr. Dr. Gunther Hofmann, Direktor der Klinik für Unfall-,
Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKJ. "Die
Unterscheidung von gesundem Knorpelgewebe und den ersten Stadien
einer Arthrose war mit den bislang eingesetzten Verfahren
faktisch nicht möglich." Dies aber sei wichtig für den Einsatz
geeigneter Präventions- und Therapiemaßnahmen, die die
Gelenkveränderungen so zu einem frühen Zeitpunkt stoppen und
eine dauerhafte Schädigung verhindern könnten.
Derzeit
erfolgt die Diagnose in der Regel durch eine Arthroskopie auf
der Grundlage des optischen Eindrucks und des Betastens
(Palpieren) des Knorpels. Die Jenaer haben zur Steigerung der
Aussagefähigkeit das für die Arthroskopie verwendete Endoskop um
ein Instrument für Infrarot-nahe Spektroskopie (NIRS) ergänzt
und so Messdaten zur molekularbiologischen Beschaffenheit des
Knorpels gewinnen können. In einer aktuell veröffentlichen
Studie wiesen die Jenaer jetzt nach, dass sich so Gelenkschäden
im Vergleich zu anderen Verfahren wie Röntgen, MRT und
Arthroskopie wesentlich früher erkennen lassen.
"Durch
den Einsatz von NIRS haben wir bei den untersuchten Patienten
Anfangsstadien der Arthrose erkennen können, die mit anderen
Methoden unerkannt geblieben sind", so Prof. Hofmann. Grundlage
für diese Aussagekraft sind die durch Infrarot-nahes Licht
erkennbaren Veränderungen auf molekularer Ebene. "Wir wissen,
dass die bei Arthrose auftretenden Schäden durch Störungen des
Knorpelstoffwechsels verursacht werden, so dass sich die
erkrankten Knorpel in ihrer biochemischen Zusammensetzung
wesentlich von gesundem Gewebe unterscheiden", so Hoffmann. Der
Einsatz von NIRS zeigt solche Veränderungen, die in Verbindung
mit weiteren Parametern wie Bewegungsfähigkeit der Gelenke und
Schmerzintensität Aussagen über das Vorliegen früher Stadien der
Arthrose ermöglichen. Die Ergebnisse dieser Studie wurden jetzt
im Journal "Pathophysiology 17(2010)" publiziert.
"Das
von uns entwickelte NIRS-gestützte Verfahren bringt für den
Patienten keine Belastungen mit sich und verlängert die Dauer
einer Arthroskopie nur um durchschnittlich vier Minuten",
beschreibt der Unfallchirurg Hofmann den geringen Aufwand für
die Diagnoseerweiterung.
"Unsere in der aktuellen Studie
gewonnenen Ergebnisse deuten darauf hin, dass NIRS künftig
hilfreich sein könnte, um die Früherkennung der Arthrose
verbessern zu können", so Hofmann weiter. "Dafür müssen jetzt in
größeren Studien weitere Untersuchungen folgen."
Ansprechpartner: Prof. Dr. Dr. Gunther Hofmann Direktor
der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie,
Universitätsklinikum Jena 07740 Jena Tel.: 03641/9322901
E-Mail: gunther.hofmann[at]med.uni-jena.de

28.02.2010
Beratung durch pferdemedizin.com hat sich sehr bewährt
Seit über vier Monaten
bietet
pferdemedizin.com Beratungen im Bereich der naturheilkundlichen
Tiermedizin per Email und/oder Telefon an.
Diese Beratung wurde von
den Tierbesitzerinnen und -besitzern gern angenommen und ermöglichte
in den meisten Fällen eine Optimierung der Therapie vor allem bei
chronischen Erkrankungen. Wichtig war, dass die Beratung beide
Therapierichtungen – die konventionelle und die naturheilkundliche –
miteinander kombiniert. So war das Ergebnis der Beratungen
entsprechend gut.
Der Preis für eine Beratung
erwies sich mit 35 € im Vergleich zu den bis dahin meist hohen
Kosten für die Krankheit des Tieres als sehr günstig.
Nähere Informationen zur Beratung finden Sie
<<
hier >>

29.01.2010
Akupunktur gegen Heuschnupfen
Auch wenn es noch nicht danach aussieht: der
Frühling kommt bestimmt. Doch vielen Menschen wird der
Frühlingsanfang durch tränende Augen, juckende, verstopfte Nasen und
wässrigen Schnupfen bis hin zu Atemnot verleidet.
Im
"Uni-Zentrum Naturheilkunde" des Universitätsklinikums Freiburg wird
seit mehreren Jahren die Elektroakupunktur, die so genannte
"augmentierte Akupunktur", bei saisonaler Allergie durchgeführt.
Grundsätzlich ist die Akupunktur bei der Behandlung von allergischen
Symptomen in der naturheilkundlichen Medizin nicht neu. Das
Besondere an der "augmentierten Akupunktur" gegen Heuschnupfen ist
die meist nur einmalige Behandlung. Nach den Erfahrungen des
Uni-Zentrums Naturheilkunde sind bei circa 70 Prozent der Patienten
die Beschwerden nach der Behandlung für einen Zeitraum von sechs bis
acht Wochen deutlich gebessert. Zur Methode: Es werden zwei
Punkte im Verlauf des
Blasenmeridians
im Nackenbereich ermittelt, die einen geringen Hautwiderstand
aufweisen. Diese Punkte werden örtlich betäubt und die
Akupunkturnadeln gesetzt. Über die Akupunkturnadeln wird ein
Reizstromimpuls gegeben. Eine wichtige Voraussetzung für den
Behandlungserfolg ist, dass der Patient zum Zeitpunkt der Behandlung
unter starken allergischen Symptomen leidet. Weitere
Informationen und Anmeldung im Uni-Zentrum Naturheilkunde unter Tel.:
0761/ 270 8201 Anmerkung:
Heuschnupfen lässt sich ebenfalls gut mit anderen
energetischen Methoden,
besser noch in Kombination mit
Homöopathie,
behandeln.

22.01.2010
Homöopathische Arzneimittel werden in Deutschland
gern genutzt
Große Teile der deutschen Bevölkerung wenden
homöopathische Arzneimittel ungeachtet der seit langem geführten
Diskussion um ihre Wirksamkeit an.
Nach einer Studie des Instituts für Demoskopie
Allensbach hat mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung in
Deutschland schon einmal selbst homöopathische Arzneimittel verwendet.
1970 hatte nur knapp jeder vierte Westdeutsche schon einmal Homöopathika
genommen (24 Prozent), heute sind es mit 57 Prozent der Gesamtdeutschen mehr als doppelt so
viele.
Die Ergebnisse der Studie können als
PDF-Datei
heruntergeladen werden.

15.01.2010
Toxoplasmose: eine unterschätzte Gefahr
Über den Schutz vor Infektionen mit Toxoplasmen
informiert ein neues Merkblatt des Bundesinstituts für Risikobewertung
(BfR). Infizieren sich Frauen erstmalig während der Schwangerschaft mit
diesen Parasiten, kann das ungeborene Kind schwer geschädigt werden oder
sogar sterben. Besonders gefährdet sind aber auch Kleinkinder unter fünf
Jahren und Personen, die durch Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme
ein geschwächtes Immunsystem haben. "Diese Personengruppen sollten
wissen, von welchen Lebensmitteln ein besonderes Risiko ausgeht und wie
sie sich vor einer Infektion mit Toxoplasmen schützen können", sagt
Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. Toxoplasmen können
insbesondere in rohem Fleisch vorkommen. Außerdem können Obst und Gemüse
auf der Oberfläche mit dem Erreger verunreinigt sein.
Die Infektion mit Toxoplasmen
(Toxoplasmose) gehört zu den häufigsten parasitären Infektionen
weltweit. Sie verläuft jedoch meistens unerkannt. Der Erreger Toxoplasma
gondii kann alle warmblütigen Tiere, einschließlich Vögel, befallen. Ist
der Erreger einmal in den Wirtsorganismus gelangt, verweilt er in der
Regel ein Leben lang in Geweben der Muskulatur und des Nervensystems.
Deshalb können Toxoplasmen in rohen, vom Tier stammenden Lebensmitteln
wie Hackfleisch, Hackepeter und Rohwurstprodukten vorkommen. Infektiöse
Erregerstadien (Oozysten) werden aber auch von infizierten Katzen mit
dem Kot ausgeschieden. Sie können mit dem Wind, mit Regen und
Oberflächenwasser weit verbreitet werden und in der Umwelt lange
überleben. Somit können diese Oozysten auch auf Obst und Gemüse oder ins
Trinkwasser gelangen.
Durch Erhitzen, also beim Kochen, Braten oder Pasteurisieren, werden
alle Entwicklungsstadien des Parasiten zuverlässig abgetötet.
Demgegenüber kann er bei Kühlschranktemperaturen mehrere Wochen
überleben. Auch bei Gefriertemperaturen bleiben Toxoplasmen unter
Umständen infektiös. In
Deutschland besitzt etwa die Hälfte der Bevölkerung Antikörper gegen
diesen Parasiten. Eine akute Toxoplasmose tritt selten auf und äußert
sich in der Regel mit grippeähnlichen Symptomen wie Abgeschlagenheit,
Muskelschmerzen und Lymphknotenschwellung vor allem im Halsbereich.
Personen mit geschwächtem Immunsystem können aber auch schwere
Krankheitsverläufe mit Beteiligung unterschiedlicher Organe, zum
Beispiel der Lunge und des Gehirns, zeigen. Ist eine Schwangere nicht
gegen Toxoplasmen immun, kann eine Infektion während der Schwangerschaft
für Ungeborene zum Teil schwere Missbildungen wie Wasserkopf, geistige
Behinderungen oder Blindheit zur Folge haben. Auch Fehl- und Totgeburten
kommen vor. Die akute Phase der Toxoplasmose kann mit Antibiotika
wirksam behandelt werden. Auf die Dauerstadien in Geweben haben
Medikamente jedoch wenig Einfluss.
Zur Vermeidung einer Infektion mit Toxoplasmen
empfiehlt das BfR deshalb insbesondere abwehrgeschwächten Personen und
Schwangeren, die keine Antikörper gegen Toxoplasmen besitzen:
- Keine rohen Wurst- und
Fleischwaren verzehren (Hackfleisch, Carpaccio, Mettwurst, Teewurst,
Salami), Fleischgerichte gründlich durchgaren
- Rohes Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich
abwaschen, schälen und/oder kochen
- Lebensmittel mit anhaftender Erde, zum Beispiel
Kartoffeln und Karotten, getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren
- Kontakt mit Katzenkot vermeiden
- Regelmäßig Hände waschen
Das Merkblatt "Schutz vor
Toxoplasmose" richtet sich an Verbraucher und Multiplikatoren. Es ist
kostenlos und kann schriftlich im BfR angefordert werden (publikationen@bfr.bund.de
oder Fax 030-18412-4970). Es steht auch im Internet zum Download
zur Verfügung:
http://www.bfr.bund.de/cm/238/verbrauchertipps_schutz_vor_toxoplasmose.pdf

07.01.2010
Das Buch “Gedanken altern nicht” ist 2010 in 3. Auflage
erschienen

ISBN: 978-3-8334-5446-2
Der Umfang des Buches wurde stark erweitert;
der Preis ist derselbe geblieben.
(nähere Infos
<< hier >>)

07.01.2010
Elemente des Bornavirus wurden vor ca. 40 Millionen Jahren Teil
des menschlichen Erbgutes
Das
Bornavirus (engl. Borna disease virus = BDV) ist ein
behülltes RNA-Virus. Es löst die „Hitzige Kopfkrankheit“ der Pferde aus. Sie
wurde erstmals 1885 bei Kavalleriepferden in der Stadt
Borna
beschrieben. Die Borna-Krankheit ist eine ansteckende Gehirn- und
Rückenmarksentzündung vor allem bei Pferden und Schafen. Bei Menschen wird
das Virus mit psychischen Erkrankungen (vor allem Depressionen und
Schizophrenie) in Verbindung gebracht. Ein hinreichender Beweis für diese
Vermutung fehlt jedoch bisher.
Der japanische Forscher
Horie und Mitarbeiter (Horie
et al., 2010) konnten nun zeigen, dass das Erbgut von Säugern, wie Menschen,
nicht-humanen Primaten, Nagern und Elefanten, Elemente aufweist, die dem
Nucleoprotein (N)-Gen des Bornavirus homolog sind. Die Untersuchungen zeigten
auch, dass die Borna-Elemente vor ca. 40
Millionen Jahren in die menschliche Zelle integriert worden sein müssen.

18.11.2009
Wie es den Equiden gefällt - Neue Leitlinien zur
Pferdehaltung
(aid) - Wer seinem Pferd dauerhaft Gutes tun will,
kann in den neu aufgelegten "Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen
unter Tierschutzgesichtspunkten" nachlesen, auf was er dabei grundsätzlich
achten sollte. Dafür hat die Sachverständigengruppe des Bundesministeriums
für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) auf 31 Seiten
den aktuellen Stand zum Thema Pferdehaltung zusammen getragen. Unter den
Experten sind unter anderem die Verhaltenswissenschaftlerin Dr. Margit
Zeitler-Feicht sowie der Chefveterinär der Deutschen Reiterlichen
Vereinigung, Dr. Michael Düe.
Die Grundbedürfnisse der Equiden haben sich in den 5000
Jahren ihrer Domestizierung kaum verändert und zwar unabhängig von ihrer
Nutzung, wie die Pferdefachleute betonen: viel Licht, Luft, Sozialkontakt,
freie Bewegungsmöglichkeit und das richtige Futterangebot sind noch immer
die unablässigen Grundpfeiler einer art- und tierschutzgerechten Haltung.
Daher wollen die Verfasser die Leitlinien als grundlegende Basis für alle
Pferdebesitzer verstanden wissen. Neben den essentiellen Bedürfnissen von
Equiden wird ebenso auf Haltungsformen, Herdenmanagement, bauliche
Voraussetzungen und das richtige Stallklima Bezug genommen.
Erstmals wurden die Leitlinien das
erste Mal 1995 vom BMELV herausgegeben. Nun liegen sie in der überarbeiteten
Ausgabe gratis zum Download bereit und bilden ein wertvolles Fundament für
jedwede Pferdehaltung. aid,
Dagmar Barkmann
Die Leitlinien zum kostenfreien Herunterladen befinden
sich
< hier >
aid infodienst
Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V.
Heilsbachstraße 16
53123 Bonn
Tel. 0228 8499-0
Internet:
http://www.aid.de,
E-Mail: aid@aid.de

02.11.2009
Pferdemedizin.com bietet nun auch Beratungen per Email
und Telefon an
Nunmehr sind auch Beratungen im Bereich der
naturheilkundlichen Tiermedizin per Email (peter@pferdemedizin.com) oder
Telefon möglich. Die deutsche Rufnummer ist 04251 7524; Rückrufe auf
Mobiltelefone erfolgen grundsätzlich nicht.
Vor der Beratung sollten ein kurzer Vorbericht und einige
Fotos des Tieres per Email zugeschickt werden.
Die Abrechnung der Beratung erfolgt
pro Tier vorab per PayPal über den PayPal-Button auf der Internetseite
http://www.pferdemedizin.com.

12.10.2009
Pferdissimo.com - der besondere Anzeigenmarkt für den
Reit- und Fahrsport
Pferdissimo ist ein virtueller Anzeigen-Marktplatz für den Reit- und
Fahrsport in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neben
Verkaufsanzeigen für Pferde kann eine Fülle weiterer Anzeigen z.B. für
Verkauf, Gesuch und Tausch der unterschiedlichsten Artikel sowie auch für
Dienstleitungen (z.B. im Bereich der Tiermedizin oder der Hufbearbeitung)
aufgegeben werden. Standardanzeigen sind 6 Monate gültig,
Premiumanzeigen 1 Jahr. Standardanzeigen sind kostenlos; Premiumanzeigen
sind kostenpflichtig. Sie werden stets als Erste und hervorgehoben
präsentiert. Es werden drei Arten von Premiumkonten angeboten: Guthaben
in Bündeln zu fünf Einzelanzeigen, Monatsflatrate und Jahresflatrate.
Premiumkonteninhaber können sich auf Pferdissimo insbesondere mit einem
Flatratetarif kostengünstig einen Anzeigenshop unter vollständiger eigener
Kontrolle einrichten. Hierin können ohne weitere Kosten beliebig viele
Anzeigen geschaltet werden. Nicht zuletzt auf Grund des integrierten
RSS-Feeds sind alle Anzeigen nach der Aufnahme umgehend in den Suchmaschinen
zu finden. Standardanzeigen werden stets individuell vom Betreiber
freigeschaltet. Premiumaccounts werden nach Bezahlung der Gebühr nur einmal
freigeschaltet; danach erscheinen die aufgegebenen Anzeigen sofort
automatisch im Internet. Die Bezahlung der Gebühren erfolgt
ausschließlich per PayPal. Hierdurch wird eine größtmögliche Sicherheit bei
der Bezahlung erreicht.
Adresse:
http://www.pferdissimo.com, RSS-Feed:
< hier >
Pressemitteilung:
< hier >

16.09.2009
Vorsicht Fuchsbandwurm -
Tipps zum Schutz vor Infektion
(aid) - Wald und Natur halten einige Delikatessen
für fleißige Sammler bereit: Im Sommer gibt es Brombeeren oder Heidelbeeren
und im Herbst beginnt die Hochsaison für Pilze. Das Landesamt für
Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock
warnt hier allerdings vor einer Gefahr: Bodennahe Früchte können mit den
Eiern des Fuchsbandwurms behaftet sein, da infizierte Füchse dort ihren Kot
abgesetzt haben. Vor allem in Süddeutschland, aber auch immer mehr im Norden
der Republik sind Füchse von diesem Bandwurm befallen. Nimmt der Mensch
seine Eier auf, wird er unheilbar und sogar lebensgefährlich krank, da Leber
und andere Organe irreversibel geschädigt werden. Zwischen dem Zeitpunkt der
Infektion und dem Ausbruch der Krankheit können bis zu 15 Jahre liegen. Der
Mensch ist ein Fehl-Zwischenwirt. Eigentlich fressen Mäuse oder andere
Beutetiere des Fuchses die Bandwurmeier. Über die Mäuse können auch Hunde
und Katzen infiziert werden und somit wiederum der Mensch. Deshalb sollten
diese Haustiere prophylaktisch und in regelmäßigen Abständen einer Wurmkur
unterzogen werden. Mittlerweile sind Füchse auch in Gärten und Obstplantagen
zu Gast. Deshalb sind Salat, Erdbeeren oder Fallobst ebenfalls mögliche
Träger von Fuchsbandwurmeiern. Um sich vor einer Infektion schützen,
sollte man ein paar Dinge beachten: Vor allem sollten rohes Obst und Gemüse
vor dem Verzehr sehr gründlich gewaschen werden. Sicher abgetötet werden die
Bandwurmeier aber nur, wenn man das Lebensmittel bei mindestens 70° C kocht
oder backt. Kälte hingegen schadet ihnen nicht, weshalb das Einfrieren im
Haushalt keinen Schutz bietet. Das LALLF empfiehlt darüber hinaus, -
kranke und tote Tiere, besonders Füchse und Mäuse, nur mit Handschuhen und
Mundschutz anzufassen, - Fuchskot aus dem Garten mit dichten
Plastikbeuteln zu entfernen und im Hausmüll zu entsorgen, - Füchse nicht
zu füttern, z.B. mit Fleischresten, Knochen oder Nahrungsmitteln auf dem
Kompost, - Abfallsäcke erst am Tag der Müllabfuhr, nicht am Vorabend,
draußen bereit zu stellen, - keine Futterteller für Haustiere draußen
aufzustellen. aid, Kirsten Jänisch-Dolle
aid infodienst
Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V.
Heilsbachstraße 16
53123 Bonn
Tel. 0228 8499-0
Internet:
http://www.aid.de,
E-Mail: aid@aid.de

25.08.2009
Wissenschaftler des HZI erforschen,
wie Salmonellen Tumore abtöten.
Salmonellen haftet ein schlechtes Image an. Kaum ein Sommer vergeht
ohne eine Zeitungsmeldung von schweren Salmonellen-Infektionen durch
Eierspeisen oder Hühnerfleisch. Aber Salmonellen machen uns nicht nur
krank - sie könnten uns in Zukunft auch helfen, Krebs zu bekämpfen. Die
Bakterien wandern nämlich in Tumore ein und helfen dabei, sie zu
zerstören. Außerdem finden sie eigenständig Metastasen im Körper von
Labormäusen und können auch hier zur Heilung führen.
In der Fachzeitschrift "PLoS ONE" zeigen Sara
Bartels und Siegfried Weiß vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für
Infektionsforschung (HZI) jetzt, wie die Bakterien in die Tumore
einwandern. Ein Botenstoff des Immunsystems verschafft ihnen den
Zutritt: Er macht die Blutgefäße im Krebsgewebe durchlässig, die
Bakterien können einwandern und den Tumor besiedeln. Gleichzeitig
sammelt sich das Blut im Gewebe und es bildet sich eine so genannte
Nekrose - der Tumor stirbt ab. "Der Bluteinstrom in das Tumorgewebe war
der Ausgangspunkt für unsere Suche nach dem Mechanismus", sagt Siegfried
Weiß, Leiter der Arbeitsgruppe "Molekulare Immunologie" am HZI. "Es gibt
einen Botenstoff bei Entzündungen, der genau so eine Reaktion auslöst.
Den haben wir zunächst gesucht - und gefunden." Dieser Botenstoff ist
nach einer seiner Aufgaben im Körper benannt: Tumornekrosefaktor, kurz
TNF-alpha. Die Immunzellen senden TNF-alpha aus, wenn sie beispielsweise
Salmonellen im Körper entdecken und alarmieren damit andere Zellen des
Immunsystems. Durch die Entzündungsreaktion lösen sich aber auch
Blutgefäße auf. Das gleiche passiert auch in einem Tumor: Hier hat TNF-alpha
ein leichtes Spiel, denn die Blutgefäße in einem Krebsgeschwür
unterscheiden sich grundlegend von einer gesunden Arterie oder Vene. Die
Gefäße im Tumor sind ungleichmäßig gebaut, porös und haben teilweise
tote Enden. So reicht nur wenig des Faktors aus, um die Wände der
Blutbahnen im Tumor aufzulösen und das Blut in das Gewebe einströmen zu
lassen.
Die Hoffnung der Forscher: Sie wollen Salmonellen
so verändern, dass diese für die Krebstherapie nutzbar werden. Die
Bakterien sollen in Krebspatienten gezielt in Tumore einwandern und
diesen zum Absterben bringen. Der große Reiz dieser Art Tumore
abzutöten, liegt in den Lebensgewohnheiten der Salmonellen. Sie fühlen
sich nahezu überall wohl - egal ob ihnen Sauerstoff in schlecht
durchbluteten Geweben zur Verfügung steht oder nicht. Genau diese
schlecht versorgten Zonen in einem Geschwulst erreichen jedoch
traditionelle Krebstherapien nicht, denn dort wo kein Blut mehr strömt,
werden auch keinen Chemotherapeutika hin transportiert. Und selbst
Strahlentherapie benötigt Sauerstoff für die Reaktionen im Gewebe.
Das
Phänomen, dass Tumore von Bakterien angegriffen werden, kennen
Wissenschaftler schon länger. Allerdings war eine Krebstherapie mit
Krankheitserregern bislang undenkbar. Zu groß wäre das Risiko für die
Patienten an der Infektion zu sterben. "Wir haben jetzt einen wichtigen
Hinweis bekommen wie Salmonellen in den Tumor eindringen und nun können
wir versuchen, die Bakterien entsprechend so zu manipulieren, dass sie
für die Krebstherapie nutzbar werden ohne gefährliche Infektionen
auszulösen", sagt Sara Bartels.
Dabei helfen vor allem die
Ergebnisse ihrer Studie. Die hat gezeigt, dass die Ausschüttung von TNF-alpha
dazu beiträgt, dass die Salmonellen den Tumor effizient besiedeln
können. Folglich könnten zu stark abgeschwächte Salmonellen nicht mehr
in der Lage sein, den Tumor zu besiedeln, da das Immunsystem nicht stark
genug auf sie reagiert und zu wenig des Nekrosefaktors ausschüttet. "Wir
müssen jetzt das richtige Maß an Aggressivität der Bakterien finden, so
dass der Tumor besiedelt und zerstört, der Patient aber nicht gefährdet
wird", erklärt die Wissenschaftlerin. Gelingt den Forschern aus
Braunschweig dieses Kunststück, können sie sogar noch einen Schritt
weiter gehen und die Salmonellen dazu nutzen, therapeutische Stoffe im
Tumor freizusetzen, die zu dessen effektiver Zerstörung beitragen. Die
würden dann mit den Salmonellen in den Tumor gelangen und auch noch die
letzten Krebszellen abtöten - und das wäre eine Revolution in der
Tumortherapie. "Es handelt sich hierbei aber noch um absolute
Grundlagenforschung und Versuche mit Labormäusen", sagt Siegfried Weiß,
"es kann noch Jahre dauern, bis diese Methode für den Menschen
einsetzbar ist."
Hören Sie zu diesem Thema auch unseren
Podcast. Sara Bartels zeigt Ihnen, wie Salmonellen in Tumore
einwandern.
Dr. Bastian Dornbach, Pressereferent, Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

20.08.2009
Neue Wege der Pferdevermarktung - Erstes
Fohlenchampionat im Internet
(aid) - Seit den ersten Fohlenschauen des Jahres
2009 ist klar: Die Krise hat die Pferdezucht erreicht. Die Züchter sparen,
wo sie können. Und das offenkundig selbst bei den Nenngeldern und
Transportkosten zu den traditionellen Fohlenschauen. Mit dem Ergebnis,
dass diese ersten Veranstaltungen für den Pferdenachwuchs mancherorts mit so
wenig Beteiligung über die Bühne gingen wie kaum zuvor. Diese Situation
haben die Ausrichter der ersten virtuellen Nachwuchs-Parade erkannt und
innovativ umgesetzt: Mit dem ersten Online-Wettbewerb für Fohlen auf
www.fohlenchampionat-online.com. Jeder
Züchter kann mit zwei Aufnahmen seines Tieres und einer Teilnahmegebühr von
zehn Euro an der Internet-Schau teilnehmen. Das Zuchtgebiet spielt dabei
keine Rolle. Die Bewertung nehmen fachkundige Experten aus Zucht und
Ausbildung nach den drei Kriterien Typ, Gebäude und Geschlechtsausdruck vor.
Die üblichen Bewegungsnoten können zwar anhand der Fotos freilich nicht
vergeben werden. Jedoch erhalten die 50 besten Fohlen der Online-Schau
Gelegenheit, sich live der Jury in einem Gestüt in Bayern vorzustellen.
Abschließend erfolgt die Kür der Gesamtsiegerfohlen in den jeweiligen
Kategorien Hengst- und Stutfohlen, sowohl bei Großpferden und bei Ponys.
Zudem gibt es ein Zuschauer-Voting im Internet. Insgesamt sind als
Gewinnprämie Geld- und Sachpreise im Wert von 10 000 Euro ausgeschrieben.
aid, Dagmar Barkmann
Mehr Informationen:
www.fohlenchampionat-online.com
aid infodienst
Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V.
Heilsbachstraße 16
53123 Bonn
Tel. 0228 8499-0
Internet:
http://www.aid.de,
E-Mail: aid@aid.de

02.08.2009
Geliebte Kühe geben mehr Milch.
Britische Studie belegt: Mit eigenem Namen fühlt sich
das Vieh wohler und leistet mehr.
(animal) Zuneigung zu Tieren macht sich „bezahlt“.
Bei Kühen trifft dies offenbar im wahrsten Sinne des Wortes zu. Denn
britische Forscher fanden heraus, dass Kühe, die von ihren Besitzern einen
eigenen Namen bekommen, nicht nur glücklicher und entspannter sind, sondern
auch mehr Milch geben. Wenn der Bauer zu seinen Tieren eine persönliche
Beziehung aufbaut, kann das rund 250 Liter mehr Milch pro Jahr bedeuten.
Dies schließen britische Agrarforscher um Peter Rowlinson von der
Universität in Newcastle aus einer Umfrage, die sie unter britischen Farmern
durchführten.
Die Wissenschaftler verschickten Fragebögen an
Milchbauern, um mehr über deren Umgang mit ihrem Vieh zu erfahren und
darüber, wie die Tiere auf den Menschen reagieren. Die Auswertung von 516
Bögen ergab eine hohe Meinung der Landwirte von ihren Tieren: 90 Prozent
glaubten, ihre Kühe haben Gefühle, 78 Prozent meinten sogar, ihre Tiere
seien intelligent. Und fast die Hälfte der Befragten war der Ansicht, dass
das Verhalten der Menschen sich direkt auf die Kuh wie etwa deren Fügsamkeit
auswirke. Einige Bauern meinten auch, dass Kühe auf negative Erfahrungen mit
Menschen mit geringerer Milchproduktion reagierten. Besteht dagegen eine
sehr gute Beziehung zwischen Milchbauer und Kühen, steigt offenbar der
Ertrag: Jene Bauern, die ihre Kühe beim Namen riefen, konnten im Schnitt 258
Liter mehr Milch pro Jahr und Kuh melken, rechneten die Forscher aus.
In der Vergangenheit hatten bereits
mehrere Studien gezeigt, dass Kühe mit einem guten Verhältnis zum Menschen
gesünder, produktiver und einfacher im Umgang sind. Die neue Studie belegt,
dass darüber hinaus auch ihre Milchleistung gesteigert werden kann. Das
Ergebnis der Meinungsumfrage müsse noch durch eine bessere statistische
Untersuchung untermauert werden, betonen die Agrarforscher. Allerdings gäben
die Resultate klare Hinweise auf eine Ertragssteigerung, wenn Bauern ihre
Tiere nicht als anonyme Milchproduzenten behandeln.
Das ist
möglicherweise mit ein Grund dafür, dass für bayerische Landwirte Kühe schon
lange nicht mehr nur eine Nummer sind, sondern hier jede Milchkuh einen
eigenen Namen hat. Es gibt sogar ein eigenes „Namensregister“: Im
Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e. V.
(LKV) sind sämtliche Milchkühe Bayerns namentlich erfasst. Absoluter
Spitzenreiter der beliebtesten Kuhnamen in Bayern ist übrigens der Name
„Susi“, gefolgt von „Alma“ und „Berta“. In Franken zählt „Resi“ zu den
Favoriten, während in Südbayern mehr „Bellas“ zu finden sind. Fast allen
Milchkühen gemeinsam ist dabei, dass sie Vornamen tragen. Dies war
keineswegs immer so, sondern hat sich erst seit dem 19. Jahrhundert so
entwickelt. Früher dienten andere Kriterien als Anregung für die
Namensgebung. So wurden die Tiere beispielsweise häufig nach bestimmten
Eigenschaften wie „Flinke“, „Stolze“ oder nach äußerlichen Merkmalen wie der
Farbe des Fells benannt („Weiße“, „Rote“). Auch Berufsbezeichnungen wie
„Schneider" oder die Herkunft („Altenburger“) konnten bei der Namensvergabe
eine Rolle spielen.
Quelle:
Deutsches Grünes Kreuz

14.07.2009
Tipps für
Tiere im Sommer
Die heiße Jahreszeit steht bevor – Mitte Juli bis Ende
August. Was für uns Freibadsaison und Eis-Schlecken erwarten lässt, kann für
unsere Haustiere Stress, Leiden Hitzschlag und Lebensgefahr bedeuten. Damit
auch für ihr Tier der Sommer erträglich wird, hier einige Ratschläge für
Tierhalter.

Hecheln im Sommer
Die Bundestierärztekammer empfiehlt:
•
Auto als Backofen: Niemals ein Tier im geparkten Auto zurücklassen!
Temperaturen von über 70 Grad sind bei praller Sonne auf das Autodach
schnell erreicht, da nützen auch eine Schale Wasser oder ein offener,
kleiner Fensterspalt wenig.
•
Schatten: Käfige und Freigehege so stellen, dass die Tiere über den
ganzen Tag immer auch einen Schattenplatz zur Verfügung haben.
„Schlafhäuschen“ bieten keinen Schutz, denn sie heizen sich auf!
•
Aktivität: Spaziergänge und Auslauf lieber auf die Morgen- und
Abendstunden verlegen.
•
Wasser: Der ständig frisch gefüllte Wassernapf ist überlebenswichtig und
sollte mehrmals täglich kontrolliert und aufgefüllt und dabei auch
mindestens einmal pro Tag gereinigt werden. Im warmen Wasser können sich
Keime schnell vermehren und stellen eine zusätzliche Gefahr dar.

Hund im Watt
•
Futter: Futterreste direkt nach dem Fressen entfernen, da sie schnell
verderben und Erkrankungen hervorrufen können.
•
Fell: Viele Tiere haben ein dichtes Fell, das sie vor Kälte gut schützt.
Im Sommer kann dieses Fell hinderlich werden, denn es blockiert die
Wärmeabgabe. Im Gegensatz zum Menschen können viele Tiere nicht oder nicht
so ausgeprägt Schwitzen. Hunde hecheln, Katzen und Kaninchen lecken sich das
Fell nass. Vögel sperren den Schnabel auf. All diese Aktivitäten erfordern
viel Wasser.
•
Scheren: Langhaarige Hunde bei Bedarf scheren.
•
Kämmen, Maden: Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen häufiger kämmen und
auf Fliegenmaden kontrollieren, denn Fliegen legen in zotteligem Fell gerne
ihre Eier ab. Nach wenigen Stunden schlüpfen die Maden und können die
Tier-Haut großflächig zerstören.
ACHTUNG HITZSCHLAG: Notfall – schnelles Handeln
geboten!
Anzeichen beim Hund sind starkes Hecheln, Erbrechen,
Durchfall, Taumeln oder Krämpfe, auch Bewusstlosigkeit. Das Tier sofort in
den Schatten bringen und Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen: dem Tier langsam
erst die Beine, dann den Körper mit feuchten Tüchern oder Decken kühlen; nur
einem Tier bei Bewusstsein Wasser anbieten. Dann ab zum/r
Tierarzt/Tierärztin, denn es besteht Lebensgefahr! Infusionen und
Notfallmedizin können nötig sein, auch wenn dass Tier sich leicht unter
Ihren Erste-Hilfe-Maßnahmen erholt. Vorher Tierarzt/Tierärztin anrufen,
damit alles vorbereitet werden kann und keine wertvolle Zeit verloren geht.

Thermographie
Bundestierärztekammer Arbeitsgemeinschaft der
Deutschen Tierärztekammern e.V. Oxfordstr. 10, 53111 Bonn Tel. (02 28)
7 25 46-0/-70, Fax 7 25 46 66 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Dr.
Sabine Merz

08.07.2009
Doping im Reitsport - Schaden für Branche
kaum absehbar
(aid) - Der Schaden, den das Thema "Doping im Reitsport"
auch für die vielen deutschen Zucht- und Sportbetriebe haben kann, ist
derzeit noch nicht abzuschätzen. Derzeit reiten nach Angaben der Deutschen
Reiterlichen Vereinigung (FN) in Deutschland zwischen 1,6 und 1,7 Millionen
Menschen; weitere 870000 würden gerne reiten. Ein enormes wirtschaftliches
Potenzial also. Die FN berichtet, dass drei bis vier Pferde einen
Arbeitsplatz ergeben. Danach verdienen in Deutschland mehr als 300000
Menschen ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt durch Pferd und
Pferdesport. 1,6 Millionen Tonnen Futtergetreide und etwa 1,8 Millionen
Tonnen Heu und Stroh werden jährlich gebraucht, um die rund eine Million
Pferde und Ponys in Deutschland zu füttern. Im Jahr 2006 wurden in
Deutschland 3700 Reitpferde-Zuchthengste sowie 71400 Reitpferde-Zuchtstuten
registriert. Dazu kamen insgesamt 31100 neu registrierte Reitpferdefohlen.
Geht der Absatz von Pferden zurück, werden nicht nur Zuchtbetriebe
"draufzahlen" müssen, sondern eine ganze Branche. Doping könnte somit am
Ende allen schaden. Im Pferdesport entscheidet der Mensch über das Pferd
und ist deshalb einer ethischen Verantwortung unterworfen. Die vielen
verantwortungsbewussten Reiter sehen sich in der Zwickmühle zwischen
erforderlicher Medikation und immer feiner werdender Analysemethoden.
Verantwortungslose Reiter - beziehungsweise solche, die ihre Verantwortung
den ökonomischen Interessen oder dem persönlichen Ehrgeiz unterordnen -
spielen bewusst Hase und Igel mit den Möglichkeiten der Nachweisbarkeit
verbotener Substanzen. Die Mehrzahl aber reitet Turniere ohne zu barren,
ohne die "Beine heiß" zu machen und kommt ohne verbotene Substanzen aus.
Die gesamte Reiterszene, vor allem auf dem Freizeit-Niveau, unter den
Generalverdacht der potenziellen Tierquälerei zu stellen, wird der Realität
nicht gerecht. Genau deswegen muss der Finger in die Wunden gelegt werden,
sowohl was unsachgemäße Ausbildungsmethoden (durch Laien wie durch Profis)
angeht, als auch im Hinblick auf Doping. Es muss sich wieder durchsetzen,
dass es im Reitsport darum geht, die durch professionelle Zucht gut
veranlagten Pferde durch korrektes Training in ihrem Körperbau und ihren
natürlichen Bewegungen zu fördern und zu formen. Durch pferdegemäße Haltung
und sachgemäße Ausbildung kann so dem Pferd die Freude an der Arbeit
erhalten bzw. gefördert werden. aid, Friederike Eversheim
aid infodienst Verbraucherschutz, Ernährung,
Landwirtschaft e. V. Heilsbachstraße 16 53123 Bonn Tel. 0228 8499-0
Internet: http://www.aid.de, E-Mail:
aid@aid.de

25.05.2009
Gefährliche Giftpflanze auf dem Vormarsch
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Frank Luerweg, Abteilung Presse und Kommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
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In der Tigray-Region in Nord-Äthiopien sind in den vergangenen Jahren
mehr als 300 Menschen an einer rätselhaften Vergiftung gestorben. Dank
der Hilfe eines Pharmazeuten der Universität Bonn ist es inzwischen
gelungen, den Verursacher zu identifizieren: Es handelt es sich um eine
Pflanze, deren Inhaltstoffe die Leber nachhaltig schädigen können. In
Deutschland ist momentan eine verwandte Art auf dem Vormarsch, das so
genannte Jakobskreuzkraut. Es soll hierzulande für den Tod etlicher
Pferde verantwortlich sein.
Das Jakobskreuzkraut produziert so genannte Pyrrolizidinalkaloide. Diese
können bei dauerhaftem Genuss bereits in relativ geringen Dosen die
Leber schädigen. Als Spätfolge droht dann Leberkrebs. Größere Mengen
können direkt einen tödlichen Leberschaden auslösen. In Äthiopien sind
seit 2001 mehr als 300 Menschen an einer solchen Vergiftung verstorben,
zumeist Kinder. "Ihre Leber reagiert weitaus sensibler auf das Gift als
die von Erwachsenen", erklärt Dr. Helmut Wiedenfeld vom Pharmazeutischen
Institut der Universität Bonn. Der Wissenschaftler forscht
bereits seit mehr als 20 Jahren über die gefährlichen Inhaltsstoffe von
Kreuzkräutern und ihren Verwandten. In Äthiopien standen Ärzte der
Weltgesundheitsorganisation WHO zunächst vor einem Rätsel, wodurch die
Vergiftungsfälle ausgelöst wurden. "Bis sich ein Forscher dort daran
erinnerte, dass er in einer meiner Publikationen von ähnlichen Symptomen
gelesen hatte", sagt Wiedenfeld. Inzwischen ist klar, dass eine Pflanze
namens Ageratum conyzoides die Todesfälle verursacht hat. Sie wächst
dort als Unkraut auf Getreidefeldern und war so beispielsweise in Brot
und Bier gelangt. Pferde besonders
gefährdetHierzulande ist eine verwandte Art auf
dem Vormarsch, die dieselben toxischen Stoffe enthält: das bis zu 1,40
Meter hohe Jakobskreuzkraut. Grund sei unter anderem die Zunahme von
Brachflächen, die überdies nicht mit Herbiziden behandelt würden.
"Jakobskreuzkraut ist sehr genügsam", erklärt Wiedenfeld. "Mancherorts
wachsen hierzulande bereits riesige Monokulturen." Inzwischen häufen
sich in ganz Deutschland Todesfälle bei Pferden, die für das Toxin der
Pflanze besonders empfindlich sind. "In vielen dieser Fälle steht
inzwischen eindeutig Jakobskreuzkraut als Verursacher fest", sagt der
Pharmazeut. In Baden-Württemberg gibt es inzwischen einen ersten
Todesfall beim Menschen. Dort hat eine Frau während der Schwangerschaft
große Mengen eines Gesundheitstees getrunken, der eine Pflanze mit
Pyrrolizidinalkaloiden enthielt. Dadurch wurde die Leber des Fötus so
sehr geschädigt, dass das Kind kurz nach der Geburt verstarb. Momentan
wird am Pharmazeutischen Institut untersucht, ob diese toxischen Stoffe
in die Nahrungsmittelkette gelangen können. Es mehren sich die Hinweise,
dass das Toxin möglicherweise in die Milch von Kühen übergehen kann, die
Jakobskreuzkraut gefressen haben. Durch Bienen kann es zudem in Honig
gelangen; dort wurde es bereits nachgewiesen. Ein Grund zur
Panik bestehe nicht, betont Wiedenfeld. "Wir müssen die Pflanze aber mit
aller Macht bekämpfen", sagt er. "Es gibt wirksame Herbizide, die auch
schnell wieder abgebaut werden und somit die Umwelt nur gering belasten.
Sie werden aber viel zu selten angewandt." Problematisch stellt sich die
Situation bei Stilllegungsflächen, in Naturschutzgebieten und - aufgrund
des Herbizid-Tabus - im besonderen Maße in der Bio-Landwirtschaft dar.
"Wir arbeiten mit der Landwirtschaftskammer NRW an der Frage, wie hoch
die toxische Belastung ist und wie man den Vormarsch dieser Pflanzen
stoppen kann", sagt Wiedenfeld. "Das betrifft neben dem Jakobskraut auch
seine nahen Verwandten, vor allem das rauken- und das schmalblättrige
Kreuzkraut." Auch über eine Aussetzung des Herbizid-Tabus sollte man
nachdenken, meint der Bonner Pharmazeut. "Es könnte sein, dass einer
weiteren Vermehrung des Jakobskreuzkrauts anders nicht beizukommen ist."
Kontakt: Dr. Helmut Wiedenfeld Pharmazeutisches Institut der
Universität Bonn Telefon: 0228/73-5225 E-Mail:
wiedenfeld@uni-bonn
Für die
Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität des Textes dieser Seite wird keine
Gewähr übernommen.
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