Die naturheilkundliche Behandlung
der tuberkulinischen Konstitutionsschwäche

von

Dr. Dr.
Peter Schneider

Tierarzt und Anthropologe
Maldonado, Uruguay; Email:
peter@pferdemedizin.com
Homepage: http://www.pferdemedizin.com

Kontakt: per Email oder Telefon (04251 7524, zum deutschen Festnetztarif)

 das Buch zur Homepage: "Gedanken altern nicht"
(3. erw. Auflage 2010, ISBN: 978-3-8334-5446-2)

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© 2010 by Dr.Dr. Peter Schneider

Pferd mit Vitiligo um das Auge

Pferd mit Vitiligo um das linke Auge

 

Kürzlich erhielt ich einen Anruf einer ehemaligen Klientin, die wegen ihrer ausgeprägten Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) vor etwa zwei Jahren bei mir in Behandlung war.

Als ich sie fragte, was denn ihre Krankheit mache, erzählte sie mir, dass sie ihr Leben geändert habe und sich nun häufig in der Sonne aufhalte. Die vielen weißen Flecken begännen nun allmählich zu verschwinden und es wachse Haut mit normaler Farbe nach.

Was war hier passiert?

Aus konventioneller Sicht gilt eine Vitiligo als unheilbar; aus natuheilkundlicher Sicht gehört sie zu den "degenerativen Krankheiten" (siehe Tabelle).

Diese wiederum zählen zum größten Teil zu den Krankheiten, die eine sog. „tuberkulinische Konstitutionsschwäche“ als Grundlage haben. Diese Schwäche ist häufig erblich und wird über die Generationen weiter gegeben; sie kann aber auch in diesem Leben erworben werden.

Eine ausgeprägte erbliche tuberkulinische Belastung finden wir außer bei Menschen bei Rindern, Pferden, Geflügel und anderen Tierarten (z.B. Krokodilen).

Was bedeutet "tuberkulinische Konstitutionsschwäche"?

Bereits in den Urkulturen wurde erkannt, daß alle chronischen Erkrankungen des Menschen eine Einheit darstellen.

Vor 200 Jahren hat Samuel Hahnemann (Hahnemann, 1810, 1828), der Begründer der Homöopathie, vor allem in der späteren Phase seines Lebens den Versuch unternommen, die chronischen Erkrankungen bestimmten Krankheitskräften („Miasmen“) zuzuordnen, wobei er die Grundbelastungen der „Psora“ (griechisch „Jucken“), der Syphilis und der Sykose („Feigwarzen-Krankheit“) zuschrieb.
Hahnemann hat in seinem 80. Lebensjahr auf seiner Flucht vor seinen Widersachern nach Paris diese Erkenntnis in der 6. Auflage seines „Organon der rationellen Heilkunst“ zu retten versucht, indem er noch kurz vor seinem Tod 1843 eine Reihe von Notizen in die 5. Auflage eintrug. Wegen des erbitterten Widerstandes einiger Ärzte gegen die „Psora-Theorie“ kam die 6. Auflage erst 1921 heraus. Auf diese Weise ist die fanatisch bekämpfte Sichtweise der „Psora“, jenes „tausendköpfige Ungeheuer von Krankheit“, wie Hahnemann sie selbst nannte und die ihm als senile Phantasie ausgelegt wurde, in Urfassung überliefert worden.
Von den zahlreichen Nachfolgern Hahnemanns sei John H. Allen genannt, der sich am intensivsten mit der Lehre der Miasmen beschäftigt hat (Allen: Die chronischen Miasmen, 2. Auflage, 2000).

Bereits zu damaliger Zeit beobachteten Hahnemann und seine Schüler, daß eine Behandlung von Krankheitssymptomen durch unterdrückende Maßnahmen die miasmatischen Krankheitskräfte wesentlich erweitern und verstärken konnte. Weiterhin wurde erkannt, daß Psora und Syphilis durch erbliche Übertragung vollkommen miteinander verschmelzen können.

Die tuberkulinische Konstitution ist als gemischtes Miasma das Ergebnis dieser Verbindung, und sie ist nach Allen die „stärkste von allen Krankheitszuständen oder -bedingungen überhaupt“. Sie kann ererbt oder erworben sein und wird auch als „Pseudo-Psora“ bezeichnet.
Da die tuberkulinische Konstitution jedoch nicht einen klinischen Tuberkulosefall bedeutet, wurden später auch andere Begriffe, wie „Paratuberkulose“, „Tuberkulinie“ oder „tuberkulares Miasma“ eingeführt.

Der Begriff „Paratuberkulose“ wird heute jedoch international anderweitig verwendet, da er eine Erkrankung durch Mycobacterium paratuberculosis (Johne’sche Krankheit bei Rindern) bezeichnet.

Auch in der heutigen Zeit haben die meisten chronischen Krankheiten bei Menschen und Tieren eine tuberkulinische Konstitutionsschwäche als Ursache. Der erworbene Teil der Schwäche lässt sich naturheilkundlich gut behandeln, der erbliche Teil nur teilweise.

Bei Tieren wird eine Vitiligo zuweilen bei der Schönheitszucht regelrecht mit angezüchtet; Beispiel ist das Lipizzaner-Pferd. Durch diese Schimmel-Züchtung wurde leider auch eine erhöhte Anfälligkeit für Vitiligo und andere tuberkulinische Krankheiten (v.a. Melanome) hervorgerufen.
Die Trakehnerstute mit der Vitiligo auf dem obigen Bild wurde 27 Jahre alt; im Alter entwickelte sie zunehmend tuberkulinische Krankheiten der Lunge (chronische Bronchitis) und des Bewegungsapparates (Arthrosen). Durch naturheilkundliche Maßnahmen konnte der Stoffwechsel jedoch weitgehend stabilisiert werden.

Die folgende Tabelle zeigt die sechs Phasen der Krankheitsentwicklung nach Reckeweg. Dr. Reckeweg war Arzt und der Begründer der Fa. Heel in Baden-Baden.

Zwar ist diese Tabelle sehr schematisch (sie wurde daher in den vergangenen Jahren auch modifiziert und erweitert); dennoch gibt sie einen guten Überblick über die prinzipiellen Regeln bei der Entstehung und Abfolge von Krankheiten. Hat eine Krankheit die "Säftephase" verlassen (linke Seite der Tabelle) und ist in die "zelluläre Phase" abgeglitten (rechte Seite), wird eine Behandlung immer schwieriger.

Einen Überblick über die Entstehung von Krankheiten gibt ein entsprechender Beitrag auf dieser Homepage.

 

Die Homotoxikosen (6-Phasen-Tabelle nach Reckeweg)
Gewebe Humorale Phasen-Krankheiten der Disposition B
i
o
l
o
g
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s
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e
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S
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n
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Zelluläre Phasen-Krankheiten der Konstitution
Exkretion Reaktion Deposition Imprägnation Degeneration Neoplasma
Ektoderm Speichel Dermatitis Warzen, Polypen Migräne, Leukoplakie chron. Dermatitis Basaliom
  Schnupfen Rhinitis Atherom Multiple Skl., Epilepsie Lupus, Psoriasis, Vitiligo Adenom
  Schweiß Furunkel Cataracta senilis Asthma, Heuschnupfen M. Cushing Melanom
  Tränen Stomatitis, Soor beginnendes Asthma Rhinitis atrophicans MS, M. Parkinson Sarkom
    Herpes zost., Neuralgie Ulcus ventric./duod. M. Menière  
Entoderm Magen-Darm-Säfte Colitis-Syndrom Obstipation Asthma Tuberkulose Carcinom von
  Galle Enteritis Megacolon Ulcus ventric./duod. Diabetes mellitus Pankreas,
  Pankreassaft Parotitis Struma Infektanfälligkeit Leberzirrhose Gallenblase,
    Hepatitis Silikose chron. Tonsillitis   Magen-Darm
    Cholangitis Cholelithiasis     Myelom
          Sarkom
Mesenchym Antikörperbildung Ödem Adipositas Lymphatismus Tuberkulose Sarkom und Carcinom
  vikariierende Blutungen Abszeß, Ulcus Gicht Elephantiasis Sklerodermie der Nieren
  Menstruation Angina Lymphdrüsen- beg. Agranulozytose Fibrom S. u. C. seröse Häute
    Typhus schwellungen   Otosklerose C. des Uterus
    Appendizitis Lipome   Paradontose (Endst.) Myosarkom
    Polyarthritis Exostosen   Leukämie, Lymphom  
Mesoderm Milchsäurebildung Cystitis Myogelosen Hydronephrose Erschöpfung n. Selye Carcinom der Haut
  Absonderung der Pyelitis Myalgien Vorstadien von Tuberkulose und der Genitalien
  serösen Häute Nephritis Rheuma Tumoren Schrumpfniere  
    Prostatitis Zysten   Muskeldystrophie  
    Salpingitis      
    Muskelrheumatismus        
Exkretionsprinzip, Prognose günstig Kondensationsprinzip, Prognose dubios

 

Die meisten chronischen Krankheiten befinden sich heute in der "zellulären Phase", d.h. sie haben den sog. "Biologischen Schnitt" überschritten. Da ihre Prognose auch im Rahmen einer naturheilkundlichen Therapie ungünstiger ist als links des Biologischen Schnittes, müssen erweiterte Maßnahmen getroffen werden, um eine Heilung des Patienten oder zumindest seine Stabilisierung zu ermöglichen.

Diese Maßnahmen betreffen naturgemäß besonders die Regulation der Zellfunktion und hier besonders der Zellatmung.

Generell lässt sich sagen, dass bei einer chronischen Krankheit die vom Körper aufgenommene Energie vor allem durch eine blockierte Zellatmung nicht mehr ausreichend umgesetzt werden kann. Es kommt zum Energiestau insbesondere im Blut (dies lässt sich gut bei der dunkelfeldmikroskopischen Untersuchung des frisch entnommen Blutes zeigen), und die Gewebe geraten in einen energetischen Hungerzustand.
In der Folge wird die Energie im Körper zunächst besonders an seinen genetisch bedingten Schwachstellen deponiert; durch die Überlastung dieser Schwachstellen kann das betroffene Gewebe zunächst in die Degeneration abgleiten und sich schließlich der Regulation des Gesamtorganismus völlig entziehen. Das Ergebnis dieser Verselbständigung kann dann ein Tumor sein (siehe hierzu auch das Buch von Peter O. Schneider: "Leitfaden für eine naturheilkundliche Brustkrebstherapie", 2. Auflage, 2008.

Nach neuen Erkenntnissen liegt die Ursache einer Vitiligo maßgeblich in einer verstärkten Ansammlung von Wasserstoffperoxid im Gewebe. Diese Substanz entsteht im Energiestoffwechsel stets in kleinen Mengen und wird zu Sauerstoff und Wasser abgebaut. Größere Mengen Wasserstoffperoxid greifen jedoch das Enzym Tyrosinase an und oxidieren dabei die Aminosäure Methionin, so dass das Enzym kein Melanin mehr bilden kann. Melanin ist für die Färbung der Haut und der Haare verantwortlich. Sonnenlicht regt die Melaninproduktion und den Stoffwechsel an.

Das Ziel einer naturheilkundlichen Therapie chronischer Krankheiten liegt primär darin, seine Selbstheilung und die Regeneration veränderter Organe zu ermöglichen. Als ein Grundprinzip der naturheilkundlichen Regulationstherapie der tuberkulinischen Konstitution gilt, dass sie nur solange gelingen kann, wie noch eine Regulationsfähigkeit von Seiten der Patienten vorhanden ist. Weiterhin ist während der Therapie unbedingt für eine Ausleitung der im Stoffwechsel freigesetzten Schlackenstoffe und Toxine zu sorgen.

An erster Stelle einer solchen Therapie steht eine Wiederherstellung des Energieflusses im Organismus. Hierzu gehört eine Schaffung des seelischen und körperlichen Wohlbefindens ebenso wie eine optimale Ernährung und eine medikamentöse Wiederherstellung der Funktion der Zellen.

Die fünf Ebenen (geistig-spirituelle, mentale, emotional-psychische und physisch-materielle) des menschlichen Seins sind sehr eng miteinander verbunden, und sie müssen zur Überwindung der tuberkulinischen Konstitution gleichzeitig behandelt werden (sog. "Hierarchische Multiregulation").

Während einer naturheilkundlichen Therapie der Tuberkulinie werden die einzelnen Phasen der Krankheitsentstehung normalerweise noch einmal kurz durchlebt, d.h., dass sich z.B. bei der Behandlung einer Tumorerkrankung kurzzeitig eine Entzündung zeigen kann.

Diese Prinzipien gelten für Menschen und Tiere gleichermaßen.

Eine grundsätzliche naturheilkundliche Therapie der tuberkulinischen Konstitution gestaltet sich, wie folgt:

  • bei Menschen: geistige, mentale und emotionale Hygiene; Pfarrer Kneipp sagte: „Erst als ich daran ging, Ordnung in die Seelen meiner Patienten zu bringen, hatte ich vollen Erfolg", 

  • bei Menschen: Optimierung der Ernährung bei gleichzeitiger Entlastung des Darmes: einfache, unverfälschte, kräuterhaltige, mediterran orientierte, vorwiegend vegetarische Kost ohne Kuhmilch, Hühnereier und Schweinefleisch,
    bei Tieren: Optimierung von Fütterung und Haltung,

  • ausreichend Bewegung in frischer Luft; da die tuberkulinische Konstitutionsschwäche durch maßvolles Sonnenlicht sehr günstig beeinflusst werden kann, sollte besonders der alternde Mensch in sonnigen Gefilden am Wasser wohnen,

  • Regulation des Bauchhirns:
    bei Menschen: vor allem durch richtige Atmung,
    bei Tieren: durch energetische Methoden, homöopathische Arzneimittel oder Bach-Blüten,

  • Regulation der Energiemeridiane durch energetische Verfahren,

  • Stabilisierung der Zellfunktion und des Immunsystems durch geeignete homöopathische Arzneimittel.

Eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung der Gesundheit insbesondere bei hochleistenden oder alternden Menschen und Tieren ist das sog. "Energetische Coaching".

 

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